ein Rant zum Thema Bewerbungen….

Ich bin manchmal ein bisschen überrascht (und ehrlich gesagt auch ein wenig verärgert), wer sich so alles bewirbt, wenn man eine Sozialarbeiter*innen-Stelle ausschreibt…..

Elektronistallateure, Friseure, Arzthelferinnen, Germanistinnen, Versicherungsberater.

Hey… Sozialarbeit ist ein Studium, das man mit einem Bachelor oder Master abschliesst. Nur dann hat man den Nachweis erbracht, dass man Sozialarbeit gelernt hat und den Beruf mit entsprechendem Abschluss ausüben darf und kann.

Ich komme doch auch nicht auf die Idee, mich irgendwo als Zahnarzt zu bewerben, nur weil ich meine „gut zubeissen zu können“ oder als Architekt, weil ich selbst ja auch in einem Haus wohne…. Was läuft da falsch bei den Leuten? Weiss man da schon genaueres?

6 Gedanken zu “ein Rant zum Thema Bewerbungen….

  1. Es gibt Berufe, da denken andere schnell: Das kann ich auch. Gastronomie, Büro, Verkäufer, Künstler und soziale Berufe gehören dazu. Immer gepaart mit gnadenloser Selbstüberschätzung (DSDS brachte es erstmalig ans Licht). Diese Ausreißer in der Bewerberlage gab es schon immer, nur fallen sie inzwischen (zumindest bei uns) wesentlich mehr auf, weil die Zahl der wirklich qualifizierten Bewerber dramatisch zurück gegangen ist.

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  2. Hm, ich sehe das eher so, dass viele Arbeitsuchende aus purer Verzweiflung einfach alle(s) anschreiben, was irgendwie interessant / denkbar ist, oder einfach nur auf den Schirm kommt. Spreche da aus eigener Erfahrung: Ich fahre momentan tonnenschwere Loks – als Diplompsychologe. Happy end also. 👍

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    • … das verstehe ich ….. und für Menschen, die aus einer Arbeitslosigkeit heraus jeden Strohhalm greifen habe ich viel Empathie und vollstes Verständnis. Und trotzdem empfehle ich (auch jedem / jeder arbeitslosen Bewerber*in), sich das Anforderungsprofil in Stellenausschreibungen anzusehen – auch um sich Enttäuschungen und weitere Absagen (die in solchen Fällen auch ohne jedes Vorstellungsgespräch unvermeidbar sind) zu vermeiden…..

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  3. Hallo Hendrik…… grundsätzlich stimme ich Dir zu und ich bin sehr dafür, den Begriff „berufliche Kompetenz“ nicht auf formale Abschlüsse zu reduzieren. Und ich finde es auch richtig, Mitarbeitende in ihren Entwicklungsprozessen zu unterstützen. Durch internes und externes Lernen, durch Coaching und durch ausprobieren……. ABER…… es gibt in vielen Bereichen der Sozialen Arbeit (aus nachvollziehbaren und plausiblen Gründen) Vorgaben, was die formale Qualifikation angeht, die sich u.a. auch in einem verbindlich festgelegten Stellenschlüssel und Qualifikationsprofilen ausdrücken. Und die gilt es solange ernst zu nehmen, wie sie gelten. Und wenn da dann festgelegt ist, dass jemand Sozialarbeiter*in mit entsprechendem Abschluss sein muss, dann gilt das nun mal…… Und vom Grundsatz her finde ich das auch richtig – und ich würde mich da auch über etwas mehr Selbstbewusstsein unseres Berufsstandes freuen: Ich lasse die Bremsen meines Autos ja auch lieber von jemanden reparieren, der das gelernt hat, als von einem „interessierten“ Laien, der sich das aber grundsätzlich vorstellen kann, weil er schon immer gut mit Autos konnte…….. Beim Friseur hing letztens ein Plakat: „Nur Friseure können, was Friseure können.“ Gilt das nicht auch im besonderen Maße für Sozialarbeiter*innen?

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    • Unbedingt! Als Bürger habe ich an einen Sozialarbeiter auch genau diese Erwartung!

      Um diesen Weg, den Henrik andenkt, einzuschlagen, gibt es Mittlerweile auch für Nichtabiturienten, die den für sich falschen Beruf erlernt haben (es ist schwierig mit 16 Jahren, wenn man vor der Berufswahl steht, eine Lebensentscheidung zu fällen), genug Möglichkeiten in Vorleistung zu gehen und ein entsprechendes Studium – auch nebenberuflich – abzuschließen.

      Es kann nicht sein, dass sich Menschen ohne jegliche Vorkenntnis in einem Beruf, mit anderen gleichsetzen, die schon jahrelang in eine/n Beruf/ung investiert haben. Würde da ein Geschäftsführer glaubhaft machen, das wäre mit ein paar Kursen neben der Tätigkeit aufzuholen, würde er sehr viel Unmut in sein Team bringen und die erfahrenen Kollegen gegen sich aufbringen. Auch für den Neuankömmling gäbe es keinen besonders freundlichen Empfang!

      Wie viel Unmut das bringt, haben die Quereinsteiger-Lehrer erfahren müssen. Von denen sind am Ende nur sehr wenige im Schuldienst geblieben.

      In unserer Zeit des Jugendwahns und der Beliebigkeit, wird oft vergessen, wie wertvoll gewachsene Berufserfahrungen sind. Und zwar von der Pike an!

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  4. Hey Thomas,

    wieder mal ein spannender Gedanke, der mich zum Nachdenken anregt…

    Ich überlege ja immer, für was genau dieses Studium der Sozialen Arbeit in der heutigen Zeit und der Zukunft denn wirklich gut ist?!

    (M)eine Zukunftsoption wäre ja auch, Menschen anhand ihrer (auch informell erworbenen) Kompetenzen anzustellen und nicht anhand ihres Zertifikats?

    Insbesondere mit Blick auf die digitalen (Weiter-)Bildungsmöglichkeiten wäre darauf basierend doch denkbar, dass Du als Führungskraft – ganz individuell – deine Mitarbeiter*innen darin begleitest, den je individuell richtigen Weg für die Menschen und für die Organisation zu gehen – Personalentwicklung real? Dies wäre realisierbar wenn, basierend auf einem Pool von „Kompetenzsnippets“, kurze, klar zugeschnittene Bildungsangebote besucht (wie bspw. https://www.udemy.com/de/) oder diese von Euch als Organisation sogar selbst angeboten werden? Klar, wichtig wäre, eine über die direkt „nutzbaren“ Kompetenzen hinausgehende „Bildung“ zu ermöglichen.

    Aber gelingt dies durch das (aktuelle) Studium der Sozialen Arbeit? Ich bin da ziemlich skeptisch…

    Hm…. Ich denke weiter 😉

    Dir nen gutes Wochenende

    Hendrik

    Gefällt 1 Person

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