arbeiten im Corona-Modus, 3. Woche: reden, machen, tanzen…..

© Trueffelpix – Fotolia.com

Dass die „Corona-Krise“ einen kräftigen Schub für die Digitalisierung im Land mit sich bringt, ist einer der wenigen positiven Aspekte der gegenwärtigen Krise. Fast alle sind online. Viele  arbeiten sich in digitale Tools ein, die sie teilweise vor wenigen Wochen noch gemieden hätten, wie der Teufel des Weihwasser – andere freuen sich, dass sich jetzt endlich auch dem / der letzten erschliesst, welche Chancen sich für die Soziale Arbeit im Zeitalter der Digitalisierung bieten. 

Dass ich mal mit Sozialarbeiter*innen darüber diskutiere, ob zoom, whereby oder skype das beste Tool für Videokonferenzen ist, hätte ich vor einem Monat noch für unmöglich gehalten. Aber die Dinge ändern sich rasant. Die Kompetenzen, die technische Ausstattung der Träger und ihrer Einrichtungen und Mitarbeitenden und die organisatorischen Rahmenbedingungen, die digitake Arbeit erleichtern oder erschweren, unterscheiden sich allerdings erheblich. Während manche Einrichtungen (die Jugendeinrichtungen des Stadtteilzentrum Steglitz sind da schon ziemlich weit vorn) schon vor der Krise, dass Thema „Kinder- und Jugendarbeit im digitalen Raum“ auf dem Schirm hatten, fangen andere jetzt erst an, sich für den Sozialraum ausserhalb des analogen Raums zu interessieren.

„Viral“ – ein neuer Podcast

Mein Kollege Kristoffer Baumann, Bereichsleiter für Kinder- und Jugendarbeit, Fundraising und Innovationsmanagement beim Stadtteilzentrum Steglitz , engagiert sich zu diesem Thema sehr in der Landesarbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendarbeit und ist mit  Kolleginnen und Kollegen aus ganz Berlin im Gespräch. Seine Einschätzung: Die Werkzeuge und Arbeitsweisen, die wir jetzt in der Jugendarbeit entwicklen und nutzen lernen, werden uns nach Corona enorm nutzen. Denn auch nach der Krise gilt es mit Kindern und Jugendlichen über digitale Angebote und Formate Kontakt zu halten, sie einzubinden, ihnen Zugangsmöglichkeiten aufzuzeigen. Kristoffer hat zu diesem Thema einen neuen Podcast aufgesetzt: Viral. (Hier der Link zur ersten Folge, in der er sich mit Christian Sievert vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin über die aktuelle Situation in der Kinder- und Jugendarbeit unterhält).

Wie sich denn die Corona-Krise so allgemein auf die Arbeit im Stadtteilzentrum auswirkt und welche Erwartungen, Befürchtungen und Hoffnungen ich für die Zeit „danach“ habe, wollte Hendrik Epe von mir wissen. Hendrik macht den sehr erfolgreichen Blog Ideequadrat. In der aktuellen Situation hat er seinen Ideequadrat – Podcast wieder reanimiert und eine kleine Serie gestartet, die am Freitag letzter Woche mit der Folge „Drei Fragen an Thomas Mampel  begann. Spoiler: Ich vermute, die Unternehmenskultur in vielen Sozialen Organisationen wird sich nach der Krise wohl verändern. Wir können nicht mehr so weitermachen, wie vor Corona.

Corona-Nachbarschaftshilfe online

Aber noch ist die Krise nicht vorbei – und die Zahl der Menschen, die auf Hilfe und Unterstützung aus der Nachbarschaft angewiesen sind, nimmt zu – und wir müssen davon ausgehen, dass sie in den nächsten Wochen noch weiter steigen wird. Klar, dass die Stadtteilzentren in dieser Situation besonders gefragt sind. Berlinweit wurden daher bezirkliche Koordinierungsstellen eingerichtet, die  Menschen, die Hilfe brauchen und Menschen, die helfen wollen, zusammenbringen. In Steglitz-Zehlendorf haben sich Mittelhof, Stadtteilzentrum Steglitz und die Freiwilligenagentur zusammen getan und das Angebot „Corona-Nachbarschaftshilfe gestartet. In der letzten Woche ging die Internetseite online – und verzeichnet täglich wachsende Zugriffszahlen.

Lasst uns tanzen – alle gemeinsam! 

In der letzten Woche ist übrigens die Zahl der zu betreuenden Kinder in Notbetreuung von Kitas und Horten leicht angestiegen, nach dem der Senat den Kreis der berechtigten systemrelevanten Eltern erweitert hat. Das ist für die Eltern und für die Kinder wahrscheinlich ein Segen. Für Kinder und Jugendliche, die Jugendfreizeiteinrichtungen besuchen, gibt es eine solche Notbetreuung naturgemäß nicht. Eine besondere Herausforderung, wie wir ja bereits weiter oben festgestellt haben. Bei alledem darf gerade deshalb auch der Spaß, Musik und Tanz nicht zu kurz kommen, dachte sich mein Kollege Jörg Backes, Leiter unseres Kinder- und Jugendhauses Immenweg. Er lud daher kurzerhand Besucher*innen seiner „Imme“ und Mitarbeitende des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. zu einer „Dance-Challenge“ ein. Viele haben mitgemacht – und das Ergebnis ist prächtig….

Keep on dancing. Fight the virus.

Bleibt gesund!

 

Ein Gedanke zu “arbeiten im Corona-Modus, 3. Woche: reden, machen, tanzen…..

  1. Danke für die wöchentlichen Einblicke Thomas. Ich hoffe auf eine ähnliche Veränderung wie du, denke jedoch, dass die eine Menge Arbeit brauchen wird. Organisationen und Menschen vergessen schnell und wir müssen einiges dafür tun, die positiven Aspekte aus der heutigen Zeit in die Zeit „danach“ mitzunehmen.

    Das Positive: Die Chancen und Voraussetzungen waren nie besser. Daher: Jetzt und danach #GemeinsamWirken.

    Viele Kraft und Freude euch und Respekt an dich und dein Team.

    Gefällt 1 Person

schreib einen Kommentar.....

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.