#minus10

Ich war nie ein besonders sportlicher Mensch. Wenn in der Schule die Mannschaften gewählt wurden, blieb ich fast immer bis zum Schluss in der Mitte stehen, an den Geräten war ich sehr ungeschickt. Zu langsam rennen bei Wettkämpfen oder den Bundesjugendspielen konnte ich immer sehr gut. Das ist über 40 Jahre her. Jetzt bin ich fast 55 Jahre alt, wiege knapp 92 Kilo und habe einen Bauchumfang von 110 cm. Für meinen Geschmack 10 kg und 20 cm Bauch zu viel. Wenngleich jedes Kilo und jeder Zentimeter teuer bezahlt ist ( Bier, Pizza, Nudeln, Chips und viele andere leckere Sachen, für die man im Laufe der Jahre ein kleines Vermögen ausgibt), möchte ich mich gern von der überflüssigen Last befreien.

Vor ein paar Jahren hatte ich mal eine längere sehr disziplinierte Phase. Ich war mindestens dreimal je Woche laufen, habe sogar mal am rbb-Drittelmarathonlauf teilgenommen und war fit und schlank. Ich brachte 82/83 kg auf die Waage und der Bauchumfang lag bei 88-90 cm. Laufen machte mir unglaublich viel Spaß und ich war schon fast ein bisschen „süchtig“….. – jedenfalls war ich an einem Punkt, wo mir richtig was fehlte, wenn ich mal eine geplante Laufeinheit abblasen musste. Das ist jetzt schon 10 Jahre her.

Viele berufliche und private Umstände haben dafür gesorgt, dass ich irgendwann mit dem Laufen aufgehört habe. Ich wurde faul und gemütlich, habe einen „inneren Schweinehund“ gepflegt und gefüttert, der mich darin bestätigt hat, dass Sport eigentlich doch nichts für mich ist, dass ein so beschäftigter Geschäftsführer, der sooooooooo viel arbeiten muss, sich nicht auch noch körperlich verausgaben sollte. Meine Schreibtischstühle wurden im Laufe der Jahre immer gemütlicher, meine Couch war mein persönlicher „Hotspot“ – und jede noch so kleine Distanz wurde mir dem Auto zurückgelegt. Das Ergebnis dieses Lebensstils dokumentierte sich beim Blick in den Spiegel oder auf die Anzeige der Waage. Ich fühlte mich, mit dem was ich da sah (und sehe) zunehmend unwohler – und in mir wuchs die Einsicht: „Thomas – Du musst was tun! Überwinde den inneren Schweinhund, sieh zu, dass du den Arsch hoch kriegst. Erinnere Dich, wie gut Du dich gefühlt hast, als Du fit und geschmeidig aussahst. Tu es für Deine Gesundheit. Tu es für Dein Wohlbefinden.“

„Druck“ von aussen kann motivierend sein.

Motiviert von diesen, an mich selbst gerichteten, offenen Worte habe ich zwischenzeitlich immer mal wieder Anläufe unternommen, die guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Vor ein paar Monaten gab ich das erste Mal mein Ziel „minus 10 kg“ bekannt und bekam dafür bei Facebook und Co. auch gleich viel Zuspruch und Symphatie. Nach ein oder zwei Laufeinheiten war dann  aber schon wieder Schluss…… Getreu dem Motto „Irgendwas ist immer“ fand ich immer schnell gute Gründe, warum ich das Vorhaben aktuell nicht durchziehen, sondern erstmal noch aufschieben sollte. Und in der Zwischenzeit kam dann wieder das eine oder andere Kilo auf die Hüfte. Doch nun habe ich einen Punkt erreicht, an dem ich merke, dass ich endlich ernst machen muss – sonst wird das in diesem Leben wahrscheinlich nichts mehr. Man wird ja nicht jünger – und mit jedem Jahr kommt (vielleicht) irgendein Wehwehchen dazu, was es nicht leichter macht, mit der Umstellung des Lebensstils zu beginnen. Dass ich das hier öffentlich im Blog bekanntgebe und die erhofften postitiven Ergebnisse und Effekte dokumentieren will, hat nichts mit „Exhibitionismus“ oder Profilneurose zu tun (jedenfalls nicht nur 😉 ), sondern damit, dass ich mir selbst eine gewisse Drucksituation schaffen will und muss. Es fällt mir leichter durchzuhalten, wenn ich weiss, dass einige Leute beobachten und kommentieren, was ich tue. Und wenn ich wieder nicht durchhalte, laufe ich Gefahr, mir doofe Erklärungen einfallen lassen zu müssen. Ich hoffe und vermute, dass der „öffentliche Druck“ mir in unmotivierten Phasen hilft, den Hintern zu bewegen, die Laufschuhe anzuziehen oder beim Einkauf Salat statt Pringles in den Einkaufswagen zu legen.

Bewegung und Ernährung – zwei Bausteine auf dem Weg zu #minus10

Natürlich habe ich für den Einstieg einen Plan gemacht (wer mich kennt, ist jetzt nicht wirklich überrascht):

  • mindestens dreimal in der Woche bewege ich mich (laufen oder mit meinem „Klappi“ zur Arbeit, zu Verabredungen oder sonstigen Terminen radeln). Eine halbe Stunde am Stück sollte in der Einstiegsphase Standard werden;
  • ich ernähre mich kohlenhydratarm und achte auf gesunde / frische Lebensmittel – ich achte darauf, was ich meinem Körper an fester und flüssiger Nahrung zuführe 😉 ;
  • ich zähle die Kalorien, die ich zu mir nehme.

Mein Ziel: Am Ende des Jahres wiege ich 82 kg und habe einen Bauchumfang von 90 cm. Ich würde mich freuen, wenn Ihr meine hier dokumentierten Schritte, Erfolge, Rückschläge kommentieren und mich „anfeuern“ würdet. Der heutige Neuanfang war schwer. Ich bin laufen gewesen und habe für knappe drei Kilometer fast 23 Minuten gebraucht.

Meine persönliche „Bestzeit“ war mal 29 Minuten für 5 km. Da ist also noch Luft nach oben…. 😉

Und vielleicht hat ja der eine oder die andere Lust, sich am Projekt #minus10 zu beteiligen und sich hier mit mir über Erfahrungen und Erfolge auszutauschen.

keep on moving……

7 Gedanken zu “#minus10

  1. […] Am zweiten Tag meines Projektes #minus10 komme ich gleich mit Reklame: Ich möchte Euch das Buch „Lässig laufen_ Warum Fitness keine Folter braucht“ von Sven Lorig empfehlen.  (Hier gehts zum Buch / Link zu Amazon). Sven Lorig ist Moderator beim WDR und hat viele Jahre z.B. das ARD-Morgenmgazin moderiert. Lorig schildert in diesem Buch auf sehr amüsante und motivierende Art, wie er es geschafft hat von der unsportlichen 100-kg-Couchpotatoe zum schlanken und fitten Läufer zu werden, der den Marathon in einer Zeit von 3:13 Std. bewältigt. Auch wenn ich nicht vorhabe, einen Marathon zu laufen, doch genau mein Thema! […]

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  2. Sehr gut Onkel Thomas! 🙂
    Ein paar Wochen durchhalten und dann macht der Sport auch wieder Spaß und man fühlt sich danach sooo gut! Achte darauf Vollkornprodukte oder Dinkel anstatt Weizen zu essen, das sind „gute“
    Kohlenhydrate, sind gesund und setzen auch nicht so schnell an. Ich beobachte deine Entwicklung 😉
    Deine Lieblingsnichte

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      • Wie du schon sagst, wenn man von außen unter „Druck“ steht besiegt man den Schweinehund besser 😉
        Also als ich 2013 66 kilo gewogen habe, habe ich es geschafft in 9 Monaten 13 Kilo abzunehmen und hatte damit mein damaliges Ziel erreicht. Aktuell trainiere ich sehr viel seit ca. Ende März Ziel ist diesmal mehr Definition und Muskelaufbau anstelle von reinem Fettabbau, was sich irgendwie als schwieriger bzw. langwieriger rausstellt als die reine Diät 😁aber ich bin da zuversichtlich, dass das wird 😉 und bei dir klappt das auch 💪🏻

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