Soziale Arbeit braucht Innovation

Die Zeiten ändern sich rasant. Mit ihr die gesellschaftlichen, ökonomischen, ökologischen  und sozialen Probleme. Und mit den Problemen ändern sich Handlungsoptionen, Werkzeuge, Strategien – und die Anforderungen an die  Kompetenzprofile der Beraterinnen und Berater, der Helferinnen und  Helfer und und der Coaches. Strukturen müssen vollkommen neu untersucht und bewertet werden, Ziele neu formuliert und verhandelt werden. Was vor 10 Jahren noch richtig, sinnvoll oder plausibel war, muss heute nicht mehr stimmen. Doch der Sozialbereich tut sich schwer damit, sich neu zu definieren oder gar „neu zu erfinden“. Bei der  Einbeziehung neuer Technologien und vernetzter Organisations- und Kommunikationswerkzeuge hinkt der Sozialbereich noch immer hinterher. Projekte und Angebote werden häufig noch immer „von oben herab“ – im Rollenverständnis des „Kümmerers“ – und nicht auf Augenhöhe und kollaborativ mit den Empfängern und Adressaten der Dienstleistungen und Angebote entwickelt. Sender und Empfänger funken nicht selten auf vollkommen unterschiedlichen Frequenzen – die realen Probleme der Menschen kommen in der Sozialbranche oft gar nicht oder erst sehr verspätet an. Soziale Arbeit bleibt daher stets re-aktiv – fordert aber gern von allen anderen Pro-Aktivität.
Eine neue Generation von Unternehmern, Führungskräften und Managern sieht sich einem erheblichen Innovationsdruck ausgesetzt. Neue Geschäftsmodelle, neue Organisations- und Unternehmernsformen, neue Produkte,  neue Kommunikationsstrukturen und -werkzeuge werden Einzug halten in eine verstaubte und verkrustete Wohlfahrtsbranche.
Vor diesem Hintergrund habe ich mich sehr gefreut, als ich vor ein paar Tagen einen Artikel in der „Wiener Zeitung“ fand, in dem über ein neues Studienangebot an der Donau-Universität Krems berichtet wurde. (hier geht’s zum Artikel vom 25.3.13 ) Dort startet nämlich im April 2013 der weltweite erste Master-Studiengang „Master of Arts in Social Innovation“. In ihrer Seminarbeschreibung weist die Universität deutlich auf die Notwendigkeit sozialer Innovation hin: „Neue technologische Möglichkeiten und wirtschaftliche Globalisierungsprozesse verstärken den sozialen Wandel und erweitern das Spektrum für Innovationen: Um etwa die großen Herausforderungen von Armut, Ausgrenzung, alternder Gesellschaft, Vereinbarkeit von Arbeit und Familie, Kommunikations- und Lernmöglichkeiten im Bildungsbereich, Globalisierung der Finanz-, Produktions- und Absatzmärkte oder dem Klimawandel zu lösen, sind soziale Innovationen heute ebenso dringend nötig wie z.B. Produkt- und Verfahrensinnovationen für die wirtschaftliche Entwicklung.“
Zielgruppe des Master-Studiengangs sind Führungskräfte, Mitarbeiter/innen und Selbständige, die sich für die Begleitung, Umsetzung und Evaluierung sozialer Innovationen in Unternehmen und Institutionen qualifizieren wollen. Der Master-Studiengang dauert 5 Semester und kostet € 13.800.-.
Weitere Infos gibt’s auf der Homepage der Donau-Universität-Krems:http://www.donau-uni.ac.at/de/studium/master_of_social_innovation/index.php
Foto: Donau-Universität-Krems

Foto: Donau-Universität-Krems

2 Gedanken zu “Soziale Arbeit braucht Innovation

  1. Bin über den etwas betagteren Artikel hier von Dir gestolpert… Das Thema meiner Master-Thesis… 😉 Auch wenn ich die Uni eher etwas kritisch betrachte…

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