Geflüchtete mitbestimmen lassen…… Aber wie?

5129625865_e40a2c919a_zPassend zu meinem letzten Beitrag im Geschäftsführertagebuch vom 13.3. bin ich über einen Antrag der Grünen für die kommende Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Steglitz-Zehlendorf gestolpert….. Es geht um Mitwirkung und Beteiligungsmodelle in Unterkünften für Geflüchtete.

 

Hier der Antragstext:

„Das Bezirksamt wird beauftragt zu überprüfen, ob und welche Gemeinschaftsunterkünfte dafür geeignet sind, Geflüchteten-Beiräte oder FürsprecherInnen in ihren Einrichtungen zu installieren. Unter Einbindung aller Beteiligten sollen die Beiräte absehbar initiiert werden.
 
Begründung:


Das Versorgungs- und Integrationskonzept des Senats für Asylbegehrende und Flüchtlinge sieht vor:  „Als mögliche Instrumente zur Stärkung partizipatorischer Ansätze in Flüchtlingsunterkünften kommen insbesondere Beiräte oder Flüchtlingsfürsprecherinnen und -sprecher in Betracht. Zur Erprobung eignen sich Modellvorhaben in geeigneten Einrichtungen.“
 Geflüchtete Menschen haben Bedarfe und Wünsche, die sie selbst am authentischsten vertreten können. Geflüchtete Menschen sollten in die strukturelle Lage versetzt werden, ihre Interessen selbst zu erörtern, zu artikulieren und zu vertreten. Mit diesem Vorhaben sollen RepräsentantInnen der Beiräte bzw. FürsprecherInnen eine Stimme gegeben und die Belange geflüchteter Menschen in entsprechenden Beratungsgremien des Bezirks vertreten werden.“

Vom Ansatz her ist mir das sehr sympathisch. Allerdings habe ich ein wenig Bauchschmerzen mit der Wahl von Beiräten und SprecherInnen. Meine Sorge ist, dass Angehörige ethnischer oder kultureller Minderheiten „untergebuttert“ werden könnten, weil sie keine Mehrheiten realisieren können. Gerade aber auch Minderheitenschutz scheint mir eine wichtige Aufgabe in Not- und Gemeinschaftsunterkünften zu sein.

Vor diesem Hintergrund haben wir vom Stadtteilzentrum Steglitz e.V uns für das Modell „regelmäßige Vollversammlung“ in unserer Notunterkunft entschieden (ein Modell, das aber auch seine Schwächen hat…..).
Mich interessiert sehr , welche Erfahrungen Ihr mit Partizipations- und Mitbestimmungsmodellen in Flüchtlingsunterkünften macht. Was läuft in Euren Einrichtungen (bzw. in den Einrichtungen, die ihr kennt) diesbezüglich gut, was eher schlecht?

Ich freu mich auf den Austausch!

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