Wir brauchen Sozial-Manager….. wenn sie gut sind!

Auch im sozialen Bereich arbeiten Manager.Viele von ihnen nennen sich nicht so, weil sich „Sozialmanager“ immer noch ein bisschen wie „gewollt und nicht gekonnt“ anhört. Aber sie arbeiten wie Manager, denken wie Manager. Sind für Ergbnisse verantwortlich – wie Manager…. Ich erspare mir und Euch an dieser Stelle eine Diskussion der Unterschiede zwischen Managern und Unternehmern…. Das werde ich demnächst mal nachholen. An dieser Stelle sei lediglich darauf hingewiesen, dass das was ich über Sozialmanager sage, hier auch für Sozialunternehmer („social entrepreneurs“) gilt.

Eine Frage, die mich seit einiger Zeit immer mal wieder beschäftigt, ist die nach der Wirksamkeit und Produktivität von Menschen, die soziale Unternehmen leiten. Wie kommt es, dass es unter den „Sozialfuzzis“ einige gibt, die sehr gute Ergebnisse erzielen, erfolgreich sind, deren Organisationen wachsen und wichtige Impulse für Innovation, Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit setzen – während andere (unter gleichen oder ähnlichen Rahmenbedingungen arbeitend ) regelmäßig mit Krisen umzugehen haben, Mißerfolge produzieren, ums Überleben kämpfen müssen?

Ich vermute, dass Manager der ersten Kategorie bestimmte Verhaltensweisen und Arbeitstechniken beherrschen, die Manager der zweiten Kategorie nicht kennen – oder zumindest nicht anwenden.

Vier wesentliche Unterschiede habe ich beobachtet (aber es gibt ganz sicher  einige mehr…..):

1. Wirksame SozialmanagerInnen formulieren Ziele – für sich selbst und zusammen mit ihren MitarbeiterInnen für die gesamte Organisation!

Attraktive und herausfordernde Ziele setzen kreative und produktive Energie frei. Diese Energie hilft schwierige Phasen zu überstehen. Große Ziele bieten Orientierung in diesen Phasen – wie der Leuchtturm am rettenden Ufer, der bei rauher See die Richtung anzeigt. Große Ziele leiten sich aus einer gemeinsamen Vision ab. Meistens findet sich diese Vision in einem gemeinsamen Leitbild wieder. Ein Lieblingsspruch: „Alles, was Du Dir vorstellen kannst, kannst Du auch erreichen.“

Weniger erfolgreiche Manager formulieren keine Ziele. Sie lassen sich von den Alltagsanforderungen lenken, denen sie sich meist wehrlos ausgesetzt sehen. Ihr Lieblingsspruch (frei nach Helmut Schmidt): „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“

2. Erfolgreiche SozialmanagerInnen haben ein (Selbst-) Organisationssystem…… – und setzen es konsequent um!

Wer seine Zeit sinnvoll zu nutzen weiss, erzielt bessere Ergebnisse. Eigentlich klar. Erfolgreiche Menschen handeln entsprechend. Weniger erfolgreiche nicht. Erfolgreiche Menschen können sich auf wichtige Aufgaben und Projekte fokussieren. Sie kennen den Unterschied zwischen dringend und wichtig. Sie richten ihre Arbeitsweise und -organisation nach diesen Prioritäten aus. Erfolgreiche Menschen kümmern sich um die wichtigen Dinge, weniger erfolgreiche um die dringenden…….Ein Lieblingszitat der Erfolgreichen: „Der Schlüssel liegt nicht darin, Prioritäten für das zu setzen, was auf Deinem  Terminplan steht, sondern darin, Termine für Deine  Prioritäten festzusetzen.“ (Stephen R. Covey)

3. Erfolgreiche SozialmanagerInnen beherrschen ihre Werkzeuge und setzen sie sinnvoll und zweckgerichtet ein.

Rechner, Tablet-PC, Smartphone, Planbuch, Kalender, Aufgaben- und Projektlisten…. Jedes dieser Werkzeuge entfaltet seine Wirkung erst dann, wenn es für die jeweilige Aufgabe entsprechend angemessen und sinnvoll  eingesetzt wird. In der beruflichen Praxis sind mir viele LeiterInnen sozialer Einrichtungen begegnet, die versuchen, ihr Projekt oder ihre Organisation mit unzueichenden Werkzeugen (alte Rechner mit überalterter Software, Post-It-Zetteln oder auseinderbröselnden „Chinakladden“) zu steuern.
Erfolgreiche Menschen setzen die verschiedenen Werkzeuge mit nahezu spielerischer Leichtigkeit ein…. Sie sind vernetzt mit MitarbeiterInnen und wichtigen Kooperationspartnern, halten sich über den Stand der Dinge immer auf dem Laufenden und sind immer dann kommunikationsbereit, wenn Kommunikation gefragt und notwendig ist. Sie wissen, wann welche Jobs zu erledigen sind und können sicherstellen, dass die hierfür benötigten Ressourcen dann auch zur Verfügung stehen. Erfolgreiche Menschen halten Ordnung. Nicht weil sie „zwanghaft“ oder „unkreativ“ sind – sondern weil sie keine Zeit mit suchen verschwenden wollen.

Ein Zitat, das sie mögen: „Wer als einziges Werkzeug den Hammer kennt – für den ist jedes Problem ein Nagel.“

4. Erfolgreiche Menschen können rechnen.

Es ist unglaublich, wie viele ManagerInnen sozialer Einrichtungen sich den betriebwirtschaftlichen Anforderungen und Fragestellungen, die ihr Job mit sich bringt, verweigern. Fast schon zu banal…. dennoch muss es hier erwähnt werden: Wer die Verantwortung für die Finanzen einer Organisation trägt, sollte mit Zahlen umgehen können. Erfolgreiche SozialmanagerInnen wissen das und bilden sich entsprechend fort (denn allzu oft kommt dieser Part in der Ausbildung sozialer Berufe absolut zu kurz). Sie machen sich schlau und entwickeln neben fachlicher Kompetenz auch ein fundiertes Know-How im kaufmännischen Bereich.

Sie wissen: Geld ist nur ein Problem, wenn man es nicht hat.

Welche Beobachtungen macht Ihr? Mit welchem „ManagerInnen-Typ“ seid Ihr in Euren Projekten und Organisationen konfrontiert? Und welche weiteren Unterschiede zwischen erfolgreichen und erfolglosen Führungspersönlichkeiten habt Ihr in der Praxis beobachten können?

Ein Gedanke zu “Wir brauchen Sozial-Manager….. wenn sie gut sind!

  1. Lieber Herr Mampel,

    kann es sein (ich stimme Ihnen in Ihren Beobachtungen übrigens ganz zu), dass viele SozialManager einfach viel zu sehr in ihrer Herkunft als Sozialarbeiter – und damit im klassisch mangelorientierten, erfolgsblinden und wenig wertschöpfenden Denken verhaftet sind?
    Ich kenne auch beides, sehr erfolgreiche, visionäre und geradezu (aber auch fragil) schillernde Persönlichkeiten – bishin zu Schlabberlook-Sozialfuzzis, die aucg gerne mal Chef sein keineswegs aber auch wirklich Chef denken wollen. Bei letzteren sehe ich die Mehrheit und eine geradezu paradoxe Kombi von Unternehmerposition, gefüllt mit Helferattitüden im althergebrachten und (übrigens nicht nur im unternehmerischen, sondern auch im eigentlichen sozialarbeiterischen Kontext) sehr unproduktiven Sinne. Nachdenkliche Grüße!

    Florian Szávay

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