Aller Anfang ist leicht.

5565136539_6661d64e54_zDie erste Arbeitswoche des Jahres liegt hinter mir. Eine intensive, schnelle Woche. Ich profitiere davon, dass ich „zwischen den Jahren“ ein bisschen auftanken und durchatmen konnte. Das macht den Anfang leicht(er).

Denn: die erste Arbeitswoche hatte es in sich:

Montag: Kiez-AG für die Flüchtlingsunterkunft Ostpreußendamm und Planungsrunde für das neue Projekt „Jugendwohnen Kladow„;

Dienstag: Bau- und Antragsplanung mit Architekten und unserer Bereichsleitung für unseren geplanten Kita-Neubau in Marienfelde, dann Übergabe der Jugendwohneinrichtung in Kladow an das Stadtteilzentrum Steglitz durch den Verwalter, abends mit unserer Band „Telte“ unplugged in der Notunterkunft Kiriat-Bialik, die wir seit November betreiben.

Mittwoch und Donnerstag: Mampel in Frankfurt/M.;  unser Jugendwohnprojekt  in Kladow nimmt – nach nur einer Woche Vorbereitungszeit – seinen Betrieb auf, die ersten unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten ziehen ein….

Freitag: Büro, Büro….. Papierberge und diverse Vorgänge abarbeiten – dann in die garage…… Unser neues Projekt, die Ausbildung zum „Flüchtlingshelfer/in“ scheint einzuschlagen. Viele Anfragen, großes Interesse, viele Anmeldungen – ein schönes Luxusproblem.

Samstag: Besuch im Jugendwohnprojekt Kladow.

Und nächste Woche gehts dann richtig rund – das war jetzt nur die Start-Woche zum „aufwärmen“.

Ich mag diese Energie, wenn etwas neues beginnt und meine Kolleginnen und Kollegen motiviert und voller Elan an den unterschiedlichen Projekten und Jobs arbeiten. Am Anfang – wenn vieles von vielen organisiert und improvisiert werden muss, wenn es noch keine „Routine“ gibt, wenn sich „Aufbruchstimmung“ breit macht – spüre ich ganz deutlich mein „Unternehmer-Herz“. Dann habe ich Lust zu arbeiten, will viel leisten, viel schaffen, wirksam und erfolgreich sein. Dann ist Arbeit leicht. Das muss Hermann Hesse auch so empfunden haben, als er schrieb: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Ich bin nur nicht sicher, ob Hesse auch so ein geniales Team um sich herum hatte. Ohne dieses Team von Projekt- und Bereichsleitungen, ohne unser professionelles Verwaltungsteam, ohne die 180 Fachkräfte in unseren 20 Einrichtungen, wäre es überhaupt nicht möglich erfolgreich zu sein. Ich bin dankbar, dass ich so arbeiten darf.

Mein  arbeitsmäßiges „Wow“ der Woche war (neben der Inbetriebnahme der Einrichtung in Kladow) die Information, dass der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, am 19. Januar unser Kinder-, Jugend- und Nachbarschaftszentrum „KiJuNa“ in Lichterfelde-Süd besuchen wird, um sich dort über unser Engagement in der Flüchtlingsarbeit und die Organisation des bürgerschaftlichen / ehrenamtlichen Engagements für Flüchtlinge zu informieren. (Vom KiJuNa aus organisieren  wir vielfältige Unterstützungsangebote und zahlreiche Aktivitäten für Menschen, die in Steglitz Zuflucht gefunden haben – siehe auch unsere Seite steglitzhilft.de.) Einen Artikel zu dem geplanten Besuch findet Ihr H I E R.

Mein „Non-Wow“ der Woche waren einige  Kommentare zu verschiedenen Blogartikeln auf dieser Seite, die sich mit dem Thema „Geflüchtete“ befasst haben. Ich habe diese Kommentare  gelöscht, denn sie waren zum Teil menschenverachtend und niederträchtig. Mich als „naiv“ und „dumm“ bezeichnen zu lassen, kann ich aushalten. Schlimmer fand ich z.B. den Nazi, der hier folgendes hinterliess:

„Hiermit bewerbe ich mich um eine der Führungs-Stellen im Wach- und Suchdienst einer der größeren Flüchtlingsunterkünfte . Mein Profil = Ich bin ausgebildet an halb- und vollautomatischen Waffen bis Kaliber 30 , besitze Nachweise für die Befähigung im Spreng- und Minenkampf und den Binnenschifferschein für Boote bis 32 Fuß. Ich verfüge über Erfahrung in der Ausbildung und Leitung von Wachmannschaften , die auch search and rescue-Einsätze umfasst. Diese Erfahrungen konnte ich in jahrelangen erfolgreichen Einsätzen in Aufklärungs- und Jäger-Einheiten erproben. Die Erfolgsquote bei der Jagd nach Wehrdienstverweigereren und Arrestanten beträgt 100 %. Angesichts 300.000 unregistrierter Okkupanten und zahlreicher unorganisierter Sammelunterkünfte sehe ich mich in der Pflicht, das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes zu verteidigen und biete meine Erfahrungen an.“ 

Zum Glück haben wir IP-Adresse  und andere Daten, die eine Identifizierung möglich machen. Ich bin noch unsicher, ob die Sache weiterverfolgt werden sollte…… Was meint Ihr?

Ich wünsche Euch ein angenehmes und erfolgreiches Wochenende. Ich habe mir übrigens vorgenommen, Sonntags nicht mehr zu arbeiten, sondern ein bisschen mehr Zeit für mich und meine Leute zu reservieren (ein bisschen Wochenvorbereitung am Abend mal ausgenommen……)

Wie haltet Ihr es eigentlich mit dem Wochenende? Macht Ihr vollkommen frei? Nutzt Ihr den Tag für Vor- und Nachbereitungen? Oder arbeitet Ihr Samstags / Sonntags genauso wie an den anderen fünf Tagen?

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Seit November 2013 schreibe ich (mehr oder meist weniger regelmäßig)  an meinem “Geschäftsführer-Tagebuch”. Warum ich das tue, könnt Ihr lesen, wenn Ihr H I E R klickt. Ich freue mich, wenn Ihr die Beiträge interessant findet und Ihr sie über Eure Kanäle (Facebook, Twitter und Co.) teilt und verbreitet!

Ein Gedanke zu “Aller Anfang ist leicht.

  1. Gute Frage! Und dann die Überlegung: was ist Arbeit? Je mehr Infoflut, mobiles Arbeiten & gesellschaftliche Herausforderungen, umso mehr tendiere ich zur ersten Antwort. Gerade in der sozialen Arbeit! Es braucht Auszeiten. Wie die Zeiten zwischen den Jahren. Auszeiten machen schwungvoller.

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