Zielplan-Canvas: kreativ Ziele erarbeiten – Wirklichkeit gestalten!

IMG_3227Vom 20.-22. November waren die Projekt- und Bereichsleitungen des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. zur Jahresklausurtagung im wunderbaren (und sehr aussergewöhnlichen) Pentahotel Potsdam/Teltow. Wie jedes Jahr stand das Thema „Jahreszielplanung“ auf der Agenda.

Hierfür hatten wir in den vergangenen Jahren ein festgelegtes Verfahren, das sich sehr stark an der HelfRecht-Methode orientierte. Ich hatte H I E R im Blog schon darüber berichtet. Die Methode war gut. Allerdings war in letzter Zeit zu beobachten, dass sich bei den  Kolleginnen und Kollegen – aber auch bei mir selbst – ein gewisser Frust aufbaute. Die Bedingungen unter denen wir alle arbeiten, haben sich in den letzten Jahren doch merklich verändert:

  • Rahmenbedingungen sind nicht mehr stabil. Was vor einem oder zwei Jahren noch richtig und „wegweisend“ war, muss heute nicht mehr stimmen;
  • die Geschwindigkeit aller Prozesse und Abläufe erhöht sich beständig. Das muss man nicht schön finden – das ändert aber nichts. Auch – aber sicher nicht nur – durch die technische Weiterentwicklung aller gängigen Kommunikations- und Arbeitstools wird der zur Verfügung stehende Zeitrahmen zwischen „Reiz“ und „Reaktion“ (oder zwischen „Auftrag“ und „Erledigung“ oder „Anfrage“ und „Antwort“ … etc.) immer enger. Die Kolleginnen müssen in immer kürzeren Abständen auf sich verändernde Bedingungen und Anforderungen reagieren. Das führt häufig dazu, dass die „Alltags-Anforderungen“ gefühlt oder real immer mehr Raum einnehmen -und  für strategische und / oder übergeordnete Aufgaben weniger Zeit zur Verfügung steht.
  • der Anteil der „komplizierten und komplexen Aufgaben und Prozesse“ nimmt zu; immer öfter bewegen sich Kolleginnen und Kollegen in „chaotischen Arbeitssituationen“.  (Wer dazu mehr lesen möchte, dem sei hierzu der Blog von Oliver Schmidt empfohlen, der dies in seinem „HOME“ -Konzept anschaulich erklärt: blog.zwo-punkt-null.de )

Unter solchen Bedingungen funktioniert eine „statische Zielplanung“ nicht mehr. Der lineare Prozess „Analyse – Zielplanung – Vorgehensplanung – Vorgehen – Evaluation – Analyse“ funktioniert gut in den Bereichen, die stabil, beständig und planbar sind, wo sich kausale Ursache-Wirkung-Beziehungen darstellen lassen. Wird dieses Verfahren in anderen – eher weniger stabilen, weniger beständigen und weniger planbaren – Situationen ein gesetzt steigt der „Frustfaktor“. Oliver Schmidt hat in einem Vortrag auf unserer Klausurtagung acht Faktoren benannt, die das arbeiten mit „statischen  Zielen“ erschweren, teilweise fast unmöglich machen. Sehr eindrücklich: die statistische Wahrscheinlichkeit , dass Du Dein Ziel genau so erreichst, wir Du es (SMART) formuliert hast, liegt bei 1%. Da ist es dann auch nicht verwunderlich, wenn die Bereitschaft, sich mit großen Jahreszielen zu beschäftigen nachlässt. Denn die Leute spüren: die restlichen 99% sind auch ziemlich interessant – ein Ziel wird über- oder unterschritten, die Ausgangslagen verändern sich, es tauchen neue / bessere Optionen auf – sie finden sich aber nicht im Jahreszielplan wieder.

Zielplan-Canvas fördert Kreativität und Genauigkeit 

In dieser Situation begegnete mir vor einigen Monaten die „Business Model Canvas“ – ein ziemlich einfaches, aber nicht minder geniales Tool, um Geschäftskonzepte zu beschreiben. Kurz zusammengefasst geht es darum, auf einer Canvas („Leinwand“) alle für die Realisierung des Geschäftskonzeptes relevanten Aspekte auf einer Seite  zusammenfassen: Wertangebote, Kundenbeziehungen, Kanäle, Schlüsselressourcen, Schlüsselaktivitäten, Kostenstruktur und mehr. Ich habe im Blog hierüber schon mal was gepostet: H I E R klicken!

Die Business Model Canvas ist das dynamische, kreative „Gegenmodell“ zum klassischen Businessplan – der meist schon überholt und nicht mehr aktuell  ist, wenn er aus dem Drucker kommt……

Die Idee der Canvas habe ich in Vorbereitung unserer Klausurtagung verknüpft mit den Fragen, die wir üblicherweise in unserer Jahreszielplanung bearbeiten – herausgekommen ist die „Zielplan-Canvas“.

Auf unserer „Leinwand“ zeichnen wir – ausgehend von einem konkreten, wichtigen Vorhaben, Projekt oder Ziel – ein Bild davon, welche Aspekte wir bearbeiten wollen und müssen: Finanzen (Einnahmen & Kosten); interne & externe Partner; Nutzen; Auswirkungen auf Umwelt / Nachhaltigkeit; Team & Mitarbeiter; Öffentlichkeitsarbeit / guter Ruf. Durch alle zehn Felder werden die KollegInnen mit konkreten Orientierungsfragen geleitet….. Diese Fragen können, müssen aber nicht alle beantwortet werden.

Die Struktur der Canvas fördert – so sagen es die Kolleginnen und Kollegen des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. – die Kreativität bei der Beschreibung des gewünschten Ergebnisses, es „zwingt“ zu Genauigkeit ohne einengend zu sein. Und es bleibt offen und dynamisch. Die Canvas kann jederzeit weiter bearbeitet, verändert, geteilt oder verworfen werden – die Canvas ist die Antwort auf „statische Beschreibungen“. Die Canvas hilft ein Bild der zu gestaltenden Wirklichkeit zu „zeichnen“. Die Canvas lädt dazu ein, weiter an ihr zu arbeiten.

Wenn Ihr mehr über die Canvas erfahren wollt, könnt Ihr gern eine Nachricht an mich schreiben. Sehr gern mache ich Euch ein Angebot, wie dieses Konzept auch in Eurem Projekt bzw. in Eurer Organisation zu Einsatz kommen kann.

 

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Seit November 2013 schreibe ich (fast jede Woche)  an meinem “Geschäftsführer-Tagebuch”. Warum ich das tue, könnt Ihr lesen, wenn Ihr H I E R klickt. Ich freue mich, wenn Ihr die Beiträge interessant findet und Ihr sie über Eure Kanäle (Facebook, Twitter und Co.) teilt und verbreitet!

 

 

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