die Sache mit der Integration….

Mixity - Two joint hands symbolizing diversitySeit über einem Jahr betreiben wir eine Notunterkunft für Geflüchtete in einer Turnhalle in Steglitz-Zehlendorf. Die Halle war zwischenzeitlich mit bis zu 200 Menschen belegt. Jetzt – im Januar 2017 – sind es noch gut 50 Menschen, die unter wirklich schwierigsten Bedingungen ausharren und auf ein besseres Leben in Deutschland hoffen. Darunter auch einige Familien mit Kindern, die hier im Kiez in Kitas oder Schulen gehen, Freunde haben und gut integriert sind.

Anfang der Woche kam nun endlich die offizielle Nachricht vom Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF), dass „unsere“ Halle in der 5. Kalenderwoche geräumt wird. Die Geflüchteten werden in ein sehr ansprechendes und gut ausgestattetes MUF (= Modulare Unterkunft für Flüchtlinge) in Marzahn-Hellersdorf (für Nicht-Berliner: das ist am äußersten anderen Ende der großen Stadt) verlegt. Ein Segen  für die Menschen, die endlich eine Unterkunft bekommen, die Privatsphäre, Selbstversorgung und Menschenwürde sicherstellt. Das war in der Halle ein großes Problem.

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Vertrauen in Absprachen: riskant!?

16649925388_03f349d178_zAls Geschäftsführer bin ich dafür verantwortlich Arbeitsverträge zu unterschreiben und mit den Mitarbeitenden über Veränderungen / Anpassungen der vertraglich zu vereinbarenden Rahmenbedingungen zu verhandeln. Oft geschieht eine Veränderung auf Wunsch des Mitarbeitenden. Sei es der Wunsch nach Veränderung der Arbeitszeiten, Einsatz in einem anderen Projekt mit einem anderen Tätigkeitsschwerpunkt oder der Wunsch nach einer beruflichen Weiterentwicklung – im Sinne von „den nächsten Karriereschritt“ in der Organisation machen. In 8 von 10 Fällen geht das problemlos. Vor allem, wenn nur Anpassungen des Stellenumfangs etc. zu vereinbaren sind – ein quasi schon „automatisiert“ durchlaufender Prozess. Schwierig wird es, wenn mit dem Veränderungswunsch eine ganz neue Tätigkeit, neue Aufgaben und / oder neue Verantwortlichkeiten verbunden sind.

Wir wissen nicht, ob der Mitarbeitende den neuen Anforderungen zu 100 % gerecht wird, ob die Annahmen und Vorstellungen (auch Selbsteinschätzung) der Kolleg*innen bezogen auf die neue Stelle bzw. die neue Tätigkeit  realistisch und zutreffend waren.  Es bleibt also ein Risiko, denn möglicherweise erweist sich die getroffene Entscheidung zur Veränderung schon sehr bald als falsch. In manchen Fällen, müssen wir mit den Mitarbeitenden dann Vereinbarungen treffen, die einer arbeitsrechtlichen Überprüfung nur schwer standhalten können. Dies tun wir nur, wenn der Mitarbeitende den Wunsch nach Veränderung hat!  Sehr oft sind die Mitarbeitenden in den Gesprächen, in denen wir solche Entscheidungen und Vereinbarungen treffen, sehr kooperativ und wissen, dass die rechtlichen Grundlagen in mancherlei Hinsicht nicht 100%ig  gerichtssicher sind. Trotzdem wollen wir als Erwachsene Menschen „auf Augenhöhe“  angemessene Vereinbarungen treffen. Wenn wir dem Wunsch des Mitarbeitenden gerecht werden wollen, müssen wir teilweise „wackelige“ Vereinbarungen treffen, denn eine neue Probezeit z.B.  ist bei Kolleg*innen, die schon länger bei uns sind rechtlich, nicht durchsetzbar. Aber was, wenn sich herausstellt dass wir die Entscheidung später revidieren müssen?

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Jetzt erst recht!

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Als Herausgeber der „StadtrandNachrichten“ war ich heute gefragt, ein Statement zum gestrigen Anschlag in Berlin abzugeben. Es ist mir nicht leicht gefallen.

 

„Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wahrscheinlich sind Sie genau so bestürzt und fassungslos über den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz wie ich und alle Menschen, die ich kenne. Ich finde keine Worte um meinen Schmerz auszudrücken. Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen und den Angehörigen und Freunden der Opfer.

Die Menschen, die solche Anschläge verüben, wollen Angst und Unsicherheit verbreiten. Sie wollen unsere Freiheit und unser Konzept von Vielfalt, Miteinander und Solidarität zerstören. Ihre Angriffe gelten unseren Werten, unserer Demokratie. Und bei vielen geht diese Saat auf: Können, dürfen wir jetzt noch Weihnachtsmärkte besuchen? Ist es zu gefährlich zu einer sportlichen Großveranstaltung ins Stadion zu gehen? Können wir uns vor einem weiteren Anschlag schützen?

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man müsste mal wieder……

Gemeinsam ans Ziel

…. öfter bloggen.

Mann, Mann, Mann,….. das war ein Jahr. Auch wenn 2016 noch nicht ganz vorbei ist, kann ich jetzt schon resümieren, dass die zurückliegenden 12 Monate mit die heftigsten waren, die ich bislang durchlebt habe. Neue Herausforderungen und neue Wege – alles bleibt anders.

Dieser Blog ist in den letzten Monaten ziemlich kurz gekommen. Nicht, weil im Stadtteilzentrum oder in der .garage oder in anderen Bereichen, die mir beruflich wichtig sind, wenig passiert ist… sondern weil ich einfach auf verschiedensten Ebenen in verschiedenen Bereichen voll gefordert war, und eine schriftliche Reflektion in diesem Blog zu diesen Themen nicht möglich und sinnvoll war.

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bunt und verbindlich

Relativ häufig fragen mich mir nahestehende Menschen, ob dieser ganze „social-media-Kram“ überhaupt irgendwas bringt. Facebook, Twitter & Co. werden – gerade auch von Sozialschaffenden – immer noch gern als Spielerei (im besten Fall) oder als gefährliches Überwachungsinstrument (im schlimmsten Fall) bewertet und verteufelt.

Ich liebe Social-Media….. Ihr wisst das, weil viele von Euch meine Aktivitäten in den sozialen Netzwerken mehr oder weniger aufmerksam verfolgen. Seit gestern Abend habe ich einen weiteren Grund Twitter zu lieben: abends auf der Couch scrolle ich die Timeline durch und stolpere über einen Tweet, der meine Aufmerksamkeit auf sich zieht:

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Ich schaue mir also die Seite „bunt und verbindlich“ an – und sehe das „Versprechen“ der Firma Ricoh, zwei Videokonferenzsysteme zur Verfügung zu stellen, wenn sich eine Initiative findet, die verspricht (und unterschreibt), damit Sprachunterricht für Geflüchtete durchzuführen….. Klasse Idee. Habe ich sofort gemacht. Und heute hat die Mitarbeiterin von bunt & verbindlich per Mail den Kontakt zum Ansprechpartner bei Ricoh hergestellt. Sehr geil. Schon bald werden wir also die Möglichkeit haben, auch Videokonferenztechnik für unseren Sprachunterricht einzusetzen. Ohne Twitter wär das nicht passiert.

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Jugendeinrichtungen sind (auch) Bildungseinrichtungen #VielfaltJA

ctrnqycwcaelsciVom 26.-28.9.  tagt in Dortmund der bundesweite Fachkongress Kinder- und Jugendarbeit 2016. Unter dem Titel „Potenziale erkennen – Zukunft gestalten“ tauschen sich Fachkräfte aus ganz Deutschland über verschiedene Aspekte und Facetten dieses spannenden Bereichs innerhalb der Jugendhilfe aus. Der PARITÄTische Berlin begleitet den Kongress noch bis zum 2.10. mit einem „social-media-Marathon“ in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #VielfaltJA.

Selbstverständlich beteilige ich mich zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich Kinder- und Jugendarbeit des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. an dieser Aktion. Denn: Wir wollen, dass einer breiten Öffentlichkeit bekannter und bewusster wird, was Kinder- und Jugendarbeit alles ist, wie vielfältig dieser Arbeitsbereich ist und wieviele wichtige Aufgaben und Funktionen Jugendarbeit für die Gesellschaft übernimmt. Jugendarbeit ist weit mehr als die pädagogische Begleitung von Kickerturnieren und Discoveranstaltungen (wenngleich auch die ihren Wert haben)….. Einrichtungen der Jugendarbeit sind  auch wichtige Bildungseinrichtungen geworden.

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Neutralität – Gebot der Stunde?

Heute brauche ich mal ein Feedback von Euch….. denn ich bin verunsichert……. Vor ein paar Wochen habe ich in einem Beitrag erläutert, warum ich bei den kommenden Wahlen zum Abgeordnetenhaus das erste Mal in meinem Leben das Kreuz bei einer Kandidatin der CDU machen werde…… Die Reaktionen waren ziemlich heftig, teilweise grenzwertig…….

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Stadtteilzentrum 4.0

IMG_4585Im August 2016 wird das Internet 25 Jahre alt. Wow. Happy Birthday Internet. Du hast mein Leben verändert. Und das ist gut so!  Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie meine ersten „Gehversuche“ im World Wide Web aussahen: Über die Telefonleitung mit einem pfeifenden Modem in ein schneckenlangsames Netz eingewählt, wurden mit  dem Netscape Browser  mehr oder weniger hässliche Internetseiten aufgerufen. Nur wenige Unternehmen und Organisationen aus dem sozialwirtschaftlichen Bereich waren dort vertreten – unser Verein hatte damals als erste Berliner Nachbarschaftseinrichtung eine richtige Homepage. Damals ahnten wohl nur die wenigsten, welche revolutionären Veränderungen das Internet für uns alle mit sich bringen würde. Ein Veränderungsprozess begann, der von der Dramatik und den Auswirkungen auf alle Bereiche des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens vergleichbar ist mit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert. Nur alles viel schneller. Und sicher ist, dass diese Entwicklung noch lange nicht vorbei ist. Ganz im Gegenteil: Wir stehen erst am Anfang einer Zeitenwende, einer Epoche, die von Digitalisierung und weltweiter Vernetzung geprägt ist. Manchmal beneide ich meine Enkelkinder, für die viele Dinge selbstverständlicher Alltag sein werden, die ich mir jetzt noch gar nicht vorstellen kann.

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AG-Tag im Stadtteilzentrum

Frage / Idee / Lösung KonzeptEs gibt Tage, da gehe ich abends nach Hause und weiss nicht so recht, was ich von dem hinter mir liegenden Arbeitstag halten soll. Viel gemacht, wenig bewirkt. Keine sichtbaren Ergebnisse. Und dann gibt es Tage wie heute.

Heute war ein intensiver AG-Tag im Stadtteilzentrum: AG Qualität, AG Vergütung und dann noch AG Gesundheit. Regelmäßig kommen Mitarbeitende aller „Hierachie“-/ Funktionsebenen zusammen und ringen um die besten Lösungen und die bestmöglichen Modelle und Strukturen um die „gemeinsame Sache“ voranzutreiben und weiterzuentwickeln.

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