#Geschäftsführertagebuch: „Einblicke“

12573780_1724657137750563_7658339517381344766_nDie zurückliegende Woche war eine Woche der Einblicke. Einblicke in Gedankenwelten und Überlegungen, die mir aus verschiedenen Gründen bislang verwehrt und teilweise fremd waren. Zwei Ereignisse stechen dabei heraus: Ein Treffen des Vorstandes des Verbandes für sozial-kulturelle Arbeit mit dem Berliner Gesundheits- und Sozialsenator Mario Czaja am Montag und meine Teilnahme an einer Klausurtagung der CDU Steglitz-Zehlendorf  zur Flüchtlingssituation am Freitag und Samstag.

 
Das Treffen mit Senator Czaja hatte zwei Schwerpunkte, die die Aktivitäten der Berliner Stadtteilzentren im Bereich der Senioren- und der Flüchtlingsarbeit betreffen. Es gab Ergebnisse. Nichts spektakuläres – aber für uns relevant und deshalb gut. (Ich berichte ungern aus solchen nicht-öffentlichen Runden in meinem Blog – ihr merkt das wahrscheinlich an meinen schwammigen Formulierungen…… aber ich finde es nicht OK alles immer gleich rauszuposaunen, auch wenn die Dinge an sich erstmal noch reifen müssen….. Ihr versteht das, oder?)

Was mir gut gefallen hat: Mario Czaja war als Mensch erkennbar. Mal müde und angestrengt, dann engagiert und impulsiv. Verärgert. Humorvoll. Die volle Palette Mensch in anderthalb Stunden Gespräch. Das war zwei Tage bevor die Nachricht eines angeblichen Todesfalls am Lageso Berlin erschütterte und verunsicherte.

Die zweite Begegnung mit Mario Czaja in dieser Woche, dann bei der CDU Klausurtagung. Zwei Tage nachdem klar wurde, dass die Todesmeldung ein Fake war und viele (fast alle) auf diese Meldung, die sich rasant über die sozialen Netzwerke verbreitet hat,  reingefallen sind. Wieder die volle Palette Mensch. Und es war ihm anzumerken, dass er eine harte Woche hinter sich hatte. Und dass er sehr erleichtert darüber war, dass es keinen Todesfall vor seiner Behörde gab. Kein Wort der Häme, keine Spitzen in Richtung „Moabit hilft“ – eher das Gegenteil: Wir müssen aufpassen, dass dieser Einzelfall nicht das Ansehen dieser engagierten Menschen beschädigt. „Moabit hilft“ – und die vielen anderen Ehrenamtsinitiativen in der Stadt – leisten eine wertvolle und unverzichtbare Arbeit für das Wohl der Geflüchteten.

Warum schreibe ich das? Weil diese kleinen Einblicke mir nochmal deutlich gemacht haben, dass mein gewohntes und verinnerlichtes „Freund-Feind-Schema“ keinen Sinn und keine Berechtigung mehr hat. Vor ein paar Jahren hätte ich es mir schwerlich vorstellen können, auf einer CDU Tagung mit Funktionären über Flüchtlingspolitik zu reden. Aber es war gut. Nicht jede Position ist für mich plausibel- aber die Auseinandersetzung mit den aktuellen Problem lief hier nicht anders ab, als in anderen Parteien, die ich ein bisschen kenne. Mehrfach habe ich in Pausengesprächen gehört: „Es gibt viele Probleme – und die müssen wir gemeinsam lösen.“  Wir brauchen gute Ideen, gute Leute, gute Projekte – jenseits von Parteien-Geplänkel. Parteienstreit funktioniert womöglich auf der Bundesebene. Vielleicht auch auf der Landesebene. Auf der kommunalen Ebene, im Bezirk, geht es um die Gestaltung der realen Lebensbedingungen. Da sind die die Prioritäten nicht in erster Linie parteipolitisch gefärbt zu fokussieren. (Und ja ich weiss: Es gibt in jeder Partei auch immer Betonköpfe, die das alles anders sehen und grundsätzlich jede Frage ideologisch beantworten wollen.)

Diese Einblicke in eine mir fremde Welt haben meinen Blick erweitert. Kann ich als Methode sehr empfehlen: einfach mal über den Tellerrand gucken 😉

Wow der Woche

Mein Wow der Woche war die diesjährige Klausurtagung des Stadtteilzentrum Steglitz am Donnerstag, auf der wir uns mit der Frage auseinandergesetzt haben, wie das SZS wohl in 10 Jahren da stehen wird. Anna Schmidt wird morgen auf unserer Website einen Bericht dazu präsentieren.

Ein kleiner Auszug vorab gefällig?

„Thomas Mampel ist Gründer und Geschäftsführer des gar nicht mehr so kleinen Vereins. Er kennt seine ProjektleiterInnen seit vielen Jahren. In diesem Jahr sind drei neue Gesichter dabei. Er begrüßt alle und erklärt, was es mit dem Motto des Tages auf sich hat. Räumt ein, dass er etwas nervös ist, weil er nicht weiß, ob sich seine ProjektleiterInnen auf seine Idee einlassen, ob er alles gut durchdacht hat und wie das Ergebnis des Tages sein wird. Er erläutert den Tagesablauf und wird konkreter mit dem zweiten Tagesordnungspunkt. „Wie wird das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. im Jahr 2026 aussehen!“ Wo sieht sich jeder einzelne, wie hat sich seine berufliche Laufbahn, sein Projekt oder seine Einrichtung verändert – in 10 Jahren! Wir sind aufgefordert uns in die Zukunft zu versetzen. Uns unsere Wünsche bewusst zu machen, unsere Träume wahrzunehmen und Wunschvorstellungen zu konkretisieren. Wir haben eine Stunde Zeit unsere Gedanken dazu in irgendeiner Weise darzustellen – alles ist offen.“ ….  Stay tuned 😉

Non-Wow der Woche

Die Nachricht über den angeblichen Todesfall am lageso und die Art und Weise wie in der Presse und in den sozialen Medien damit umgegangen wurde hat mich nachhaltig verunsichert. Ich bin sehr froh, dass die Meldung als Fake entlarvt wurde. Aber es zeigt sich für alle (und damit meine ich ganz besonders auch mich selbst!!!), dass wir verantwortungsvoller mit Facebook und Co umgehen müssen. Es macht keinen Sinn jetzt auf angeblich „Schuldige“ einzuprügeln, die diese Nachricht ungeprüft geteilt und weiterverbreitet haben….. Wir alle müssen uns genauer ansehen, was wir teilen, was wir verbreiten, welche Wirkungen sich aus unseren Beiträgen ergeben können. Zu oft habe ich Beiträge und „News“ geteilt ohne mir Gedanken zu machen, ob diese Informationen eigentlich ordentlich recherchiert oder bestätigt sind. Das wird sich nun ändern. Bei mir. Und hoffentlich auch bei vielen anderen!

 

… so. Und nun schnell los zum „Roten Rathaus“, zum letzten offiziellen Termin der Woche. Beim „Markt der Möglichkeiten“ für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit halte ich einen kleinen Vortrag. Vielleicht sehen wir uns ja……

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Seit November 2013 schreibe ich (mehr oder meist weniger regelmäßig)  an meinem “Geschäftsführer-Tagebuch”. Warum ich das tue, könnt Ihr lesen, wenn Ihr H I E R klickt. Ich freue mich, wenn Ihr die Beiträge interessant findet und Ihr sie über Eure Kanäle (Facebook, Twitter und Co.) teilt und verbreitet!

 

 

2 Gedanken zu “#Geschäftsführertagebuch: „Einblicke“

  1. Hallo Thomas,

    als bisher stiller Leser sage ich an dieser Stelle danke für die differenzierten Gedanken zu Lageso und die Einblicke in deine Arbeit.

    Ich werde mich in nächsten Zeit aktiver zu Wort melden und hoffe, dass dir mein Feedback etwas geben kann.

    Kollegiale Grüße,
    Christian

    Gefällt 1 Person

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