Jetzt erst recht!

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Als Herausgeber der „StadtrandNachrichten“ war ich heute gefragt, ein Statement zum gestrigen Anschlag in Berlin abzugeben. Es ist mir nicht leicht gefallen.

 

„Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wahrscheinlich sind Sie genau so bestürzt und fassungslos über den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz wie ich und alle Menschen, die ich kenne. Ich finde keine Worte um meinen Schmerz auszudrücken. Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen und den Angehörigen und Freunden der Opfer.

Die Menschen, die solche Anschläge verüben, wollen Angst und Unsicherheit verbreiten. Sie wollen unsere Freiheit und unser Konzept von Vielfalt, Miteinander und Solidarität zerstören. Ihre Angriffe gelten unseren Werten, unserer Demokratie. Und bei vielen geht diese Saat auf: Können, dürfen wir jetzt noch Weihnachtsmärkte besuchen? Ist es zu gefährlich zu einer sportlichen Großveranstaltung ins Stadion zu gehen? Können wir uns vor einem weiteren Anschlag schützen?

Ich sage: Jetzt erst Recht! Natürlich besuchen wir Weihnachtsmärkte, natürlich gehen wir zu Hertha BSC ins Berliner Olympiastadion. Und ja: Wir dürfen dabei ein mulmiges Gefühl haben. Ja – wir müssen Risiken realistisch einschätzen und vielleicht auch ein bisschen vorsichtiger sein, als zu anderen Zeiten. Aber wir dürfen den Angstmachern und Hasspredigern niemals nachgeben. Das wollen sie erreichen, dass wir uns verstecken und uns ihnen unterordnen. So verstehe ich den Satz, der in den sozialen Netzwerken verbreitet wird: Berlin bleib stark!

Perverserweise schlagen die Rechtsextremisten von AFD und Co. in die gleiche Kerbe wie die Terroristen. Sie wollen Angst und Unsicherheit schüren. Natürlich haben sie die „Schuldigen“ schon wenige Minuten nach dem Anschlag ausgemacht: Merkel, die Flüchtlinge, die „Gutmenschen“. Diesen Demagogen müssen wir uns genau so entschlossen entgegenstellen! Keinen Fußbreit den Nazis. Berlin bleib stark!

Vielleicht ist jetzt eine besonders gute Zeit nach draussen zu gehen, sich dem Mitmenschen zuzuwenden und sich in einer Unterkunft für Geflüchtete zu engagieren. Menschen, die solidarisch miteinander verbunden sind, sich kennen  und gegenseitig respektieren sind immun gegen Angstmacher und Freiheitszerstörer. Wo das Miteinander gelingt hat Hass keine Chance.

„Freiheit heisst keine Angst zu haben. Vor nichts und niemanden.“

Der Beitrag erschien zuerst am 20.12.2016 hier: http://www.stadtrand-nachrichten.de/wordpress/jetzt-erst-recht/

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