Die Sache mit dem Frosch…….

noafdIhr kennt das Phänomen sicher: Wenn man einen Frosch in einen Topf mit kochendem Wasser packt, wird er sofort rausspringen – ein lebensrettender Instinkt. Schlauer Frosch. Packst du den Frosch in einen Topf mit kaltem Wasser – idealerweise seine Lieblingstemperatur – und erhöhst unmerklich alle paar Minuten die Temperatur, dann bleibt er sitzen. Er bleibt sogar sitzen, wenn das Wasser anfängt zu kochen – und  er wird im brodelnden Wasser sterben. Dummer Frosch. Er hätte doch rechtzeitig rausspringen können……

So wie es dem Frosch geht, so scheint es in unserer Gesellschaft auch mit der allmählichen Nazifizierung durch die AfD und andere rechte Rattenfänger zu funktionieren.

Weiterlesen

Schuld.

„Schuld“ ist kein brauchbares Konzept zur Beurteilung zurückliegender Sachverhalte, Prozesse oder Beziehungen. Die allermeisten Menschen, die ich kenne, tun das, was sie tun mit plausiblen Absichten und aus ihrer Lebenssituation heraus betrachtet durchaus logisch nachvollziehbar. Manchmal trifft man Entscheidungen und geht Wege, die andere Menschen verletzen und meist für diese nicht nachvollziehbar sind. Das ist manchmal betrüblich, in Einzelfällen sogar dramatisch. Aber nicht zu ändern. Menschen entwickeln sich, gehen Wege, entwickeln sich auseinander, gehen eigene Wege. Das ist gut so. Jeder Weg verdient Respekt. Schuldzuweisung verschließt Türen. Verschlossene Türen führen dazu, dass Mauern undurchlässig werden. Undurchlässige Mauern machen keinen Sinn, den sie verhärten die Fronten und  verhindern Austausch und gegenseitiges Verständnis. Austausch und gegenseitiges Verständnis sind aber die Voraussetzung für einen respektvolles und wertschätzendes miteinander.  Und Schuldzuweisung verleugnet den eigenen Anteil am Prozess und am gemeinsamen Weg, der in Frage gestellt ist.

Und wer frei von Sünde ist werfe den ersten Stein…

#nurmalso

 

Warum ich dieses mal CDU wähle

cropped-img_0456.jpgWer mich kennt, weiss das dieser Beitrag für mich „was besonderes“ ist. Ich habe mich selbst immer als „Linken“ definiert. Bis ich merkte, dass das dieses „rechts-links-Schema“ nicht  mehr taugt zur politischen Positionierung. Ich war mal Mitglied bei den Grünen und viel länger bei der SPD. Politisch sozialisiert wurde ich in der „Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken“ …. Ich war ein erklärter Gegner des Systems. Vor 40 Jahren. Mittlerweile sehe ich das anders. Und alle Antworten, die mir mal wichtig und richtig erschienen, taugen nichts mehr. Die Welt…, Deutschland…., Berlin …. haben sich auf eine Weise verändert, die kaum noch erklärbar und vermittelbar ist. Mit den neuen Problemen brechen alte Erklärungsmuster zusammen. Die Kompetenzen, die benötigt werden, um die Themen und Probleme von heute zu lösen, sind andere als vor 10, 20, 30 oder 40 Jahren. Ideologie hilft nicht mehr. Im Gegenteil: die Ideologen von rechts uns links schaden dem Fortschritt, weil mit ihnen pragmatische Lösungen im Sinne der Menschen nicht möglich sind.

Weiterlesen

die Sache mit den (((Klammern)))

Screenshot 2016-06-05 14.53.55Bei Twitter gibt es einen neuen Trend. Und ich mache jetzt auch mit. Immer mehr Leute setzen ihren Twitternamen in eine dreifach-Klammer. Ich habe erst überhaupt nicht gewusst, was das soll und daher erstmal vermutet, dass das wieder irgendeinen Mode-Blödsinn der Generation Lustig ist…… weit gefehlt. Auf meine Frage hin, was es denn mit diesen Klammern auf sich hat bekam ich viele Rückmeldungen und unter anderem auch diesen Link zu einem Beitrag in Berliner Morgenpost vom 3.6.16:

Weiterlesen

Land ohne Sorgen

easter-1238845__340Ich verzweifle manchmal an meinen Landsleuten. Ich höre sie jammern und schimpfen. Sie haben Ängste vor Fremden und vor allem, was sie potenziell für gefährlich oder riskant halten. Sie pflegen ihre dicken Bäuche und befürchten, nicht genug zu essen zu bekommen, wenn sie mal für ein paar Feiertage im Voraus einkaufen müssen. Sie haben Angst , dass Menschen, die ärmer sind als sie, etwas von ihrem Geld abhaben wollen. Wenn an der Grenze zur EU Menschen drauf gehen, schauen sie weg – sie sind ja nicht betroffen. Wenn in ihrer Stadt Nazis demonstrieren, schauen sie weg – der Mob richtet seinen Hass ja gegen andere.

Wenn der Nachbar sein Frau und seine Kinder schlägt drehen sie sich weg, es sind ja nicht ihre Kinder, nicht ihre Frauen, die da misshandelt werden. Wenn die Hilfeschreie anderer Menschen zu laut werden, drehen sie den Fernseher lauter. Ihre größte Sorge gilt der nächsten Gehaltserhöhung oder dem diesjährigen Urlaubsziel – denn man kann ja nicht mehr überall hinfahren, weil die Welt „da draussen“ so schlecht ist.

Weiterlesen

20 Jahre – und das ist erst der Anfang

Niemals aufgebenHeute feiern wir Geburtstag: Das Stadtteilzentrum Steglitz feiert seinen 20ten….. Zwei Jahrzehnte, die aufregend, anstrengend, spannend, mitreissend, fröhlich, traurig, ……besonders waren. Ich möchte keinen Tag missen. Ich gehörte mit zu denen, die diesen Verein 1995 gegründet haben. Meine Frau – die bis heute eine tragende und (an-) treibende Kraft in diesem Verein ist – , war auch schon bei der Gründung dabei. Der Aufbau, alle Krisen, jedes Auf und Ab haben unser Familienleben nachhaltig beeeinflusst. Unsere Kinder können ein Lied davon singen. Wenig gemeinsame Freizeit, kurze Urlaube, Heiligabend im Nachbarschaftstreff, unzählige Wochenenden im Büro. Danke, dass Ihr das alles mitgetragen und ausgehalten habt!

Heute nachmittag feiern wir. Ab 17 Uhr werden erst Reden gehalten und dann das Tanzbein geschwungen. Ich bin fröhlich angespannt. Freu mich auf die Party. 20 Jahre gehen nicht spurlos an einem vorbei. 20 Jahre sind ein relativ großer Teil meines bislang 53 Jahre umfassenden Lebens……. Ich bin hungrig und durstig nach mehr von diesem Leben. Ich kann nicht genug davon bekommen. Das ist meine Form von „work-life-balance“……. „Wenn Du das liebst, was Du jeden Tag tust, brauchst Du nie wieder arbeiten…..“ Da ist was dran.

Liebe Freunde, draussen an den Empfangsgeräten: Lasst uns das Glas (oder die Tasse) heben: Ich danke Euch für Eure Begleitung, Unterstützung, Eurer Vertrauen, Eure Kritik, Eure Freundschaft, Eure Verwunderung, für Euer Verständnis – und dafür, dass Ihr da seid. Und jetzt könnt Ihr bitte weiterarbeiten….. 😉

#nurmalso

Was macht Euch stark?

Jeder kennt es: Auf gute und erfolgreiche Phasen folgen fast regelmäßig zähe und weniger erfolgreiche Phasen….. Über alles, was gut läuft, lesen wir viel bei Facebook, Twitter und Co.! Wenn es schlecht läuft, schreiben wir eher weniger dazu….. Verständlich irgendwie, aber eigentlich schade. Denn gerade auch in den schwierigen Phasen lernen wir viel für alle anderen Aufgaben (und Zeiten)…

soundcloudIn einem kurzen Podcast habe ich Euch gebeten, mir zu verraten, was Euch stärkt und motiviert, wenn es mal nicht so gut läuft… Wie richtet Ihr Euch auf, wenn Euch der Alltag niederringt, was hilft Euch, tatkräftig die Ärmel hochzukrempeln, wenn alle anderen frustriert das Handtuch werfen…..?

Hier mein Podcast ( K L I C K E N  – und weiter zu Soundcloud)

Ich freue mich auf Eure Kommentare – und auf den Artikel, der daraus entsteht…….

„Soziale Verantwortung“? – 140 Zeichen reichen nicht…..

© Stauke - Fotolia.com

© Stauke – Fotolia.com

Vor ein paar Tagen haben die Kollegen von responti auf Twitter die Frage gestellt, was für uns „soziale Verantwortung“ bedeuten würde. Ich habe geantwortet: „meinen bestmöglichen Beitrag für eine gerechte und solidarische Gesellschaft zu leisten…“  Twitter lässt nur Nachrichten mit 140 Zeichen zu – es versteht sich daher von selbst, dass die Beiträge dort eher oberflächlich und schlagwortartig daher kommen….. Aber zum Glück, kann ich meine Gedanken ja in meinem eigenen kleinen Blog etwas ausführlicher erläutern 😉

Was bedeutet „Soziale Verantwortung“  für mich konkret?

  • Ich engagiere mich für Menschen, die schlechtere Startbedingungen haben als andere, damit auch sie die Chance haben, das Beste aus ihren Talenten, Ressourcen und Möglichkeiten zu machen.
  • Wenn es Menschen schlecht geht und sie Mangel leiden, frage ich nie, woher sie kommen und wohin sie wollen. Auch die „Schuldfrage“ stellt sich nicht. Wer Hilfe und Solidarität braucht, muss Hilfe und Solidarität bekommen.
  • Ich streite politisch gegen Ungerechtigkeit und Armut. Ich bin Mitglied der SPD – für mich (!) die richtige Heimat für Menschen, die sich für eine solidarische und gerechte Gesellschaft engagieren möchten. Ich habe aber auch hohen Respekt vor (fast) allen anderen Meinungen und vor Menschen, die sich in ehrenwerter Absicht für eine bessere Welt engagieren  – auch und gerade wenn sie dies in einer anderen (demokratischen) Partei oder Initiative tun. Viele Wege führen zum Ziel. Wir brauchen eine „Koalition der guten Leute“. Manche der fortschrittlichsten und engagiertesten Mitmenschen, die ich kenne, sind in der CDU. Das finde ich gut.

Weiterlesen

Schöne Weihnachten!

IMG_3278Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs ein schönes und friedliches Weihnachtsfest im Kreise angenehmer Menschen. Lasst uns die schöne Stimmung geniessen – aber lasst uns auch die nicht vergessen, die auch zu Weihnachten auf der Straße leben, die, die auch über Weihnachten ums tägliche Überleben kämpfen müssen und an all jede die krank und einsam oder auf der Flucht vor Krieg, Mord und Not sind…… Frieden wär ein schönes Ziel. Nicht nur zur Weihnachtszeit!

Herzlichst, Thomas

 

Effizienz auf 120 Metern…..

Mit dem geringstmögliche Aufwand das maximal mögliche Ergebnis erzielen – das nennt man Effizienz. In unserer neuen Geschäftsstelle lerne ich in den ersten Tagen etwas, was ich möglicherweise verstärkt auch auf andere Bereiche übertragen kann!  Wie das?

IMG_3213Der Weg von meinem Schreibtisch zum WC beträgt rund 60 Meter. Das ist eine Entfernung, die es nötig macht, sich rechtzeitig über seine Bedürfnisse klar zu werden und sich ebenso rechtzeitig auf den Weg zu machen….. Es bietet sich an, die Dinge so zu organisieren, dass man auf diesem Weg noch ein paar andere Dinge „quasi nebenbei“ erledigen kann. Konkret: Ich spüre Bedürfnisse und mache mich auf den Weg. Ich nehme meine leere Kaffeetasse und 12 Seiten mit, die zu kopieren sind. Bei Meter 10 erreiche ich die Kaffeemaschine. Dort stelle ich meine Kaffeetasse ab und schnappe mir den leeren Wasserbehälter. Mit leerem Wasserbehälter und meinen 12 Seiten Papier laufe ich weiter Richtung WC. Bei Meter 47 erreiche ich den Kopierraum. Ich lege meine 12 Seiten in den Papiereinzug und drücke auf Start bevor es – jetzt nur noch mit dem leeren Wasserbehälter bestückt – weiter geht. Bei Meter 52 erreiche ich die Küche, wo ich den Wasserbehälter abstelle und die letzten 8 Meter – jetzt schon etwas zügiger – Richtung Sanitärtrakt eile…. Wenige Minuten später trete ich den Rückmarsch an, erreiche sogleich die Küche, wo ich den Wasserbehälter fülle und mich auf den Weg Richtung Kopierraum mache. Ich schnappe mir meine Sachen und laufe weiter – mit vollem Wasserbehälter und  nunmehr 24 Blatt Papier – Richtung Kaffeemaschine. Hier kann ich mir nun einen Kaffee zubereiten und mit voller Tasse wieder loslaufen Richtung Büro. 120 Meter. Perfekt ausgenutzt.

Auf den Alltag übertragen: Viel öfter sollten wir uns Gedanken machen, was wir „so ganz nebenbei“ zusätzlich erledigen können, wenn wir sowieso schon unterwegs sind. Das spart Zeit und unnötige Wege. #nurmalso