Quarter-Review: Blick zurück nach vorn……

© Coloures-pic - Fotolia.com

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Schwuppdiwupp ist das erste Quartal des Jahres schon wieder vorbei. Hatte ich nicht gerade erst Weihnachten und Silvester gefeiert? Habe ich nicht noch bis vor kurzem, allen ein „schönes neues Jahr“ gewünscht? War das Jahr nicht eben noch frisch und unverbraucht und voller neuer Pläne und Ziele?

Es geht rasant voran. Das erste Quartal 2015 ist Geschichte – Zeit für ein „Quarter-Review“. Alles nochmal Revue passieren lassen, Jobs und Aufgaben (aus-) sortieren, Kompass neu ausrichten. Strategien und Pläne überdenken und neu formulieren bzw. schärfen. Fokussierung ist angesagt. Ostern ist ein guter Zeitpunkt für einen „Neuanfang“, für meine persönlich „Auferstehung“.  Denn: Das erste Quartal hat mir ganz schön viel abverlangt und mich zeitweise an meine Grenzen geführt. Sichtbares Zeichen für die LeserInnen dieses Blogs: Es gab relativ wenig Beiträge – mir fehlte schlichtweg die Zeit und die Energie…….

Was waren die Themen der ersten 3 Monate – und wie gehts weiter?

„Unser infrastrukturelles Herz“

In unserer neuen Geschäftsstelle in Lichterfelde-Ost sind wir gut angekommen. Ende des Jahres hier eingezogen, hatten wir die Hoffnung, dass sich unser „Headquarter“ schnell zum „infrastruktuerellen Herz“ des Stadtteilzentrum Steglitz entwickeln würde. Unsere Hoffnung wurde erfüllt: Die internen  Abläufe sind spürbar effizienter und effektiver geworden, Kolleginnen und Kollegen aus den Aussenstellen nutzen die Möglichkeiten, die die neuen Räume bieten, intensiv: Zusammenarbeit und interne Kommunikation haben einen gewaltigen Schub erfahren. Das stimmt mich sehr hoffnungsvoll für die weitere Entwicklung unseres kleinen, sympathischen Vereins.

Flüchtlinge: Willkommen im KiezIMG_3301

Die Flüchtlinge in Lichterfelde Süd sind immer noch da. (Ich hatte an dieser Stelle darüber berichtet: KLICKEN ) Seit Weihnachten leben über 200 Menschen in einer Sporthalle unter z.T. menschenunwürdigen Bedingungen. Ursprünglich nur als Provisorium für einige Woche gedacht, müssen wir jetzt davon ausgehen, dass die Sporthalle noch bis Ende Mai als Notunterkunft genutzt wird (offiziell wird allerdings noch gesagt, dass die Halle am 12.4. schliessen wird…. – aber daran glaubt keiner der Beteiligten wirklich). Das Containerdorf, das gute Bedingungen für rund 350 Flüchtlinge schaffen soll, sollte bereits im Frühjahr bezugsfertig sein. Mittlerweile wird der 1. August als Eröffnungstermin gehandelt. Ich setze da mal ein großes Fragezeichen hinter das Datum…..

Die Einrichtungen des Stadtteilzentrums reagieren auf die unhaltbare Situation in der Notunterkunft mit vielfältigen Angeboten für Flüchtlinge – die rege und dankbar angenommen werden: Im KiJuNa und im Kieztreff treffen täglich zahlreiche Flüchtlinge auf „Stammbesucher“ um dort gemeinsam den Tag zu verbringen. Es wird gespielt, gechillt, gekocht, gemeinsam gegessen und gemeinsam gelacht. Es läuft gut in der Flüchtlingsarbeit. Auch weil unsere tollen hauptamtlichen MitarbeiterInnen durch zahlreiche ehrenamtliche, bzw. freiwillige Helferinnen und Helfer unterstützt werden. Die Flüchtlinge sind willkommen im Kiez. Und das spüren sie täglich. Und das ist grandios.

IMG_3469Deutschland – wir kommen!

Mit einem Social-Franchise-Projekt wollen wir in diesem Jahr den Schritt über die Stadtgrenzen wagen und den deutsch-sprachigen Raum erobern. Zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen von jung und jetzt e.V. gründen wir die „jugendnotmail Deutschland gGmbH“. Die Jugendnotmail ist ein Onlineberatungsangebot für Kinder und Jugendliche in Not- und Krisensituationen. Mehr Infos findet Ihr H I E R . Der Gründungs- und Planungsprozess dieses Projekts  gestaltet sich als arbeitsintensiv – aber durchweg positiv. Auch weil wir uns in diesem Prozess in Person von Oliver Schmidt externen Sachverstand  dazu geholt haben. (Wir Ihr weiter unten lesen könnt, haben wir aus der .garage heraus eine Unternehmensberatung für Sozialunternehmen gegründet – die .andersberater. Oliver Schmidt gehört neben Sven Dönni und mir  zu den .andersberatern – und das ist gut für uns, aber vor allem gut für alle Sozialunternehmen und Non-Profit-Organisationen, die wir beraten und begleiten.)
Ich freue mich riesig, mit der Jugendnotmail gGmbH ein sinnvolles und innovatives Franchiseprojekt mitgestalten zu können – und ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit neuen Partnern in ganz Deutschland (Jugendhilfeträger und Beratungsstellen, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind, können mir gerne schon jetzt eine Mail schicken ;-))

IMG_3234.garage in einem schwierigen Umsteuerungsprozess

Der .garage berlin geht es im Moment nicht so gut. Die meisten Leser dieses Blogs wissen, dass ich nicht nur Geschäftsführer des Stadtteilzentrum Steglitz bin, sondern auch geschäftsführender Gesellschafter der .garage berlin GmbH. Seit 2006 begleitet die .garage Menschen, die sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbständig machen wollen. Mit gutem Erfolg – bis 2014. Dann änderte sich die Schwerpunktsetzung und die Förderpolitik der Agentur für Arbeit und  der Berliner Jobcenter. Gründung aus Arbeitslosigkeit war aus Sicht der Jobcenter – auch angesichts einer sich spürbar verbesserten Arbeitsmarktsituation – ein Auslaufmodell, dem man keine besondere Aufmerksamkeit (und Förderung) mehr widmen musste. Jetzt rächte sich, dass wir uns in der Vergangenheit nicht um die Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells gekümmert haben, dass wir Produktentwicklung und Vertrieb vernachlässigt haben. Im Sommer des letzten Jahres habe ich die „Reissleine“ gezogen und längst überfällige Personal- und Sachentscheidungen getroffen. Es gibt keine „heiligen Kühe“ mehr, alte Produkte wurden zurückgefahren, neue entwickelt und an den Markt gebracht. Wir erweitern unser Geschäftsfeld, in dem wir nicht mehr „nur“ auf Selbständigkeit orientieren, sondern auch andere, innovative Projekte bauen, die auf eine berufliche Perspektive auf dem 1. Arbeitsmarkt orientieren. Dieser Umsteuerungsprozess braucht Zeit….. viel Zeit. Und er verläuft natürlich nicht konfliktfrei. Langjährige (freie) MitarbeiterInnen verlassen die .garage, weil der „Rubel“ nicht mehr so rollt wie in den vergangenen Jahren, andere packen kräftig an – getreu dem Motto „Jetzt erst recht“. Oder wie eine Dozentin es treffend ausdrückte: „Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen.“  Mit denen, die anpacken, macht die Arbeit dafür aber doppelt soviel Spass. Es ist eine neue Dynamik spürbar, die irgendwann einmal die Grundlage, den „Spirit“ der neuen .garage ausmachen wird.

Sehr interessant sind auch die neuen Projekte und Unternehmen, die wir in Kooperation und im Verbund von .garage und Stadteilzentrum gründen: die „.andersberater“ und das „.lernhaus“ (wobei Lernhaus aktuell noch ein Arbeitstitel ist…. wie die Firma tatsächlich mal heissen wird, wissen wir noch nicht genau…. Vorschläge von Euch sind willkommen :-))

Die .andersberater sind eine Unternehmensberatungsagentur für Sozialunternehmen und gemeinnützige Organisationen. Wir haben erste Workshops und Seminare angeboten und beraten schon mehrere soziale Organisationen. Mit unserem Angebot erreichen wir sowohl die klassischen Wohlfahrtsorganisationen als auch die neuen, jungen Sozialunternehmen, die „social entrepreneurs“. Die Verbindung von Unternehmertum und Sozialer Arbeit ist für mich eine Herzensangelegenheit – mit den  .andersberatern (die wir als gemeinnützige UG /GmbH führen wollen) leisten wir einen modernen, zeitgemäßen und innovativen Beitrag hierzu.
Mehr Infos findet Ihr auf unserer Website www.andersberater.de.

Das „.lernhaus“ wird ein Weiterbildungsinstitut speziell für Führungs- und Leitungskräfte aus dem sozialwirtschaftlichen Bereich (und solche, die es werden wollen). Hier stehen wir noch am Anfang – aber ich kann jetzt schon versprechen, dass das Angebot hochgradig spannend und interessant wird.

Genug Arbeit für den Rest des Jahres

Ihr seht: die Arbeit wird mir in diesem Jahr nicht ausgehen – und ich werde in diesem Blog über den Verlauf und die Entwicklung der verschiedenen Projekte und Vorhaben berichten. Ich hoffe, ich finde fortan auch wieder Zeit und Muße mein Geschäftsführertagebuch regelmäßiger zu führen.

Ich wünsche Euch und Euren Leuten schöne und erholsame Osterfeiertage!

7 Gedanken zu “Quarter-Review: Blick zurück nach vorn……

  1. Lieber Thomas, das klingt wirklich spannend… Vor allem das .lernhaus begeistert mich von der Idee… Wenn du – wie auch immer geartete – Unterstützung benötigst (mir fallen spontan Fragen zum deutschen Qualifikationsrahmen, zur modularisierung oder zur Lernergebnisorietierung ein), dann meld dich gerne… Vielleicht ergibt sich ja was… 👍 jetzt aber schöne Ostern…

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