richtig gründen im Sozialen Bereich – denn auch gute soziale Ideen müssen wirtschaftlich tragfähig sein….

Christian Müller geht in einem lesenwerten Artikel der Frage nach, warum Social Entrepreneurs langfristig denken sollten, wenn sie ein soziales Unternehmen gründen und aufbauen. Seine These in aller Kürze zusammengefasst: Unternehmer(innen), die eine langfristige Mission im Auge haben, ihre Aufgaben und die unternehmerischen Herausforderungen annehmen, werden i.d.R. erfolgreicher sein, als solche, die nur gründen, weil es gerade „in“ ist oder weil es gerade chic ist, die Welt zu retten. Sehe ich auch so. Ich habe im Laufe der Jahre viele mehr oder weniger sympathische Menschen kennengelernt, die sich mit einer sozialen Idee selbständig machen wollten. Die Anliegen waren fast immer durchweg ehrenhaft, oft fehlte mir aber jede Fantasie, wie diese netten Menschen davon leben wollen: keine Idee, wie das Projekt Einnahmen generieren und zu einer gewissen Wirtschaftlichkeit gelangen soll. Einnahmen sind aber wichtig. Klingt banal, muss aber im sozialen Bereich immer mal wieder erwähnt werden: Soziales Engagement lebt nicht von Wertschätzung und gesellschaftlicher Anerkennung allein, die Handelnden müssen ihre Miete bezahlen und ihren Kühlschrank vollkriegen wie jeder andere Mensch auch.

In vielen Pitches habe ich GründerInnen gesehen, die hervorragend beschreiben konnten, wie sie mit den tollsten Ideen, die Welt zu einem besseren Ort machen wollen – aber sie konnten nicht beschreiben, wovon sie währenddessen leben werden.

In der .garage berlin haben wir schon viele Gründungsvorhaben begleitet. Und immer war und ist es uns wichtig, dass unsere Beratung „bodenständig“ bleibt und dass bei der Gründung alle wesentlichen Aspekte beachtet werden:

  • kann ich Produkt und Zielgruppe genau beschreiben?
  • kenne ich die Stärken und Schwächen meiner Mitbewerber?
  • weiss ich, was mein Produkt kosten muss, damit unterm Strich was übrig bleibt?
  • habe ich einen Plan für mein Marketing und meine Öffentlichkeitsarbeit?
  • habe ich die für mein Vorhaben passende Rechtsform gewählt?
  • habe ich eine langfristige Vision und realistische kurz- und mittelfristige Ziele?

Daran arbeiten wir mit GrüderInnen aus allen Branchen. Da der soziale Bereich aber einige Besonderheiten vorweist ( z.B. Gemeinnützigkeit oder sozialwirtschaftliches Dreieck) braucht es für Sozial-GründerInnen eine gewisse Spezialisierung. Hierzu findet im September ein 2-Tages-Seminar in der garage statt. Weitere Infos folgen. Unverbindliche Interessenbekundungen werden ab sofort entgegengenommen.

Frage in die Runde: Mit welcher sozialen Idee würdet Ihr Euch gern selbstständig machen. Wer oder was hält Euch ab?

2 Gedanken zu “richtig gründen im Sozialen Bereich – denn auch gute soziale Ideen müssen wirtschaftlich tragfähig sein….

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