Druck

© Antonio Gravante - Fotolia.com

© Antonio Gravante – Fotolia.com

Ich weiss nicht, wie es anderen geht. Ich funktioniere am besten unter Druck. Am Donnerstag ist Abgabeschluss für einen Antrag? Ich schreibe ihn am Mittwoch abend. Die Steuererklärung muss am 31. beim Finanzamt sein? Ich fange am 28. (frühestens) an, meine Sachen zusammen zu suchen. Ein Partner wartet auf einen Vertragsentwurf, den ich für Donnerstag abend zugesagt habe? Ich entwerfe ihn  Donnerstag mittag. Manchmal denke ich, dass es / ich  vielleicht viel entspannter wäre, wenn ich diese Sachen früher –  ohne Zeitdruck – machen würde. Aber so funktioniere ich nicht. Ich brauche den Druck. Und meistens schaffe ich es auch, die Jobs zum vereinbarten oder zugesagten Zeitpunkt zu liefern. Meistens. Und heute war wieder so ein Tag: Ich habe in vier Stunden ganz schön gute Ergebnisse produziert – die Aufgaben dazu standen allerdings schon seit mehreren Wochen auf meiner Liste. Und richtig: Abgabeschluss war heute.

Ich brauche (Termin-) Druck um die für die Erledigung der Aufgabe erforderliche Energie zu mobilisieren. Ich brauche  den „Kick“, der sich einstellt, wenn ich die Aufgabe auf den letzten Drücker doch noch geschafft habe. Ich schaffe mir selbst Erfolgserlebnisse, in dem ich die Bedingungen für die erfolgreiche Erledigung eines Projekts bzw. eines Jobs selbst – sehenden Auges – verschärfe. Ich bin großartig. Denn ich habe irgendwie einen  Weg gefunden, mit termingebundenen Aufgaben umzugehen, der zu mir passt und der meinen persönlichen Neigungen, Stärken und Schwächen entspricht.

Es hat lange gedauert, diese Eigenheit nicht als „Defizit“ („Mampel liefert immer alles auf den letzten Drücker“), sondern als Stärke („Mampel weiss, wann er was tun muss und wie lange er dafür braucht“) zu betrachten.

Aber: Das ist niemals nie eine Regel, ein Prinzip, das ich anderen empfehlen möchte…. Aber …….. Wie macht Ihr das eigentlich? Was macht Druck mit Euch? Beflügelt er? Erdrückt er Euch? Gibt es möglicherweise sogar eine „Erfolgsstrategie“ im Umgang mit Druck?

Ich freu mich auf Eure Kommentare und Rückmeldungen.

4 Gedanken zu “Druck

  1. Jede Aufgabe braucht so viel Zeit, wie ihr zur Verfügung steht. Aber: unter Zeitdruck wird auch Wichtiges vergessen. Besonders schlecht, wenn es um Kalkulationen geht. Das Produktmanagement kommt auf den letzten Drücker: “wir brauchen bis morgen, wieviel Zeit ihr für den neuen Prozess benötigt…”. Also gebe ich Zahlen ab. Hinterher stellt man dann fest, dass an diesen oder jenen Prozessschritt nicht gedacht wurde. Die Kalkulation steht aber schon, auf Basis der zu kurzen Zahlen.

    Je kürzer die Zeit, um so vorsichtiger muss man sein.

    Liken

  2. Unter Druck zu arbeiten, kann manchmal sehr inspirierend sein. Man lernt sich und seine Arbeitsweise besser kennen.

    Ich persönlich bevorzuge eher den entspannten Weg. Als Angestellte sollte man immer flexibel bleiben und -muss- damit rechnen, dass dem lieben Chef noch etwas “ganz wichtiges“ kurz vor Feierabend einfällt.

    Für Sie, Herr Mampel, mag solch ein Zeitmanagement möglich sein. Aber ist es dies auch für Ihre Angestellten ?

    Als Angestellte in einem Büro bin ich sehr oft mit genau diesem Problem konfrontiert – ich muss dringend ein Angebot erstellen wofür ich aber Angaben /Zahlen des Vorgesetzten benötige. Dieser lässt sich aber bis auf den letzten Drücker Zeit.
    Das alles wäre kein Problem, wenn nicht täglich Berge an Arbeit auf mich warten würden.

    Beste Grüße

    Gefällt 1 Person

  3. Aus Erfahrung:
    Schön, wenn man die Freiheit hat, seine Arbeitsabläufe so frei zu gestalten.
    Manchmal würde ich auch gerne den (positiven) Druck einer nahen, aber noch nicht kritischen Deadline nutzen.

    Aber: Aus der Arbeit in Firmen/Konzernen habe ich lernen müssen, daß bei dem Ansatz immer irgendwelche Sonderwünsche (meist von Chefs, die ihrerseits auf die Deadline warten, ehe sie zu delegieren beginnen) auf mich einprasseln, die diesen mutigen Plan zerstören.

    Damit habe ich zwar die neuen Brände gelöscht; das eigentlich absehbare Thema aber fällt mir rauchend vor die Füße.

    Also: Lieber großzügig planen, auch mal nach Feierabend (wenn Ruhe und Konzentration da sind) etwas weiter dran arbeiten, und dann rechtzeitig fertigstellen, damit auch die bekannten Unbekannten nichts mehr am Ergebnis ändern können.

    Gefällt 1 Person

schreib einen Kommentar.....

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.