5 Fragen an Jeannette Hagen: Wie Vaterentbehrung das Leben prägt.

verletzte tochterJeannette Hagen setzt sich in ihrem Buch mit den Folgen der Vaterentbehrung für den Einzelnen und die Gesellschaft auseinander und zeigt, wie wir aus der Opferrolle herausfinden und das, was wir uns immer vom Vater gewünscht hätten, in uns finden können: ein bedingungsloses Ja zu uns selbst. Die Fragen stellte Thomas Mampel, Geschäftsführer des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. und Mitglied im Redaktionsteam jugendhilfe bewegt berlin, wo der Beitrag im Februar 2016 erstveröffentlicht wurde….

 

In Deinem Buch „Die verletzte Tochter“ setzt Du Dich mit den Folgen der Vaterentbehrung auseinander. Warum ist Vaterentbehrung ein Thema, ein Problem?

Dieser Frage kann man sich auf zwei Wegen annähern. Statistisch – dann lautet die Antwort, dass Vaterentbehrung zu signifikanten Häufungen bestimmter Straftaten oder Missbrauchserfahrungen führen kann. So sind Kinder, die ohne Vater aufwachsen, 10-mal mehr gefährdet, Drogen zu nehmen, 20-mal mehr gefährdet, sich im Gefängnis wiederzufinden, 33-mal mehr gefährdet, ernstlich körperlich misshandelt zu werden. Jene aus der Statistik, die selbst Verbrechen begehen, sind fast ausschließlich Jungs oder junge Männer. Diejenigen, denen etwas angetan wird, oder die sich selbst etwas antun, sind überwiegend Mädchen oder junge Frauen. Das unterstreicht die Aussage des Kinderpsychotherapeuten Dr. Hans Hopf, der über die Auswirkungen von Vaterentbehrung schreibt: „Jungen neigen dazu, den Schulhof zum >Kampfplatz< der eigenen inneren Konflikte zu machen, während Mädchen hierfür den eigenen Körper benutzen.“ Wobei – wie er mir mal in einem Gespräch bestätigte, Mädchen, bei denen das „Maß“ an Kränkungen oder Traumen voll ist, irgendwann auch dazu übergehen, nach außen gewalttätig zu werden. Was diese Kinder verbindet, ist die leichte Manipulierbarkeit. Kinder, die ohne Vater aufwachsen müssen und vielleicht dazu noch ein schlechtes Bild von ihm vermittelt bekommen, wie es häufig nach strittigen Trennungen der Fall ist, sind manipulierbarer als andere Kinder und gleichzeitig weniger geschützt, weil ein Elternteil und damit eben eine Meinung, eine Ansicht, eine Herangehensweise fehlt. Der Vater ist in der Mutter-Vater-Kind-Triade nicht nur dafür verantwortlich, dem Kind den Schritt weg aus der engen Bindung zur Mutter zu ermöglichen, sondern er ist auch maßgeblich an der Entwicklung dessen beteiligt, was wir gemeinhin als Gewissen bezeichnen. Väter lehren Kinder Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren. Sie zeigen ihnen, was in ihnen steckt, bis zu welchem Punkt sie in Auseinandersetzungen gehen können, ohne dem anderen weh zu tun, ihn zu verletzen. Und sie unterstützen besonders Mädchen darin, nicht nur auf Schönheit und Äußerlichkeiten zu setzen, sondern sich über Fähigkeiten in der Welt zu behaupten.

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einfach mal abbiegen…

IMG244Einige kennen vielleicht schon den Blog von Jeannette Hagen. Er heisst „Die Spaziergängerin“. Hier schildert sie in losen Abständen, was ihr auf ihrem Weg durchs Leben so alles begegnet. In einem neuen Artikel schildert sie auch persönliche Eindrücke ihres Engagements am Wochenende in einer Einrichtung des Stadtteilzentrum Steglitz und ihre ersten Erfahrungen mit diesen fremden Menschen aus Syrien…..: „Einer von ihnen soll zum Abschied gesagt haben, dass es die drei schönsten Tage seines Lebens waren. Als ich das gelesen habe, liefen mir die Tränen über die Wangen. Mein Gott, es braucht so wenig, um andere Menschen glücklich zu machen und wir haben so verdammt viel. Wenn wir nur offen sind. Unsere Ängste und Zweifel verjagen. Eine Abbiegung nehmen, um aufeinander zuzugehen.“….

Den ganzen Artikel könnt (uns solltet Ihr lesen), wenn Ihr diesem Link folgt: Abbiegen und aufeinander zugehen.

Interview: Flüchtlinge in Lichterfelde sehr willkommen!

Der Flüchtlingsstrom nach Berlin hält unvermindert an. Kein Wunder – schaut man sich um auf der Welt, dann ist es eher ein Wunder, dass nicht mehr Menschen kommen. Die große Frage ist nur – wo sollen die Flüchtlinge unterkommen? Wie kann man ihnen eine “Ersatzheimat” schaffen, sie integrieren, ihnen wenigstens ein bisschen Lebensqualität schenken? In Berlin will der Senat in den kommenden Monaten sechs Containerdörfer errichten.

Mixity - Two joint hands symbolizing diversityZwei dieser Dörfer werden in Lichterfelde entstehen – eines mit 340 Plätzen am Osteweg, das Zweite für 300 Bewohner am Ostpreußendamm. Die Containerdörfer sind ein Teil des neuen Senatskonzepts zur Unterbringung von Flüchtlingen in Gemeinschaftsunterkünften. Doch wie gelingt es, die Menschen an ihre neue Umgebung zu gewöhnen? Menschen, die teilweise stark traumatisiert sind, die vielleicht alles verloren haben? Der Senat gibt diese Aufgabe zum Teil an gemeinnützige Organisationen und Vereine ab und so wird auch das Stadtteilzentrum Steglitz seinen Beitrag dazu leisten. Jeannette  Hagen hat mich für den Blog  des Stadtteilzentrums Steglitz e.V. – dazu  befragt.

Hier gehts zum Interview….. KLICKEN!

(m)ein „frisch-und-motiviert-aus-dem-Urlaub-zurück“- Update…

GF-Tagebuch #40

In den letzten Wochen war es etwas ruhig in meinem Blog. Das lag daran, dass ich drei Wochen lang  Urlaub hatte – die ich auch ziemlich konsequent genutzt habe, mal ein bisschen „runter zu kommen“ und Kraft zu sammeln. Also: wenig Arbeit, wenig am Rechner…… dafür um so mehr neue Ideen und Lust auf inspirierende Projekte.

© Trueffelpix - Fotolia.com

© Trueffelpix – Fotolia.com

Schwerpunktmäßig steht bei mir ein „update“ der Arbeitsweise, der Arbeitsperspektiven und meines Fokus auf der Tagesordnung. Es stehen ein paar größere Veränderungen an (Vergrößerung nach Umzug der Geschäftsstelle des Stadtteilzentrum Steglitz im November; Umzug der .garage berlin in neue Räume im Dezember diesen Jahres). Neuausrichtung, Erweiterung, Konsolidierung, Fokussierung, Professionalisierung und Stabilisierung – scheinbar verschiedene – aber im Kern aufeinander aufbauende Aufgaben und Prozesse, die uns / mich in dieser Phase heftig beschäftigen werden.

Ein erstes Social-Franchise-Projekt“  (2015 geht es los… )  steht in den „Startlöchern“ und meine Arbeitsweise wird hierdurch zukünftig ein Stück weit überregionaler  ausgerichtet sein. Auch meine „Berufung“  zum Partner und Kurator der „Karlsberatung“,  einer studentischen Unternehmensberatung an der „Internationalen Universität Karlshochschule“ in Karlsruhe wird die Erweiterung meines bislang hauptsächlich auf Berlin beschränkten Horizontes deutlich forcieren….;-)  Und dann steht ja auch die Veröffentlichung des zweiten .garage-eBooks von Jeannette Hagen und mir im Kalender – im November soll es erscheinen. Arbeitstitel „Das erste Jahr der Selbständigkeit“ – die Fortsetzung des ersten Bandes („Das Prinzip .garage„), in dem es um spannende Gründungsgeschichten ging… Für das zweite Buch  ist noch einiges zu schreiben (- gut, dass Jeannette die meisten Beiträge schreibt 😉 )…..

Ihr seht: die Arbeit wird nicht alle – und ich werde hier in diesem Blog regelmäßig berichten, was so alles passiert und sich entwickelt…..

Vermutlich braucht auch dieser Blog ein (kleines?) inhaltliches update…. Da würde ich mich sehr über Eure unterstützenden Rückmeldungen  freuen und Euch bitten,  die Kommentarfunktion zu nutzen und mir ein paar Tipps und Einschätzungen zu geben.
Ich bin neugierig zu erfahren, was Euch am meisten interessiert – die Blogstatistiken geben hier keine klare Antwort….. Sind es  (Erfahrungs-) Berichte aus meinem beruflichen Alltag, sind es Vorstellungen und Links zu interessanten Projekten aus der Welt des „social entrepreneurship“ ? Soll es mehr um „Soziales Unternehmertum“ gehen oder mehr um „klassische“ soziale Themen? Interesse an „Management und Produktivität“?

Ich bin gespannt…..und grüße Euch herzlich!

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Seit November 2013 schreibe ich wöchentlich an meinem “Geschäftsführer-Tagebuch”. Warum ich das tue, könnt Ihr lesen, wenn Ihr H I E R klickt. Ich freue mich, wenn Ihr die Beiträge interessant findet und Ihr sie über Eure Kanäle (Facebook, Twitter  und Co.) teilt und verbreitet!

 

Glücklich ohne Geld

Sicher kennst Du schon unseren Gründer-Dienstag, hast vielleicht schon die eine oder andere Veranstaltung besucht. Am Dienstag, den 24.6. 2014 präsentieren wir in den Räumen der .garage berlin ein ganz besonderes Thema: wie es uns gelingen kann, auch ohne Geld glücklich zu werden.

gluecklich-ohne-geld-072472943Sind wir doch mal ehrlich – im Grunde kreisen doch die meisten Gedanken der Menschen in unserer Gesellschaft um das Thema Geld. Darum, wie man es schnell verdienen kann, wie man es gut anlegt, wie man damit über die Runden kommt. Geld hat einen unglaublich hohen Stellenwert, entscheidet über Ansehen, über Bildung, über unsere Lebenskonzepte. Bisher ging es überwiegend darum, mehr anzuhäufen, um sich damit Freiheiten oder Materielles zu erkaufen.

Doch es gibt auch einen anderen Trend, denn viele Menschen erkennen, dass die Jagd nach dem Geld einen hohen Preis fordert. Nach dem Buch ” Das Sterntalerexperiment” von Heidemarie Schwermer entstanden plötzlich vielerorts Tauschringe. Und dieser Trend hält an. Immer mehr alternative Austauschsysteme werden angeboten und ermöglichen schon jetzt ein Leben jenseits von Konsumterror und Geldwahn.

Hier nun die aktuelle Pressemitteilung der .garage berlin zum Thema: “Glücklich ohne Geld”. Wir laden Dich herzlich ein, dabei zu sein und mitzudiskutieren.

Dienstag, 24.6.2014, Beginn: 18:30h, Einlass: ab 18h

Experten diskutieren in der .garage über alternative Austauschsysteme Raphael Fellmer, Autor des vielbeachteten Buches „Glücklich ohne Geld“, kommt zum Gespräch in die .garage berlin.
Eingeladen hat ihn Carsten Hokema, Experte für Entrepreneurship, Inhaber von innodate Berlin und seit Beginn des Jahres auch Gründungsbegleiter in der .garage.

Ein Leben ohne Geld. Geht das überhaupt in einer Gesellschaft, in der Besitz- und Gewinnbestreben nach wie vor hohe Werte darstellen? „Wenn ja, wie – und vor allem, warum?
Was tun mit den bedrohlichen Verschaltungen in unseren Köpfen, die ein Leben ohne Geld gleichsetzen mit einem Leben ohne Möglichkeiten, ohne Perspektive.

Es ist Zeit für neue Sichtweisen! Kann man ein gutes Leben führen, ohne hauptberuflich ans Geldverdienen zu denken? Keinesfalls? Und wenn doch, wie?

Gemeinsam mit weiteren Gästen werden sie ausloten, welche alternativen Austauschsysteme unsere Gesellschaft schon bereit hält, inwieweit ein solches Konzept auf die Gesellschaft übertragbar ist – was für unternehmerische Konzepte und Impulse sich daraus ableiten lassen. Wo liegen die Chancen und worin die Risiken? Und: Wieso ist es so schwer für uns, uns ein Leben ohne Geld vorzustellen?
Raphael Fellmer lebt seit viereinhalb Jahren im freiwilligen Geldstreik und ist glücklich damit. Er ist längst zu einer medialen Instanz geworden für die Kultur des Teilens und gegen die Verschwendung.
Corinna Vosse, Wissenschaftlerin und Forscherin, u.a. zu Alternativen Austauschsystemen. Sie leitet die Klimawerkstatt Spandau und die Akademie für Suffizienz, eine geldlose Akademie und Lernort in der Priegnitz.
Frank Becker, Dipl. Volkswirt und Mitarbeiter bei kubus mit dem Schwerpunkt Nachhaltige Entwicklung im Kontext regionaler Ökonomie sowie Wieder- und Weiterverwendungsstrategien. An der TU Berlin tätig im Bereich Kooperation Wissenschaft / Gesellschaft.

Moderation: Carsten Hokema, Inhaber von innodate, re-thinking Business

 

Dieser Beitrag stammt von Jeannette Hagen und wurde zuerst auf blog.garageberlin.de veröffentlicht!

Bitte teilt diesen Beitrag massenhaft – Danke!

Schicksale der Republik – oder: Sozialarbeit hat auch gute Seiten.

SocialLinks #19

Heute präsentiere ich Euch drei  „Links der Woche“ – und ich finde,  die sind diesmal noch   lesens- und empfehlenswerter als sonst 😉

© Maksim Kabakou - Fotolia.com

© Maksim Kabakou – Fotolia.com

Wer selbst bloggt stösst immer mal wieder  in den virtuellen Weiten des Netzes  zwangsläufig auch auf andere Blogger – und immer mal wieder sind da auch ein paar richtige gute Seiten von Sozialarbeitern bzw. aus dem sozialarbeiterischen Bereich. Eine besonders tolle Seite nennt sich „Schicksale der Republik“ und sie erzählt „wahre Ereignisse aus der Sozialarbeit“. Der Autor über sein Projekt: „Ich bin Sozialarbeiter einer Großstadt in Deutschland. Aus datenschutzrechtlichen Gründen kann ich nicht mehr über meine genaue Berufstätigkeit sagen, um Betroffene, Berufstätige in diesem Feld und das Recht derer zu schützen. Es handelt sich ausnahmslos über selbst erfahrene oder von Kollegen erzählte Erlebnisse mit Menschen, die entweder den Dienst des Sozialsystems beanspruchen oder selbst darin tätig sind. Mir es in Anbetracht immer wiederkehrender Debatten und besten Versuchen von JournalistInnen, die über das schwächelnde Hilfesystem berichten, ein Anliegen, aus dem Berufsleben von Sozialarbeit zu erzählen.“

schicksalederrepublik.wordpress.com

Hendrik Epe ist Sozialarbeiter und arbeitet für die AHPGS – Akkreditierungsagentur im Bereich Gesundheit und Soziales . Und Hendrik betreibt einen hochgradig interessanten Blog. Mal schreibt er (fachlich fundiert) über das Konfliktfeld „Qualitätsentwicklung unter Bedingungen von (kurzfristiger) Projektfinanzierung“ oder aktuell über die „Generation Y und die Soziale Arbeit“. Alle Artikel sind spannend, inspirierend und lehrreich. Ich bin froh, dass ich dieses Blog gefunden habe….

hendrikepe.wordpress.com

Das Stadtteilzentrum Steglitz betreibt nicht nur eine tolle Internetpräsenz, sondern auch ein absolut lesenswertes Blog, das aus meiner Sicht viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätte (das sage ich nicht, weil ich Geschäftsführer dieses Vereins bin….). Auf sz-s.de bloggt Jeannette Hagen Geschichten aus dem Kiez – und mehr. Aktuell geht es um die desolate Raumsituation in Berliner Schulhorten. Es finden sich Beiträge über das Thema „Unterstützung für Hebammen“, über Werbung rechstextremer Parteien in unserem Bezirk – und Aktionen dagegen…, über Aktionen und Projekte im Kiez und  „kleine Alltagsgeschichten“, die das Leben im Berliner Südwesten beschreiben….. Unbedingt mal reingucken!

sz-s.de

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Immer Mittwochs gibts an dieser Stelle  meine  Linkliste der Woche. Ich möchte Euch ein paar gute Projekte, Konzepte, Ideen und Anregungen aus der Welt der Sozialen Arbeit, der Sozialwirtschaft, des Social Entrepreneurship und der Förderung des UnternehmerInnentums ans Herz legen und zur Lektüre empfehlen.  Und machmal finde ich auch Seiten interessant und empfehlenswert, die nicht direkt etwas mit den eben genannten Gebieten zu tun haben – die Ihr Euch aber trotzdem mal anschauen solltet…..

Ich freue mich, wenn Ihr diesen und weitere Beiträge in meinem Blog über Eure Kanäle teilt und weiterverbreitet. Vielen Dank!

Heldenhafte Blogparade abgeschlossen. Prädikat: wow – sehr lesenswert!

Neue Helden braucht das Land?  war Frage und  Thema einer von mir am 26.12.2013 initierten Blogparade. Inspiriert durch einen Kommentar zu einem meiner Beiträge hier im Blog begann ich über den Begriff „Heldentum“ nachzudenken. Und es tauchten bei mir Fragen auf, die ich mir nicht so recht beantworten konnte: „Was macht einen Helden zum Helden?“,“Darf man sich selbst zur Heldin erklären?“,  Wer bestimmt, wann man offiziell ein Held ist?“, „Ist „Held” etwas definierbares? Oder gibt es so viele Helden, wie es Bilder von „Heldentum“ gibt?“, “ Kann man seinen Heldenstatus wieder verlieren?“….Und überhaupt: „Brauchen wir überhaupt Helden? Wenn ja – wofür? Und: Eignet sich ein jede/r zum Held oder zur Heldin?“.

(c) Fotolia

(c) Fotolia

Dass diese Fragen nicht nur mich, sondern auch andere bloggende Menschen interessieren, hat die Resonanz auf meinen „Schreibaufruf“ gezeigt: Trotz Nach-Weihnachtsrummel und Jahreswechsel und allgemeiner Urlaubsstimmung sind sieben sehr unterschiedliche Beiträge aus verschiedenen Teilen der Republik zusammen gekommen. Sieben sehr unterschiedliche Sichtweisen sehr unterschiedlicher Menschen, die ich Euch im folgenden präsentieren möchte:

Heldentum 2014 mit alten Heldenklischees unvereinbar

„Mehr Sex im Text“ verspricht das Blog von Gerhard J. Ernest aus Iphofen. Sein Blog versteht sich als „Ideenfutter für Experten, Führungskräfte und Umsatz-, Verkaufs- und Vertriebsverantwortliche in Unternehmen mit engem Zielgruppenfokus“. Ganz ohne Sex kommt allerdings seine sehr ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema unserer Blogparade aus. Sehr tief kniet sich Ernest in die Thematik, blättert in alten Universal-Lexika, zitiert Simmel und Ralph Waldo Emerson, springt weit zurück bis ins 16. Jahrhundert um dann wieder Parallelen und Unterschiede zur Gegenwart aufzuzeigen und resümiert:  „Sie sehen, Heldentum 2014 ist mit alten Heldenklischees unvereinbar. Heldentum lässt sich außer in einer Ladung treffwilliger Kanonenkugeln auch in Pinselstrichen, Erfindergenialität und Bytes messen. Es kommt immer auf die persönliche Perspektive an, so meine Auffassung.“ Und die Begründung seiner Auffassung ist unbedingt lesenswert.

Helden des Managements

Oliver Schmidt, Nachhaltigkeitsberater und Geschäftsführer bei Hultgren und Partner und Macher des Blogs  :machen geht sehr pragmatisch an das Thema heran. Schon in seinem Kommentar zu meinem o.g. Artikel wird deutlich: Schmidt hat sehr klare Vorstellungen davon, wie er sich, wir wir uns wahre Helden vorstellen könnten: „Der Verein Gleich X Anders e.V. (sprich: “gleich mal anders”) zur Inklusion geistig behinderter Menschen baut ein Hotel in Darmstadt. Das Projekt steht noch ganz am Anfang, ein paar Milliönchen müssen noch zusammengetragen werden, aber eins steht fest: Wenn das gelingt, und hier Arbeitsplätze für Menschen mit und ohne Behinderungen entstehen, sind die Macher für mich “Helden des Managements” – und damit meine Bewerbung für Ihre Blogparade, Herr Mampel.“ Und in seinem Beitrag zur Blogparade auf :machen stellt er dieses Projekt unter der Überschrift „All inclusive“ auch gleich mal vor……. Mit dem hier geprägten Heldenbegriff kann ich mich sofort identifizieren. Ihr nach dem lesen des Beitrages ganz sicher auch.

Ist Siegfried aus der Sicht des Drachen ein Held?

„Das Land braucht keine neuen Helden, das Land braucht Anerkennung für die stillen Helden, die überhaupt erst möglich machen, was in unserer Welt funktioniert und schön ist.“ Das ist eine sehr klare Ansage von Flashbash . Für ihn ist klar: Helden finden wir nicht nur in den Ruhmeshallen der Geschichte – zumal die Frage ob jemand als Held gilt, auch immer nur in seinem jeweiligen historischen Kontext und aus einer speziellen Perspektive heraus beantwortet werden kann. (Ist Siegfried aus der Sicht des Drachen ein Held?“) Für ihn fängt Heldentum in „kleinen“ an… im Alltag. Aber lest selbst, was Flashbash dazu denkt und schreibt….. 

In jedem von uns steckt ein Held

Ähnlich sieht das „Die Spaziergängerin“ Jeannette Hagen (die Ihr sicher auch schon bei der Lektüre  von Das Prinzip .garage schätzen gelernt habt): Heldentum fängt in unserem Alltag an. Ihre These:  In jedem von uns steckt ein Held. Viele von uns haben das einfach nur vergessen. Und sie bietet uns auch ihre Definition des Heldenbegriffes an: „Ein Held ist für mich jeder, der einmal mehr aufsteht, als er fällt. Jeder, der mir ein ehrliches Lächeln schenkt. Jeder, der nicht müde wird, seine eigenen Grenzen entweder zu erkennen und zu respektieren oder der sie mutig überschreitet. Jeder, der ohne Aufforderung die Grenzen des anderen respektiert und sich loyal verhält. Der sich für die Gemeinschaft einsetzt – nicht weil er muss, sondern weil er will.“ Ich lege Euch die Lektüre des gesamten Beitrages unbedingt und dringend ans Herz. Egal, wie Ihr die Dinge seht – Ihr habt hinterher auf jeden Fall einiges zum nachdenken…… Und denken schadet ja nix… 😉

Heldentum entmystifizieren

Mein Twitter-Kollege Thomas Michl aus Weinsberg gibt unumwunden zu, dass er „ein schwer ambivalentes Verhältnis“ zum Heldenbegriff hat. Warum das so ist,  beschreibt Thomas  in seinem Beitrag auf  „Tom´s Gedankenblog“ sehr anschaulich. Klar wird: Heldentum muss entmystifiziert werden; das Denkkonzept hinter dem Begriff muss in Frage gestellt werden.  Und am Ende kommt er zu einem Fazit, das  unbedingt zur Diskussion anregt. Den ganzen Beitrag – und Thomas Michls Fazit – könnt Ihr lesen, wenn Ihr H I E R klickt.

Helden zeigen uns unsere eigene Unvollkommenheit

In eine ganz andere Richtung denkt Guido Neumann, Projektleiter in der .garage berlin. Er stellt in seinem Beitrag auf seinem Blog „Ein- und Audrücke“ die Vorbildfunktion des Heldin / der Heldin in den Vordergrund. Der Held als Identifikationsfigur, der uns antreibt größeres zu wollen und sich dafür gefälligst auch anzustrengen. Gerade auch für Existenzgründer (mit denen arbeitet Guido tagtäglich) ein möglicherweise plausibles Konzept. Guido schreibt: „Ich glaube, dass Heldentum heute noch gebraucht wird. Heldentum ist immer Geschichten erzählen. Geschichten von tollen Menschen, Geschichten vom Sieg des Guten über das Böse, Geschichten von Erfolg und manchmal auch von Misserfolg (der tragische Held). Helden geben uns Halt, Helden geben Sicherheit, Helden zeigen uns unsere Unvollkommenheit.“ Darüber kann mal auf jeden Fall auch mal nachdenken.

29 Ideen für werdende Helden

Und wenn Ihr jetzt genug gelesen habt,  Ihr schon zappelig werdet und Euer Körper nach Bewegung schreit….. dann steht doch einfach mal auf, dreht die Musik laut …. und  tanzt…… Was das mit unserem Thema zu tun hat? Viel, wenn Ihr Walter Epp fragt. Er ist Initiator und Motor von „Tanzheld – Besser tanzen, besser leben, die Welt verbessern„. Klingt erstmal komisch. Ist es aber gar nicht. Walter Epp schreibt über seine Sicht auf die Welt: „Ich glaube an mehrere Dinge:  Ich glaube, dass das Tanzen einen Menschen zum Besseren verändert. Tanzen schenkt uns Selbstbeherrschung, Disziplin, aber auch Freiheit und Lebensfreude. Tanzen schenkt eine starke Persönlichkeit und hat einigen Menschen sogar einen ganzen Lebenssinn verschafft.“ Wer tanzt wird ein besserer Mensch. Und bessere Menschen wollen die Welt besser machen. Und deshalb liefert  seine Seite auch ganz praktische Lebenshilfe für werdende (Tanz-) Helden:  29 einfache Wege die Welt zu verbessern – Ideen für Helden solltet Ihr unbedingt lesen und den einen oder anderen Vorschlag auch einfach mal ausprobieren…… Aber erst  nach dem tanzen 😉

Fazit

Mein Fazit dieser Blogparade: Ja – die Welt braucht Helden. Die Welt braucht Menschen, die die Welt besser machen wollen. Menschen, die für das Gute, für das Bessere stehen. Und die uns motivieren, mit Ihnen gemeinsam zum Helden, zur Heldin zu werden. Im Büro. Beim tanzen. Im Management. In der U-Bahn. Im Krankenhaus.

Überall da, wo Menschen Menschen brauchen, werden Helden geboren.

Von der Klowand zum Internetstar

Ich glaube, in gewisser Weise bin ich eine „Rampensau“. Aber eine  von der angenehmen Sorte. Rampensau meint hier: Ich will gesehen werden, ich will wahrgenommen werden. Ich möchte , dass man sich mit mir auseinandersetzt. Ich laufe zu Hochform auf, wenn man sich an dem, was ich tue, sage, schreibe, denke und von mir preis gebe reibt. Ich will – meistens – in der ersten Reihe stehen. Ganz vorne – da wo es weh tut, wenn es mal intensiver wird oder hart zur Sache geht. Andere würden statt „Rampensau“ freundlichere Umschreibungen wählen.  „Thomas hat ein starkes Profilierungsbedürfnis.“ „Thomas hat ein übertriebenes Geltungsbedürfnis.“ Oder, wie es in einem Grundschulzeugnis stand: „Thomas möchte immer im Mittelpunkt stehen und braucht viel Aufmerksamkeit.“

Wahrscheinlich ist alles irgendwie richtig. Wahrscheinlich stelle ich mich deshalb (trotz sehr bescheidenen Talents) mehrmals im Jahr mit meiner Gitarre auf die Bühne und mache meiner Band das Leben schwer, wahrscheinlich wollte ich deshalb unbedingt an einem Buch mitschreiben, das nunmehr seit einigen Wochen käuflich zu erwerben ist. Wahrscheinlich habe ich aus diesem Grund auch eine leitende Aufgabe, eine Führungsposition übernommen, wahrscheinlich schreie ich deshalb immer ganz besonders laut „Hier“, wenn irgendwo Arbeit verteilt wird.
Und wahrscheinlich betreibe  ich deshalb auch dieses Blog. Und wahrscheinlich habe ich gleich „Ich mache mit!“ gerufen, als Jeannette Hagen in ihrem Blog „Die Spaziergängerin“ zu einer Blogparade aufgerufen hat. Titel: „Von der Klowand zum Internetstar“.

Nun bin ich weit davon entfernt ein Internetstar zu sein (by the way: Von wem würdet Ihr behaupten, er oder sie sei  ein richtiger Internetstar?) – aber mit Klowänden kenne ich mich aus.

In meiner jugendlichen  „Sturm- und Drangzeit“ (also zu meiner Oberschulzeit) hatten Klowände eine wichtige kommunikative Funktion. Das,  was heute via Facebook, Twitter oder Tumblr in die Welt gepustet wird, musste damals – wir schreiben das Jahr 1977, Thomas ist 15 und in der Blüte seiner Pubertät – analog verbreitet werden. Die Schreibtische in den Klassenräumen und eben auch die Klowände waren wichtige analoge Plattformen für das explodierende Mitteilungsbedürfnis einer hormongeschwängerten Schülergeneration. Wie auch heute in den digitalen Räumen, gab es schon damals verschiedene Gruppen: politisch ambitionierte (wie mich) , die ihre berechtigten und unberechtigten Forderungen mit Edding verewigten (Bsp.: „Kampf dem US-Imperailismus“, „Nicht jammern und picheln – hammern und sicheln!“. ) Das war ernst gemeint. Damals. Andere waren eher hormon- und triebgesteuert und schmierten überall irgendwelche Penisse an die Wand und versuchten aufzumalen, wie sie sich das weibliche Geschlechtsteil vorstellten. Die Romantiker unter uns teilten mit, wen sie gerade unsterblich liebten. Und die ganz Eiligen begnügten sich mit kurz gehaltenen Status-Updates: „Jörg was here“.

Ich müsste glatt mal gucken, wie es heute an den Klowänden deutscher Schulen aussieht. Ist die Zeit der analogen „Wandmalerei“ vorbei? Hat sie sich ins Internet verlagert? Oder laufen beide Welten parallel? Wie dem auch sei: Fakt ist, dass heute mit vergleichsweise geringem  Aufwand unglaublich viele Menschen erreicht werden können. Haben meine Thesen und Forderungen im Jahr 1977  bestenfalls 40 bis 50 Schüler und die arme Reinigungskraft  erreicht, lesen heute tendenziell rund 1500 bis 2500 Leute jede Neuigkeit, die ich vom Stapel lasse. Das ist für so eine „Rampensau“ wie mich eine hervorragende Entwicklung. Und ich finde es großartig, dass ich  durch das bloggen die Möglichkeit habe, meinen Blick auf die  Themen „Soziale Arbeit“, „Social Entrepreneurship“ und „Sozialwirtschaft“ darzustellen und ein gutes Tool  für mein „Geschäftsführer-Tagebuch“ gefunden zu haben.

Insofern stimmt es  ja dann vielleicht doch irgendwie: „Von der Klowand zum Internetstar“ ……. oder wenigstens zum kleinen, interessanten „Sternchen“ 😉

Reklame in eigener Sache….

Liebe Leser, liebe Leserinnen!

Seit Beginn des Monats kann man das eBook  „Das Prinzip .garage“ in folgenden eBook-Stores kaufen:

  • Amazon Kindle Store
  • Apple iBookstore
  • Barnes & Noble Nook Book Store
  • bol.it
  • Collins Booksellers
  • Der Club Bertelsmann
  • Fnac
  • Google Play Store
  • Hugendubel
  • Indigo
  • Kobo Book Store
  • Livraria Cultura
  • Mondadori
  • Sony Reader Store
  • Thalia
  • Tolino
  • txtr
  • Weltbild
  • Whitcoulls
  • WHSmith
  • epubli
ab sofort im BookStore Eures Vertrauens

ab sofort im BookStore Eures Vertrauens

Natürlich freuen wir uns, wenn Ihr das eBook nicht nur selber lest, sondern den Hinweis, dass man es nun kaufen kann, fleißig über Eure eigenen Kanäle teilt, damit die Gründungs- Geschichten von vielen  Menschen gelesen werden und das Buch seinen Zweck – nämlich andere zu inspirieren und zu motivieren – erfüllen kann.

Noch eine Bitte: Wenn Ihr öffentliche Kanäle, soziale Netzwerke oder sogar die Presse nutzt, wäre es toll, wenn Ihr Eure Freunde und Kontakte ebenfalls bitten würdet, diesen Beitrag kräftig weiter zu verbreiten und zu teilen. Und es wäre großartig, wenn Ihr Bekannte oder Freunde, die es gelesen haben, bittet, eine kurze Rezension zu schreiben, damit wir wissen, wie das eBook ankommt.

Vielen Dank und weiterhin eine schöne Vorweihnachtszeit!

Espressoklatsch und das Prinzip .garage

Während andere noch beim Kaffeeklatsch auf das Sturmtief Xaver warten ist Jeannette Hagen schon zwei bis drei Schritte weiter und wirbt  via Espressoklatsch für unser Buch „Das Prinzip .garage“.

ab sofort im BookStore Eures Vertrauens

ab sofort im BookStore Eures Vertrauens

Sie schreibt: „Ja es bereitet mir Freude, Bücher zu lesen und es bereitet mir auch Freude, über das, was ich gelesen habe zu schreiben. Noch glücklicher macht es mich allerdings, wenn ich verkünden kann, dass ein eigenes Buch fertig geworden und nun als eBook im Handel erhältlich ist. Und darum mit Tusch und Trara: „Das Prinzip .garage“ kann seit ein paar Tagen in allen bekannten eBook-Stores erworben werden.
Worum es geht?
Kurz gesagt: Darum wie der Schritt in die Selbstständigkeit gelingen kann.
Dabei ist es kein Ratgeber im herkömmlichen Sinne.Ich selbst habe lange genug als Coach und Beraterin für Existenzgründer gearbeitet um zu wissen, dass es oft oder gerade die Geschichten von anderen Menschen sind, die uns inspirieren oder motivieren.
Und so kommen in diesem Buch Gründer zu Wort, die den Schritt bereits gegangen sind. Gründer, die das gesamte Auf und Ab vor und während einer Gründung bewältigt haben, um einer Idee Gestalt zu geben, um ihren Traum zu verwirklichen oder um aus der Not der Arbeitslosigkeit eine Tugend zu machen.
Was mich zu diesem Projekt bewegt hat, ist schnell erzählt.“

Neugierig geworden? Dann hier klicken und weiterlesen!