Was tut das Stadtteilzentrum Steglitz für Integration und Toleranz?

– Eine kurze Bestandsaufnahme –

fb_3Seit 1995 ist der gemeinnützige Verein Stadtteilzentrum Steglitz e.V. im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf aktiv. Gegründet unter dem Namen „Nachbarschaftsverein Lankwitz“ entwickelte sich der Verein von einer kleinen ehrenamtlichen Selbsthilfe- und Nachbarschaftsinitiative beständig weiter zu einem leistungsstarken Träger der sozialraum- und gemeinwesenorientierten Kinder-, Jugend- und Familienarbeit mit rund 170 festangestellten und rund 50 freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Viele ehrenamtlich Tätige unterstützen die Arbeit der Projekte und Einrichtungen – Kindertagesstätten, Schulkooperationen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Nachbarschafts- und Seniorenzentren – auf vielfältige Weise.

Seit viele Jahren engagiert sich der Verein auch für die Integration von Menschen mit Migrationhintergrund vor allem in den beiden sozialen Brennpunkten des Bezirks („Thermometer-Siedlung“ und „Belß-/Lüdeckesiedlung“): Das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. ist Initiator und Moderator der „Stadtteilkonferenz Lankwitz-Ost“, des Runden Tisches im Gutshaus Lichterfelde und des „Runden Tisches Lichterfelde-Süd“, Mitarbeitende des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. arbeiten aktiv mit im Präventionsbeirat des Bezirks und engagieren sich in weiteren Gremien.

Selbstverständlich engagiert sich der Verein auch überall dort, wo es gilt rechtsextreme Aktivitäten im Bezirk zu verhindern und zu bekämpfen. Der Verein engagierte sich u.a. gegen NPD-Pläne, einen Parteitag in einer bezirklichen Seniorenfreizeitstätte durchzuführen, engagierte sich gegen ein Treffen der rechten Organisation „Pro Deutschland“ im Rathaus Zehlendorf und intervenierte jüngst erfolgreich gegen eine Versammlung der AfD gegen eine Flüchtlingsunterkunft im Bezirk.

Seit ca. einem Jahr verzeichnet auch der Bezirk Steglitz-Zehlendorf einen verstärkten Zuzug von Flüchtlingen. Selbstverständlich engagierte sich das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. von Anfang auch für diese neuen Nachbarn: Der Verein organisierte Sachspenden (Kleidung, Spielzeug, Möbel u.a.) für die Bewohner und Bewohnerinnen der ersten beiden Flüchtlingsunterkünfte im Bezirk und war bei der Gründungveranstaltung des „Willkommensbündnis Steglitz-Zehlendorf“ im Mai 2014 dabei.

Im Zuge der Entscheidung des Berliner Senats, sechs Containerdörfer für Flüchtlinge in Berlin einzurichten, bekam das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. den Auftrag an einem der beiden Standorte in Steglitz-Zehlendorf (Ostpreußendamm 108 in Lichterfelde-Süd) den Aufbau und die Entwicklung von Willkommensprojekten und einer Willkommenskultur zu unterstützen.

Die Eröffnung des Containerdorfes Ostpreußendamm ist für Ende März / Anfang April geplant. Im Vorfeld hat das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. bereits im Dezember zwei Anwohner-Informationsveranstaltungen durchgeführt, an denen neben Vertretern des Bezirksamtes, der Bezirks- und Landespolitik und des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) auch Mitglieder des „Beirats für Zusammenhalt“ teilnahmen (Herr Diepgen, Frau Stahmer, Herr Wieland).

Ebenfalls im Dezember wurde auf Initiative des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. eine Arbeits- / Projektgruppe ins Leben gerufen, in der sich Mitarbeitende der umliegenden Kinder-, Jugend- und Nachbarschaftseinrichtungen verschiedener Träger über gemeinsame Projekte für die BewohnerInnen der zukünftigen Flüchtlingsunterkunft austauschen, gemeinsame integrative Angebote und Projekte konzeptionieren und im ersten Schritt eine gemeinsame Fortbildungseinheit für all ihre Beschäftigten entwickelt haben, in der es um die Erweiterung der interkulturellen Kompetenz in der Flüchtlingsarbeit geht. Hier sollen insbesondere auch die ehrenamtlich tätigen Mitarbeitenden angesprochen und zur Teilnahme eingeladen werden.

Für eine „Ferienschule“ für Kinder aus Flüchtlingsfamilien im Sommer 2015 sind bereits Konzepte eingereicht und Mittel bei der zuständigen Senatsverwaltung beantragt.

Vor allem Ehrenamtliche des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. waren es auch, die sich seit Weihnachten 2014 (und seither täglich) für 250 Flüchtlinge engagieren, die in einer bezirklichen Sporthalle in Lichterfelde notuntergebracht wurden: Die Menschen kommen aus Afghanistan, Tschetschenien, Syrien, Irak, Bosnien/Westbalkan und anderen Ländern. Das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. hat bei Bekanntwerden am 1. Weihnachtsfeiertag sofort zu Sachspenden aufgerufen – und es kamen viele Menschen, insbesondere viele Familien, und haben Kleidung, Decken und Spielzeug im Kinder-, Jugend- und Nachbarschaftszentrum „KiJuNa“ des Vereins abgegeben.

Mit Ehrenamtlichen zusammen wurden diese Sachen noch am gleichen Tag direkt in der Halle an Flüchtlinge verteilt … Die Menschen waren sehr dankbar, denn sie besaßen nichts weiter, als das „Handgepäck“, das sie auf ihrer Flucht dabei hatten.

Unter dem Motto „#steglitzhilft“ wurde in der Folge v.a. über die sozialen Netzwerke (Facebook, twitter, Google +) eine Hilfs- und Spendenkampagne ins Leben gerufen, die dazu führte, dass über Weihnachten und den Jahreswechsel jeden Tag Spenden an Flüchtlinge (Winterkleidung, Spielzeug für die Kinder, Hygieneartikel aller Art) ausgegeben werden konnten.

Rund 25 Ehrenamtliche kümmern sich zudem aktuell darum Aktivitäten für die Flüchtlinge in und außerhalb der Sporthalle anzubieten, sie in unsere Einrichtungen im Kiez zu begleiten, Begleitungen zu Behörden und bei Erledigungen aller Art anzubieten, als Dolmetscher zu fungieren oder Deutsch zu unterrichten.

Konkretes Engagement – für Menschen im Stadtteil. Egal woher sie kommen. Unser Beitrag zu Integration und Toleranz im Bezirk. Fortsetzung garantiert!

 Thomas Mampel
Geschäftsführer

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Dieser Beitrag von mir erschien am 26.01.2015 auf der Seite www.stadtteilzentrum-steglitz.de

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