Wie wir arbeiten wollen…..

SocialLinks #28

Alles verändert sich. Auch und vor allem die Arbeitswelt. Das klingt und ist banal – trotzdem werden die mit dieser „banalen Erkenntnis“ zusammenhängenden Fragen und Konsequenzen auch im sozialwirtschaftlichen Bereich nur unzulänglich bearbeitet und diskutiert. Welche Auswirkungen haben Globalisierung und Internationalisierung auf unseren Bereich? Wie nutzen wir die Chancen der Digitalisierung für die Gestaltung der Organisation und ihrer internen Kommunikation? Welches Verhältnis haben wir zu Hierachien? Wie können / wollen wir vernetzt zusammenarbeiten und zukunftsfähige und nachhaltige Projekte entwickeln?

© Dmitry - Fotolia.com

© Dmitry – Fotolia.com

In meinem „Video der Woche #28“ habe ich Euch ein Projekt vorgestellt: In dem Film „Augenhöhe“ geht es darum, „wie wie im 21. Jahrhundert leben und arbeiten wollen: selbstbestimmt, eigenverantwortlich, wertschätzend, respektvoll – kurz: „artgerecht“ und auf Augenhöhe.“

In den heutigen „SocialLinks“ möchte ich Euch ein paar weitere Aspekte bzw. Betrachtungen ans Herz legen….

Fangen wir mit den neuen Anforderungen an „Führung“ an. Wenn sich die Arbeitswelt verändert ist das auch und vor allem für Führungskräfte eine existentielle Herausforderung. Wohl auch deshalb hat die BMW-Stiftung im Mai 2013 ein „Leadership-Symposium“ durchgeführt. Die Dokumentation liegt schriftlich zum Download vor.  Im Ergebnis werden „Sieben Handlungsfelder für Führung im 21. Jahrhundert“ definiert und erläutert:

  1. Unter Unsicherheit gut entscheiden
  2. Reflektiert und wertebasiert führen
  3. Weniger mit Blick auf sich, sondern mit Blick auf andere führen
  4. Menschen und Netzwerke befähigen
  5. Mit Sinn und Sinnhaftigkeit motivieren
  6. Führungshandeln an Langfristigkeit und Gemeinwohl ausrichten
  7. Den Austausch zwischen den Sektoren fördern.

Alles lesen kann man hier: bmw-stiftung.de/uploads/media/2013_LEAD_DE.pdf 

Sinn und Sinnhaftigkeit scheinen in der Tat zentrale Elemente der Mitarbeiter- bzw. Selbstmotivation zu sein. In einem Artikel in der ZEIT vom 16.04.2014 gehen Kertin Bund und Markus Rohwetter der Frage nach, warum Mitarbeiterbespaßungs-  und -motivationsprogramme so oft zum Scheitern verurteilt sind. „Im Vergleich mit sechs anderen europäischen Ländern fühlen sich die Deutschen am Arbeitsplatz am wenigsten glücklich.“ Also was tun? Denn glückliche und zufriedene Mitbeiter sind bessere Mitarbeiter. Alles deutet darauf hin: Wichtig ist der Arbeit Sinn.: „Häufig hilft es, den Mitarbeitern immer wieder die echte Sinnhaftigkeit ihres Tuns vor Augen zu führen. An der Universität in Michigan führte der Organisationspsychologe Adam Grant ein Experiment mit Studenten durch, die in einem Callcenter Geldspenden für Stipendien eintreiben sollten. Der Telefonjob war nicht nur eintönig und schlecht bezahlt, die Studenten mussten sich auch Beleidigungen anhören oder abwimmeln lassen. Die Erfolgsquote lag bei traurigen sieben Prozent. Versuche, die Studenten mit Geldgeschenken und Wettbewerbsspielen zu motivieren, hatten wenig Erfolg. Grant kam auf eine andere Idee: Er lud einen ehemaligen Studenten ein, der allein dank der auf diese öde Weise eingetriebenen Mittel an der Universität hatte studieren können – und der heute selbst als Lehrer arbeitet. Der Mann erzählte nun den studentischen Geldeintreibern, dass er diesem Stipendium seinen Lebenserfolg zu verdanken habe. Einen Monat später verbrachten die Studenten 142 Prozent mehr Zeit am Telefon und trieben 171 Prozent mehr Geld ein – ohne ihre Methoden geändert zu haben. In einer Folgestudie verfünffachten sich die Umsätze sogar. Selbst Briefe von dankbaren Stipendiaten, die man den Anrufern vorlegte, erhöhten deren Arbeitseinsatz. Die Studenten waren produktiver und glücklicher, weil sie wussten, dass sie mit ihrer Arbeit anderen halfen. Plötzlich erkannten sie Sinn in dem Stumpfsinn, den sie taten.“

den ganzen Artikel lesen kann man hier: zeit.de/2014/15/arbeitsklima-arbeitnehmer-wertschaetzung

Einen sehenswerten Beitrag findet Ihr in der ARD Mediathek. Die einsplus-Sendung  geht der Frage nach: „Geld oder Leben? Wie wollen wir arbeiten?“ Aus dem Text zur Sendung: „Den Großteil unserer Lebenszeit verbringen wir mit Arbeit. Unsere Anforderungen an den Job steigen: Er soll Spaß machen, die eigene Persönlichkeit fordern, Selbstverwirklichung bringen. Aber klappt das tatsächlich? Viele Berufseinsteiger haben keine Lust darauf, ihr ganzes Leben der Karriereplanung unterzuordnen – sie wollen lieber Zeit für Freunde und Familie. Das Prinzip der ?Work-Life-Balance? haben inzwischen aber auch Unternehmen für ihre Mitarbeiter entdeckt und werben damit, alles für den perfekten Ausgleich zu tun. Das Ergebnis: In Wahrheit verschmelzen Arbeit und Privatleben noch mehr als bisher.Ist das gut so? Und ist das die Zukunft? Zu Gast im Klub ist Nele Groeger, die als Freelancerin ein Jahr lang ein aufwändiges Galerieprojekt organisiert hat – ein Herzensprojekt, das ihr kein Geld gebracht hat, dafür unendlich viel Stress. Seit kurzem hat sie wieder eine Festanstellung, weil sie finanziell abgesichert sein will – und freut sich tatsächlich, dass ?Abend? wieder ?Feierabend? bedeutet. Zweiter Klub-Gast ist Politikwissenschaftler Peter Seyferth. Er hinterfragt grundsätzlich das Prinzip der oft sinnlosen, oft unfreiwilligen Lohnarbeit. Und rät jedem dazu, regelmäßig seinen Arbeitsvertrag in die Hand zu nehmen: ?Wenn ich den Vertrag jederzeit zerreißen kann, dann merke ich, dass der Job nicht der richtige für mich ist.?Klub Konkret – Reporter Daniel Bröckerhoff mischt  sich auf einer Recruiting-Veranstaltung unter 60 gesuchte ?High Potentials? am oberen Ende des Arbeitsmarkts. Und er begleitet Altenpflegerin Mandy, für die ihr Job einen ganz anderen Wert hat als ein hohes Monatseinkommen und möglichst viele Stationen auf der Karriereleiter.“

hier gehts zur Sendung: ard.de/mediathek….. 

——————————————————

(Fast) Immer Mittwochs gibts an dieser Stelle  meine  Linkliste der Woche. Ich möchte Euch ein paar gute Projekte, Konzepte, Ideen und Anregungen aus der Welt der Sozialen Arbeit, der Sozialwirtschaft, des Social Entrepreneurship und der Förderung des UnternehmerInnentums ans Herz legen und zur Lektüre empfehlen.  Und machmal finde ich auch Seiten interessant und empfehlenswert, die nicht direkt etwas mit den eben genannten Gebieten zu tun haben – die Ihr Euch aber trotzdem mal anschauen solltet…..

Ich freue mich, wenn Ihr diesen und weitere Beiträge in meinem Blog über Eure Kanäle teilt und weiterverbreitet. Vielen Dank!

3 Gedanken zu “Wie wir arbeiten wollen…..

schreib einen Kommentar.....

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s