Helden

Die aktuelle Ausgabe des Magazins „Im Mittelpunkt“ des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. beschäftigt sich mit dem Thema „Helden des Alltags“. Die Ausgabe könnt Ihr in den nächsten Tagen hier runterladen – und mein Vorwort jetzt schon mal hier lesen:

„Liebe Leserinnen,
liebe Leser,
nach dem wir entschieden hatten, das Thema „Helden“ zum Schwerpunkt dieser Ausgabe unseres Magazins zu machen, haben wir einige Menschen gefragt, was sie mit dem Begriff verbinden würden. Sehr viele Menschen meldeten zurück, dass für sie dieser Begriff heute keine Relevanz mehr hat – zu sehr wird „Heldentum“ noch immer in Verbindung gebracht mit „großen“ Schlachten und Kämpfen, mit kriegerischer Auseinandersetzung und zweifelhaftem Ruhm im Kampf um zweifelhafte Ideale.
Aber es gab auch ganz andere Rückmeldungen – v.a bei unserer Umfrage auf Facebook! Immer wieder wurden hier Alleinerziehende genannt – was mich persönlich freut, denn es erweitert den Begriff des / der Helden/Heldin doch sehr um eine alltagstaugliche Sicht: Held*innen des Alltags sind jene Menschen, die fernab öffentlicher Wahrnehmung und Würdigung ihre wichtigen „Jobs“ erledigen. Wichtig, weil von Ihnen oftmals das Wohlergehen anderer Menschen abhängt, manchmal sogar deren Leben. Wichtig, weil diese Held*innen für sozialen und kulturellen Zusammenhalt und damit für das Funktionieren unserer Gesellschaft sorgen. Wichtig, weil ohne sie das Leben für viele von uns schwieriger oder gar unmöglich wäre.

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Blogparade: Neue Helden braucht das Land….?

Inspiriert durch einen Kommentar von Oliver Schmidt zu einem Artikel auf meinem Blog, setze ich mich gerade mit dem Begriff „Heldentum“ auseinander. Oliver Schmidt weist auf zwei Gedichte hin (die Links zu den Gedichten findet Ihr hier….), in denen das Bild der  „sozialen Helden“ beschrieben wird, die die  „preußisch geprägten Helden“ ablösten. Diese zogen  bis dahin vor allem als „Soldat und Feldherren“ fürs Vaterland in den Krieg. Die „neuen Helden“ hingegen  praktizierten damals das, was wir heute als „Zivilcourage“ bezeichnen würden.

Und er stellt die Frage: „Was sind die Helden von heute?“
Eine interessante Frage..

Ich selbst habe so meine Probleme mit dem Begriff „Heldentum“. In meiner Antwort zum  Kommentar von  Oliver Schmidt habe ich erwidert:  „Zu sehr assoziiere ich damit noch den Heldenbegriff meiner Schulzeit: Das waren tapfere Männer (seltener Frauen…?), die für irgendeine große Sache – und zu oft auch nur für irgendeinen Krieg – ihr Leben geopfert haben. Helden = Märtyrer? Nun ja. Ich finde es gut, wenn der Begriff neu definiert und neu mit Leben gefüllt wird, wenn WIR die Deutungshoheit für bestimmte Begriffe bzw. Wörter zurückerobern….. Insofern sympathisiere ich mit Projekte wie “Heldenrat” u.a….“

Neue Helden braucht das Land?  Foto (c): Fotolia

Neue Helden braucht das Land?
Foto (c): Fotolia

Wenn ich länger nachdenke und mich von meinem alten Heldenbegriff löse, kommen mir einige Bilder: Ganz aktuell Edward Snowden zum Beispiel. Der Mann, der nun um die halbe Welt flüchtet, weil er mit seinen Enthüllungen zum Umgang mit unseren Daten, Geheimdienste und Regierungen großer Nationen herausgefordert hat. Der kürzlich verstorbene Nelson Mandela. Oder eher historisch: Mahatma Ghandi. Sophie Scholl. Anne Frank, Albert Schweitzer. Die großen Menschen der Zeitgeschichte. Alles große Menschen, die in ihrer Zeit etwas bewegt haben. Vorbilder, die länger und tiefer wirken, als irgendwelche Sternchen und „Idole“, die auf der Bühne oder auf dem Fussballplatz für Begeisterung und kurzfristigen Applaus sorgen….

Und dann sprechen wir häufig von den „Helden des Alltags“. Menschen, die einfach so helfen. Menschen, die für andere da sind. Menschen, die nicht weggucken, wenn Solidarität und Hilfe gebraucht werden.
In meinem Beruf, im sozialwirtschaftlichen Bereich müsste es dann vor Helden nur so wimmeln …… Ist das so?

Aber: Wie genau funktioniert das eigentlich? Was macht einen Helden zum Held? Eine Heldin zur Heldin? Darf man sich selbst zur Heldin erklären? Wer bestimmt, wann man offiziell ein Held ist? Ist „Held“ etwas definierbares? Oder gibt es so viele Helden, wie es Bilder von „Heldentum“ gibt? Kann man seinen Heldenstatus wieder verlieren? Und überhaupt: Brauchen wir überhaupt Helden? Wenn ja – wofür? Und: Eignet sich ein jede/r zum Held oder zur Heldin?

Ein schönes Thema für eine Blogparade! Stimmts? Thema: „Neue Helden braucht das Land….?

Ich freue mich, wenn Ihr in Euren Blogs darüber mal „öffentlich nachdenkt“. Wenn Euer Beitrag (wenn es geht, gern  bis zum 3.1.) fertig ist, schreibt einen Kommentar (mit entsprechendem Link)  zu diesem Artikel, damit ich alle Beiträge zusammenfassen und mit den entsprechenden Links zu Euren Blogs gebündelt präsentieren kann…… Vergesst bitte nicht, Eure Beiträge mit meinem Beitrag zu verlinken und auf diesen Blog hinzuweisen.

Ich glaub das wird spannend – und ich freu mich auf Eure Beiträge und regen Austausch!