Soziale Innovation durch Ressourcenorientierung

John

Foto: DPW

Die Vorsitzende des Berliner Landesverbandes des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes (DPW) hat als Vorwort der aktuellen Ausgabe des Mitgliederrundbriefes einen bemerkenswerten Beitrag zum Thema „soziale Innovation“ geschrieben, in dem sie sich auch auf Begrifflichkeiten wie „social entrepreneurship“ und  „soziales Unternehmertum“  bezieht und diese auf eine sehr anschauliche und (aus meiner Sicht) sehr plausible Art entmystifiziert und nachweist, welche kreative Kraft mitunter auch aus den „klassischen“ Organisationen des Sozialsektors entspringt . OT  Barbara John: „Ob unseren Mitgliedern wohl immer bewusst ist, wie sozial innovativ ihre Projekte sind? Wahrscheinlich nicht. Vermutlich würden sich auch die wenigsten von ihnen als Sozialunternehmer, also Social Entrepreneurs bezeichnen. Dieser Begriff hatte in den letzten Jahren Konjunktur und schien das erstrebenswerte Vorbild zu sein. Soziale Innovation, so klang es in der Diskussion immer wieder an, funktioniert nur mit einem großen »Macher«, der charismatischen Gründerpersönlichkeit. Ohne Zweifel braucht es im Einsatz gegen soziale Probleme eine treibende Kraft – eine Person oder eine Gruppe, die engagiert ist, neue Ideen umsetzt, Freiwillige motiviert und Gelder beschafft. Doch in der Debatte um Social Startups und soziale Innovation werden oft die kreativen Ansätze innerhalb bestehender Organisationen übersehen.“

Ressourcenorientierung als Ausgangspunkt für soziale Innovation

Barbara John veranschaulicht kurz und knackig, wie Ressourcenorientierung in der Sozialen Arbeit zum Ausgangspunkt von Innovation – auch – in etablierten gemeinnützigen Einrichtungen werden kann: „Viele Projekte sind innovativ, weil sie die Fähigkeiten von Menschen nutzen, die sonst von der Gesellschaft an den Rand gedrängt oder übersehen werden. So bekommen beispielsweise ältere, demente oder auch behinderte Menschen die Möglichkeit, Theater zu spielen und im Rampenlicht zu stehen. Obdachlose werden zu Stadtführern und zeigen Interessierten die Straßen von Berlin – aus ihrer Sicht. Sozial benachteiligte Jugendliche erhalten im Alltag Hilfestellung durch Mentorinnen und Mentoren, die sie beispielsweise bei der Ausbildungssuche unterstützen. Blinde und sehbehinderte Menschen können ihren besonderen Tastsinn bei der Gesundheitsvorsorge zum Einsatz bringen. All diese Beispiele zeigen, wie wichtig es ist, an die Fähigkeiten von Menschen zu glauben, die auf den ersten Blick nicht den Ansprüchen unserer Hochleistungsgesellschaft genügen. Wenn man diesen Menschen eine Chance gibt, ihre bisweilen verborgenen Fähigkeiten erkennt und sie stärkt, können sie aktiv zur sozialen Veränderung beitragen. Dieser Wandel hin zu einer sozialeren Gesellschaft, die wir gemeinsam gestalten, darin liegt die eigentliche soziale Innovation.“

Den ganzen Artikel könnt Ihr auf jugendhilfe-bewegt-berlin.de lesen.

Ein Gedanke zu “Soziale Innovation durch Ressourcenorientierung

  1. Hat dies auf Förderband Nachhaltigkeit rebloggt und kommentierte:
    So oft wenn ich mit Vertretern „klassischer“ sozialer Organisationen rede, ärger ich mich am Ende, dass ich mich irgendwie für diesen Trend soziale Innovationen rechtfertigen und das Besondere an ihm hervor heben soll. Darum geht es aber gar nicht. Auch in der Diakonie, Awo usw. sitzen engagierte Leute, die immer wieder kreative Ideen haben, umsetzen und Lokal gewaltige soziale Innovationen hervor bringen können. Es braucht nicht immer den charismatischen Social Entrepreneur mit dem Riesen-Ego. Manchmal reicht auch einfach eine gute Idee, die sich in einem sozial orientierten Umfeld mit guter Vernetzung und Infrastruktur entfalten kann. Einen guten Blog-Post zu diesem Thema gabs kürzlich erst bei Thomas Mampel 🙂

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