Zoonosen und Covid-19: Was ist davon zu halten?

Image by Pete Linforth from Pixabay

Jonathan Safran Foer behauptet in seinem Buch „Tiere essen“ , dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Massentierhaltung (also dem Fleischkonsum der allermeisten Menschen)  und dem Ausbruch und der Häufigkeit bzw. Ausbreitung von weltweiten virenbedingten Krankheitsausbrüchen (Pandemien) gibt. Laut Tierschutzorganisation Peta sollen 75%  aller neu auftretenden Krankheitserreger vom Tier auf den Menschen übertragen worden sein (diese nennt man Zoonosen) Tendenz steigend . Peta behauptet – u.a. gestützt auf einen Bericht des  wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft aus dem Jahr 2015, dass diese Entwicklung insgesamt pandemische Ereignisse begünstigt und beschleunigt:

„Weltweit pferchen wir Milliarden Tiere in enge und kotverdreckte Ställe – ihr Leben ist eine reine Qual. Diese Agraranlagen, Tiermärkte und auch die Schlachthöfe voller gequälter, verletzter, kranker Tiere sind Brutstätten für tödliche Keime. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von Mutationen, antibiotikaresistenten Keimen und Zoonosen – immer mehr Viren springen vom Tier auf den Menschen über, mit nicht absehbaren Konsequenzen für die gesamte Menschheit. Auch der Verzehr von und Handel mit Wildtieren begünstigt die Übertragung von Viren auf uns Menschen. Die Corona-Krise könnte nur ein erster Vorgeschmack sein für das, was in der Zukunft, ausgelöst durch die zunehmende Tierhaltung, immer öfter passieren kann.“ (hier zum vollständigen Bericht auf der Peta-Seite).

Mein Problem: Ich habe überhaupt keine Ahnung. Der beschriebene Zusammenhang scheint mir plausibel – das sagt aber nichts darüber aus, ob die Information stimmt oder nicht. Sollte es Virologen und / oder andere Menschen mit entsprechender wissenschaftlicher Expertise unter den Lesenden dieses Artikels geben, wäre ich für eine Einschätzung dankbar!

Gibt es wissenschaftlich ernstzunehmende Belege für diesen behaupteten Zusammenhang oder muss man das eher in die Rubrik „Verschörungsgeschwurbel“ einordnen?

Wenn es den behaupteten Zusammenhang zwischen unserer Fleischgier und der Entstehung von Pandemien – wie aktuell Covid-19 – tatsächlich geben sollte, wüssten wir doch was zu tun ist, um die Menschheit langfristig zu schützen, oder?

6 Gedanken zu “Zoonosen und Covid-19: Was ist davon zu halten?

  1. Bin zwar weder noch und habe auch den Peta-Artikel nicht gelesen, da mir Peta oft zu krass ist (die sind auch für die Abschaffung ALLER Zirkustiere, also auch Hund und Pony, dabei haben die in Zirkussen oft mehr Auslauf, als bei „normalen“ Tierhaltern), aber die Tatsache ist bekannt und sogar uralt. U. a. gab es schon sehr lange die Übertragung der Rindertuberkulose auf Menschen (erkannt erst in 1908): https://de.wikipedia.org/wiki/Tuberkulose_der_Rinder#Geschichte
    Malaria und AIDS sind auch solche Zoonosen.
    Ebenfalls schon sehr lange bekannt ist, dass den Tieren in der Massentierhaltung Antibiotika verabreicht wird und zwar nicht zur Bekämpfung von Krankheiten, sondern prophylaktisch, damit in den Ställen keine Krankheiten ausbrechen und damit den Bestand gefährden. Dieses Antibiotikum landet dann auf allen Tellern, da es nicht vollständig abbaubar ist. Und über die Teller in die Kanalisation und darüber wieder im Trinkwasser. Und dadurch entstehen die multiresistenten Keime. Wurden früher nur Schweine ganzjährig auf engstem Raum gehalten, werden inzwischen auch die Rinder in der Nur-Stallhaltung untergebracht. Wir arbeiten also schon seit Jahrzehnten an unserer eigenen Vernichtung übers Essen.
    Mich wundert die Entwicklung im Moment also überhaupt nicht. Mich wundert nur, dass es ein Virus war. Ich ging immer davon aus, dass wir irgendwann kein wirksames Antibiotika mehr haben und an Bakterien zu Grunde gehen. Aber dass wir an Krankheiten zu Grunde gehen, war mir klar. Wir sind einfach zu phlegmatisch, um die Entwicklung rechtzeitig zu stoppen. Menschen tun das immer erst, wenn es richtig wehtut i. w. S..

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    • das mit dem Virus fand ich eben auch interessant……. Alle anderen von Dir beschriebenen Folgen der Massentierhaltung und Fleischproduktion waren / sind mir nicht fremd….. Alles eklige (Bakterien, Antibiotika und andere Medikamente im Fleisch und im Trinkwasser – das war irgendwie klar…. Aber Viren, die solche Pandemien auslösen? Wahrscheinlich war ich viel zu lange viel zu naiv und habe mich nicht ausreichend für das Thema interessiert………. LG Th.

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      • Ich wollte Viren als Pandemie nicht ganz ausschließen. Zoonosen gibt es ebenso lange, wie die Übertragung von Bakterien von Tieren auf Menschen, z. B. HIV, Gelbfieber, Malaria etc. (die letzten beiden könnten auch in unseren Gefilden durch die Erderwärmung zum Problem werden). Es gibt auch Ungeziefer z. B. Würmer, die von den Tieren übertragen werden und diese töten oder zumindest weniger lange leben lassen; ein immer noch aktuelles Problem in Dritte-Welt-Ländern! Es war nur meine persönliche Einschätzung, dass es eher die Bakterien sein werden, die uns zu Grunde richten, da sie, im Gegensatz zu Viren, ohne Wirt überlebensfähig sind. Auch in jüngster Zeit hatten wir immer wieder mit Viren zu kämpfen, die wir bei uns für ausgerottet hielten, so z. B. die Masern oder Ebola. Was auch plötzlich wieder durch Impfmüdigkeit auftauchte war die Kinderlähmung (eine Krankheit, bei der ich eine Durchimmunisierung durch möglichst viele Ansteckungen, wie es viele bei Corona empfehlen und auch noch daran glauben, echt sein lassen würde 😉 ).

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  2. Liebe Mitmenschen,
    dafür, weniger oder gar kein Fleisch zu essen, gibt es viele gute Gründe, vor allem die eigene Gesundheit. Das ist inzwischen ziemlich gefestigte wissenschaftliche Erkenntnis, die wir glauben dürfen. Denn etwas anderes, als etwas zu glauben, bleibt uns auf diesem Terrain ohnehin nicht übrig. Und das eigene Essverhalten zu beeinflussen, fällt relativ leicht. Eine wirksame Lobby fürs Tiefwohl zu finden, erscheint mir hingegen deutlich schwieriger. Und dass es der Politik nicht wirklich um unsere Gesundheit geht, können wir gerade in diesen Zeiten gut beobachten: Es lohnt sich also nicht, auf sie zu hoffen. – Meine persönliche Konsequenz: Galgenhumor. Ist schließlich egal, woran ich sterbe (aber die Patientenverfügung nicht vergessen, sonst dauert’s zu lange!)
    Herzliche Grüße von Hanfried Wiegel-Herlan

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