Heldenhafte Blogparade abgeschlossen. Prädikat: wow – sehr lesenswert!

Neue Helden braucht das Land?  war Frage und  Thema einer von mir am 26.12.2013 initierten Blogparade. Inspiriert durch einen Kommentar zu einem meiner Beiträge hier im Blog begann ich über den Begriff „Heldentum“ nachzudenken. Und es tauchten bei mir Fragen auf, die ich mir nicht so recht beantworten konnte: „Was macht einen Helden zum Helden?“,“Darf man sich selbst zur Heldin erklären?“,  Wer bestimmt, wann man offiziell ein Held ist?“, „Ist „Held” etwas definierbares? Oder gibt es so viele Helden, wie es Bilder von „Heldentum“ gibt?“, “ Kann man seinen Heldenstatus wieder verlieren?“….Und überhaupt: „Brauchen wir überhaupt Helden? Wenn ja – wofür? Und: Eignet sich ein jede/r zum Held oder zur Heldin?“.

(c) Fotolia

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Dass diese Fragen nicht nur mich, sondern auch andere bloggende Menschen interessieren, hat die Resonanz auf meinen „Schreibaufruf“ gezeigt: Trotz Nach-Weihnachtsrummel und Jahreswechsel und allgemeiner Urlaubsstimmung sind sieben sehr unterschiedliche Beiträge aus verschiedenen Teilen der Republik zusammen gekommen. Sieben sehr unterschiedliche Sichtweisen sehr unterschiedlicher Menschen, die ich Euch im folgenden präsentieren möchte:

Heldentum 2014 mit alten Heldenklischees unvereinbar

„Mehr Sex im Text“ verspricht das Blog von Gerhard J. Ernest aus Iphofen. Sein Blog versteht sich als „Ideenfutter für Experten, Führungskräfte und Umsatz-, Verkaufs- und Vertriebsverantwortliche in Unternehmen mit engem Zielgruppenfokus“. Ganz ohne Sex kommt allerdings seine sehr ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema unserer Blogparade aus. Sehr tief kniet sich Ernest in die Thematik, blättert in alten Universal-Lexika, zitiert Simmel und Ralph Waldo Emerson, springt weit zurück bis ins 16. Jahrhundert um dann wieder Parallelen und Unterschiede zur Gegenwart aufzuzeigen und resümiert:  „Sie sehen, Heldentum 2014 ist mit alten Heldenklischees unvereinbar. Heldentum lässt sich außer in einer Ladung treffwilliger Kanonenkugeln auch in Pinselstrichen, Erfindergenialität und Bytes messen. Es kommt immer auf die persönliche Perspektive an, so meine Auffassung.“ Und die Begründung seiner Auffassung ist unbedingt lesenswert.

Helden des Managements

Oliver Schmidt, Nachhaltigkeitsberater und Geschäftsführer bei Hultgren und Partner und Macher des Blogs  :machen geht sehr pragmatisch an das Thema heran. Schon in seinem Kommentar zu meinem o.g. Artikel wird deutlich: Schmidt hat sehr klare Vorstellungen davon, wie er sich, wir wir uns wahre Helden vorstellen könnten: „Der Verein Gleich X Anders e.V. (sprich: “gleich mal anders”) zur Inklusion geistig behinderter Menschen baut ein Hotel in Darmstadt. Das Projekt steht noch ganz am Anfang, ein paar Milliönchen müssen noch zusammengetragen werden, aber eins steht fest: Wenn das gelingt, und hier Arbeitsplätze für Menschen mit und ohne Behinderungen entstehen, sind die Macher für mich “Helden des Managements” – und damit meine Bewerbung für Ihre Blogparade, Herr Mampel.“ Und in seinem Beitrag zur Blogparade auf :machen stellt er dieses Projekt unter der Überschrift „All inclusive“ auch gleich mal vor……. Mit dem hier geprägten Heldenbegriff kann ich mich sofort identifizieren. Ihr nach dem lesen des Beitrages ganz sicher auch.

Ist Siegfried aus der Sicht des Drachen ein Held?

„Das Land braucht keine neuen Helden, das Land braucht Anerkennung für die stillen Helden, die überhaupt erst möglich machen, was in unserer Welt funktioniert und schön ist.“ Das ist eine sehr klare Ansage von Flashbash . Für ihn ist klar: Helden finden wir nicht nur in den Ruhmeshallen der Geschichte – zumal die Frage ob jemand als Held gilt, auch immer nur in seinem jeweiligen historischen Kontext und aus einer speziellen Perspektive heraus beantwortet werden kann. (Ist Siegfried aus der Sicht des Drachen ein Held?“) Für ihn fängt Heldentum in „kleinen“ an… im Alltag. Aber lest selbst, was Flashbash dazu denkt und schreibt….. 

In jedem von uns steckt ein Held

Ähnlich sieht das „Die Spaziergängerin“ Jeannette Hagen (die Ihr sicher auch schon bei der Lektüre  von Das Prinzip .garage schätzen gelernt habt): Heldentum fängt in unserem Alltag an. Ihre These:  In jedem von uns steckt ein Held. Viele von uns haben das einfach nur vergessen. Und sie bietet uns auch ihre Definition des Heldenbegriffes an: „Ein Held ist für mich jeder, der einmal mehr aufsteht, als er fällt. Jeder, der mir ein ehrliches Lächeln schenkt. Jeder, der nicht müde wird, seine eigenen Grenzen entweder zu erkennen und zu respektieren oder der sie mutig überschreitet. Jeder, der ohne Aufforderung die Grenzen des anderen respektiert und sich loyal verhält. Der sich für die Gemeinschaft einsetzt – nicht weil er muss, sondern weil er will.“ Ich lege Euch die Lektüre des gesamten Beitrages unbedingt und dringend ans Herz. Egal, wie Ihr die Dinge seht – Ihr habt hinterher auf jeden Fall einiges zum nachdenken…… Und denken schadet ja nix… 😉

Heldentum entmystifizieren

Mein Twitter-Kollege Thomas Michl aus Weinsberg gibt unumwunden zu, dass er „ein schwer ambivalentes Verhältnis“ zum Heldenbegriff hat. Warum das so ist,  beschreibt Thomas  in seinem Beitrag auf  „Tom´s Gedankenblog“ sehr anschaulich. Klar wird: Heldentum muss entmystifiziert werden; das Denkkonzept hinter dem Begriff muss in Frage gestellt werden.  Und am Ende kommt er zu einem Fazit, das  unbedingt zur Diskussion anregt. Den ganzen Beitrag – und Thomas Michls Fazit – könnt Ihr lesen, wenn Ihr H I E R klickt.

Helden zeigen uns unsere eigene Unvollkommenheit

In eine ganz andere Richtung denkt Guido Neumann, Projektleiter in der .garage berlin. Er stellt in seinem Beitrag auf seinem Blog „Ein- und Audrücke“ die Vorbildfunktion des Heldin / der Heldin in den Vordergrund. Der Held als Identifikationsfigur, der uns antreibt größeres zu wollen und sich dafür gefälligst auch anzustrengen. Gerade auch für Existenzgründer (mit denen arbeitet Guido tagtäglich) ein möglicherweise plausibles Konzept. Guido schreibt: „Ich glaube, dass Heldentum heute noch gebraucht wird. Heldentum ist immer Geschichten erzählen. Geschichten von tollen Menschen, Geschichten vom Sieg des Guten über das Böse, Geschichten von Erfolg und manchmal auch von Misserfolg (der tragische Held). Helden geben uns Halt, Helden geben Sicherheit, Helden zeigen uns unsere Unvollkommenheit.“ Darüber kann mal auf jeden Fall auch mal nachdenken.

29 Ideen für werdende Helden

Und wenn Ihr jetzt genug gelesen habt,  Ihr schon zappelig werdet und Euer Körper nach Bewegung schreit….. dann steht doch einfach mal auf, dreht die Musik laut …. und  tanzt…… Was das mit unserem Thema zu tun hat? Viel, wenn Ihr Walter Epp fragt. Er ist Initiator und Motor von „Tanzheld – Besser tanzen, besser leben, die Welt verbessern„. Klingt erstmal komisch. Ist es aber gar nicht. Walter Epp schreibt über seine Sicht auf die Welt: „Ich glaube an mehrere Dinge:  Ich glaube, dass das Tanzen einen Menschen zum Besseren verändert. Tanzen schenkt uns Selbstbeherrschung, Disziplin, aber auch Freiheit und Lebensfreude. Tanzen schenkt eine starke Persönlichkeit und hat einigen Menschen sogar einen ganzen Lebenssinn verschafft.“ Wer tanzt wird ein besserer Mensch. Und bessere Menschen wollen die Welt besser machen. Und deshalb liefert  seine Seite auch ganz praktische Lebenshilfe für werdende (Tanz-) Helden:  29 einfache Wege die Welt zu verbessern – Ideen für Helden solltet Ihr unbedingt lesen und den einen oder anderen Vorschlag auch einfach mal ausprobieren…… Aber erst  nach dem tanzen 😉

Fazit

Mein Fazit dieser Blogparade: Ja – die Welt braucht Helden. Die Welt braucht Menschen, die die Welt besser machen wollen. Menschen, die für das Gute, für das Bessere stehen. Und die uns motivieren, mit Ihnen gemeinsam zum Helden, zur Heldin zu werden. Im Büro. Beim tanzen. Im Management. In der U-Bahn. Im Krankenhaus.

Überall da, wo Menschen Menschen brauchen, werden Helden geboren.

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