„….die teuerste und sicher demotivierendste Art zu sparen!”

Berliner Senat plant Streichung der Mittel für Integration von Geflüchteten. Ein fatales Signal!

Der Berliner Senat stellt seit 2016 Mittel bereit, um in der Stadt eine Struktur von Projekten und Unterstützungsangeboten zu entwickeln, die die Integration von Geflüchteten begleiten und befördern sollen. Auch in Steglitz-Zehlendorf sind solche Angebote entstanden: Kontaktstellen für Integration, Sprach-Cafes, Beratung bei der Arbeitsplatz- und Ausbildungssuche, Vermittlung von Wohnraum.Angebunden an nachbarschaftliche Strukturen tragen diese Angebote wesentlich dazu bei, dass Integration und Teilhabe von Geflüchteten und ein gutes nachbarschaftliches Miteinander von Neu- und Alt-Berliner*innen gelingt. Nach dem Willen des Berliner Finanzsenators soll damit Ende 2021 Schluss sein. Fachleute und Integrationspolitiker*innen laufen dagegen Sturm.

Die Beauftragte des Senats für Integration und Migration fordert den Erhalt und die Verstetigung dieser Strukturen und Angebote. In einer gestern veröfffentlichten Pressemitteilung schreibt sie: „Berlin wird als Metropole auch in Zukunft von Migration geprägt sein. Zentrale integrationspolitische Errungenschaften der Legislatur dürfen nicht kurz vor der Wahl eingestampft werden. Der Integrationsfonds in den Bezirken hat sich als erfolgreiches Instrument bewährt. Allein im letzten Jahr wurden 262 Projekte finanziert. Sie sind für uns wichtige Anker, um auch während der Pandemie Menschen aus verschiedenen Communities zu begleiten.“

Liebe Politiker*innen, die Ihr das lest: Helft mit, diese Strukturen zu erhalten und im Rahmen einer Regelförderung auch für die Zukunft weiter abzusichern. Ludgar Lemper von der KulturMarktHalle e.V. und Hardy Schmitz von der Ulme35 haben Recht, wenn sie schreiben: „Diese bürgerschaftlich breit getragenen, innovativen Plattformen ehrenamtlicher Arbeit würden durch einen Wegfall der Finanzmittel nachhaltig zerstört. Reine Projektförderung muss hier ¬¬– im Gegensatz zu den Plänen des Finanzsenats – in weitgehend strukturelle Förderung umgewandelt werden. Die geplante Streichung wäre die teuerste und sicher demotivierendste Art zu sparen!”

DIe gesamt Pressemitteilung der Berliner Integrationsbeauftragten gibt es >> H I E R <<

Die Kontaktstelle Integration des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. stellt sich >> H I E R << vor.

Bitte unterstützt das Anliegen zur Rettung der Integrationsarbeit in Berlin: teilt diesen Beitrag, sprecht mit Euren Abgeordneten, unterstützt Aufrufe und Petitionen! Danke!

Geschäftsführertagebuch: Begegnungen

refugees welcome beim Nachbarschaftstalk in Lankwitz

refugees welcome beim Nachbarschaftstalk in Lankwitz

Es waren Begegnungen mit anderen Menschen, anderen Schicksalen und anderen Realitäten, die diese Woche geprägt haben….. Gleich am Montag nachmittag hatte ich das Vergnügen, eine Veranstaltung unseres Vereins zu moderieren, die in einer befreundeten Kirchengemeinde stattgefunden hat. Wir haben Bewohnerinnen und Bewohner unserer Notunterkunft in der Kiriat-Bialik-Sporthalle und Anwohner aus der Nachbarschaft zu einem „Nachbarschafts-Talk“ eingeladen. Die Idee: Wie in einer TV-Talkshow werden Gäste „interviewt“ und können ihre „Geschichte“ erzählen…… Ich hatte die Ehre, zwei Geflüchtete – einen jungen Mann und eine junge Frau, die auch einen unserer Deutschkurse besuchen – zu befragen. Sie berichteten – unterstützt durch einen Dolmetscher – von ihrer Flucht aus Syrien nach Berlin, ihre ersten Tage auf dem Lageso-Gelände in Berlin und wie sie dann bei uns in der Sporthalle „gelandet“ sind.

Sie erzählten von ihren Zukunftsplänen und Berufswünschen in Deutschland – und waren nach ein paar Minuten schon keine Fremden mehr. Ganz normale junge Menschen mit Ängsten, Hoffnungen, Wünschen, Trauer und Humor. Das Eis zwischen neuen und alten Nachbarn war schnell gebrochen – und bei Kaffee, Tee und Kuchen, den ehrenamtliche tätige Gemeindemitglieder vorbereitet hatten, entstand im Anschluss an die „Talk-Runde“ ein lebendiger Austausch und anrührende Gespräche zwischen den Menschen….. Wenn sie sich das nächste mal auf der Strasse, im Bus oder im Supermarkt begegnen, kennen sie sich schon. Sie werden keine Angst mehr voreinander haben und miteinander sprechen. Die beste Voraussetzung für ein friedliches und solidarisches Miteinander im Kiez! Auf stadtteilzentrum-steglitz.de gibt es einen ausführlichen Bericht über diese Veranstaltung.

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Interview: Flüchtlinge in Lichterfelde sehr willkommen!

Der Flüchtlingsstrom nach Berlin hält unvermindert an. Kein Wunder – schaut man sich um auf der Welt, dann ist es eher ein Wunder, dass nicht mehr Menschen kommen. Die große Frage ist nur – wo sollen die Flüchtlinge unterkommen? Wie kann man ihnen eine “Ersatzheimat” schaffen, sie integrieren, ihnen wenigstens ein bisschen Lebensqualität schenken? In Berlin will der Senat in den kommenden Monaten sechs Containerdörfer errichten.

Mixity - Two joint hands symbolizing diversityZwei dieser Dörfer werden in Lichterfelde entstehen – eines mit 340 Plätzen am Osteweg, das Zweite für 300 Bewohner am Ostpreußendamm. Die Containerdörfer sind ein Teil des neuen Senatskonzepts zur Unterbringung von Flüchtlingen in Gemeinschaftsunterkünften. Doch wie gelingt es, die Menschen an ihre neue Umgebung zu gewöhnen? Menschen, die teilweise stark traumatisiert sind, die vielleicht alles verloren haben? Der Senat gibt diese Aufgabe zum Teil an gemeinnützige Organisationen und Vereine ab und so wird auch das Stadtteilzentrum Steglitz seinen Beitrag dazu leisten. Jeannette  Hagen hat mich für den Blog  des Stadtteilzentrums Steglitz e.V. – dazu  befragt.

Hier gehts zum Interview….. KLICKEN!

Neue Nachbarn – Herzlich willkommen!

Gestern erreichte mich die Einladung zum 3. Interkulturellen Dialog Steglitz-Zehlendorf, die ich gern weit streuen und deshalb mit Euch teilen möchte. Veranstalter die Beauftragte für Integration und Migration des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf.

Blöderweise bin ich selbst an dem Tag nicht in Deutschland – aber natürlich werden einige  MitarbeiterInnen vom Stadtteilzentrum Steglitz dabei sein. Ihr auch?

Hier der Text der Einladung: 

Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei sende ich die Einladung zum diesjährigen Interkulturellen Dialog mit dem Thema „Neue Nachbarn- Neue Chancen- Neue Herausforderungen – Flüchtlinge in Steglitz-Zehlendorf“ am Freitag, 7. November 2014, 18 – 20.30 Uhr im Bürgersaal, Rathaus Zehlendorf, mit der Bitte um Weiterleitung und Verteilung in Ihren Netzwerken.  Vielen Dank!

SolidaritätPodiumsdiskussion und Gedankenaustausch mit dem Bezirksbürgermeister von Steglitz-Zehlendorf, Norbert Kopp sowie Claudia Schütz, Landesamt für Gesundheit und Soziales; Martina Mauer, Flüchtlingsrat Berlin; Günther Schulze, Willkommensbündnis Steglitz-Zehlendorf; Georgi Ivanov, Amaro Foro e.V.; Suada Dolovac, Gierso Boardinghouse GmbH (Betreiberfirma der Flüchtlingsunterkünfte).

Es werden auch Bewohner_innen der Wohnheime bei der Veranstaltung anwesend sein, die sich darauf freuen, mit der Hilfe von Sprachmittlern mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen.

(…) Das Leben mit den neuen Nachbarinnen und Nachbarn bringt neue Chancen für den gesellschaftlichen Aufbruch mit sich, ist jedoch auch eine große Herausforderung für alle Beteiligten, ein gutes Miteinander zu gestalten.

Grußwort:  Barbara Loth, Berliner Staatssekretärin für Integration und Frauen.

Moderation:  Gerald Saathoff, Willkommensbündnis Steglitz-Zehlendorf, Leiter des Stadtteilzentrums Villa Mittelhof in Zehlendorf

Das Janko Lauenberger Trio (Gypsie Musik & Jazz)  spielt um 20 Uhr zum Ausklang der Veranstaltung  Gypsie Musik und Jazz.

Der Eintritt ist frei.

Über Ihre Teilnahme würden wir uns sehr freuen!

Mit freundlichen Grüßen, Marina Roncoroni