GF-Logbuch #22: 12 Regeln für Führende

Die zurückliegende Woche mit all ihren Gesprächen hat mich mal wieder dazu inspiriert, darüber nachzudenken, was die Rolle von Führung angeht und wie es so aussieht mit Selbst- und Fremdwahrnehmung. Egal ob als Geschäftsführender, als ABL oder Projektleitung oder auch als Mitarbeitender an „vorderster Front“: es ist immer wieder wichtig, sich selbst zu hinterfragen und seine eigenen Muster und inneren Bilder (von sich selbst und von der Welt) auf den Prüfstand zu stellen. Das geht im Allgemeinen nur in einer Umgebung, die gegenseitiges wertschätzendes Feedback und eine lebendige Fehler- und Kommunikationskultur lebt, vorgibt und einfordert. Daran arbeiten wir im Stadtteilzentrum – und dieser Prozess verläuft manchmal nicht schmerz- oder konfliktfrei.

Manchmal verletzen wir Menschen, manchmal werden wir verletzt. Möglicherweise ist das in der Zusammenarbeit mit anderen Menschen unvermeidlich. Aber was in jedem Fall gilt: Es lohnt sich immer, diese Dinge (auch im Nachhinein) nochmal aufzuarbeiten und zu besprechen. Dann werden Dinge klarer, können sauber abgeschlossen werden und man kann sich frei, unbeschwert und idealerweise ein bisschen schlauer an die anstehenden Jobs und Aufgaben machen. In diesem Sinne vielen Dank an die Kolleg*innen, mit denen ich in dieser Woche über das eine oder andere Problem und Anliegen reden durfte. Ich verbuche diese Gespräche als sehr positive Erfahrung der letzten Woche(n).

Im  Netz habe ich einen  Text gefunden, in denen 12 Regeln formuliert werden, die jede/r Boss / Bossin in seiner Rolle beherzigen sollte. Ich glaube, ich werde da ab und an mal raufgucken 😉

  1. Ich habe eine verzerrte Wahrnehmung davon, wie es ist für mich zu arbeiten.

2. Mein Erfolg – und der meiner Leute – hängt zum großen Teil von der Beherrschung offensichtlicher, profaner und banaler Dinge ab; nicht von magischen, obskuren oder bahnbrechenden Ideen und Methoden.

3. Ehrgeizige und klar umrissene Ziele sind wichtig. Meine Aufgabe ist es, mich auf die „kleinen“ Erfolge zu fokussieren, die meine Mitarbeiter in die Lage versetzen, jeden Tag eigene Fortschritte zu machen.

4. Einer der wichtigsten Teile meines Jobs ist die Balance zwischen „zu bestimmt“ und „nicht bestimmt genug“.

5. Meine Aufgabe ist es, als menschliches Schutzschild für meine Mitarbeiter gegen externe Ein- und Angriffe, Ablenkungen und Schwachsinn jeder Art zu fungieren; und sie auch nicht meinem Schwachsinn auszusetzen.

6. Ich überzeuge die Leute davon, dass ich der Boss bin; bin aber bescheiden genug um Fehler einzugestehen.

7. Ich kämpfe als wäre ich im Recht und höre zu als wäre ich im Unrecht – und verlange dasselbe von meinen Mitarbeitern.

8. Der beste Test für meine Führungsqualitäten und meine Organisation ist die Beantwortung der Frage: Was passiert, wenn meine Leute Fehler gemacht haben?

9. Meine Mitarbeiter sollen neuen Ideen generieren und ausprobieren; ich ermutige sie dazu. Es ist mein Job, Ihnen dabei zu helfen die schlechten Ideen zu verwerfen; und viele der guten ebenfalls.

10. Schlecht ist stärker als gut. Es ist wichtiger das Negative zu eliminieren als das Gute zu betonen.

11. Wie ich die Dinge tue ist mindestens genauso wichtig wie was ich tue.

12. Weil ich Macht über andere ausübe(n kann), besteht (für mich) das Risiko, dass ich mich wie ein unsensibler Trottel verhalte – und es nicht merke.

Was denkt Ihr über diese 12 Regeln?

Was war sonst so los in dieser Woche?

  • mit einer Kollegin vom Forum Gemeinwohlökonomie haben wir am Montag – wie letzte Woche angekündigt – über die Frage diskutiert „Wem gehört der Verein?“. Im Ergebnis haben wir uns darauf verständigt, dass wir im Prozess unserer GWÖBilanzierung einfach mal davon ausgehen, dass die Mitglieder des Vereins wie Eigentümer betrachtet werden. Hinkt zwar ein bisschen – da waren wir uns einig – aber ist vertretbar. Allerdings wirft das auch wieder neue Fragen auf – z.B. zu dem Punkt, ob Mitarbeitende des Vereins gezielt ermutigt werden sollten auch Mitglied im Verein Stadtteilzentrum Steglitz e.V. zu werden um so mehr Einfluss auf grundsätzliche Entscheidungen unseres Vereins nehmen zu können. Oder reichen die bereits vorhandenen Mitbestimmungs- und Beteiligungsmöglichkeiten aus? Darüber werden wir in naher Zukunft intern mal diskutieren……… Ich habe da zwei Herzen in meiner Brust. Was denkt Ihr darüber?
  • der interne Online- Workshop „Selbstorganisation – wie kriege ich meine Jobs gut geregelt?“ am Dienstag war interessant und ich konnte mal wieder richtig den Schlaumeier raushängen lassen 🙂 Wir waren 9 Kolleg*innen und haben verabredet, dass wir uns ca. alle drei Monate wieder treffen, um zu diesem Thema in einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch zu kommen.
  • eine großartige Nachricht zum Schluss: die Senatsverwaltung für Finanzen hat schriftlich mitgeteilt, dass die fürs nächste Jahr angedrohte Streichung der Mittel für die Projekte zur Integration von Geflüchteten zurückgenommen wurde. Die vielen Proteste und Interventionen an unterschiedlicher Stelle waren also erfolgreich. Für uns heißt das zum jetzigen Zeitpunkt: die Fortführung unserer Mobilen Kontaktstelle Integration scheint auch über den 31.12.2021 hinaus gesichert. Ick freu mir……. 🙂

Ich wünsche Euch ein sonniges und erholsames Wochenende……. genießt die neuen Freiheiten, berauscht Euch an Kultur und guten Begegnungen, die nun wieder leichter möglich sind – und bleibt heiter und verwegen!

Herzliche Grüße, Thomas 

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