Geschäftsführer-Tagebuch: die Sache mit der Kohle….

IMG_4370Ich habe immer noch keinen Weg gefunden, souverän mit dem Thema „Geld“ umzugehen. Geld ist für mich ein sehr emotional besetztes Thema. Wenn es knapp wird, werde ich schnell unsicher und ängstlich. Wenn es uns finanziell gut geht, werde ich manchmal „euphorisch“ und möchte, dass alle im Verein von der guten Entwicklung profitieren. Dazwischen gibt es dann Phasen – häufig auch recht lange -, bei denen wir auf „hohem Niveau“ von der Hand in den Mund leben: Wir können alles bezahlen und uns etwas leisten, aber es bleibt wenig übrig für „Rücklagen“ und größere Investitionen.

Zu meinen Hauptaufgaben als Geschäftsführer gehört es Entscheidungen zu treffen, die Auswirkungen auf die finanzielle bzw. wirtschaftliche Situation der Organisation haben. Das, was weitläufig als das „unternehmerische Risiko“ bezeichnet wird, ist deshalb mitunter schwer zu kalkulieren, da unternehmerische Entscheidungen (auch sozial-unternehmerische) oft auf Annahmen und Prognosen beruhen. Und Prognosen sind mithin dann eine schwierige Angelegenheit, wenn sie sich auf die Zukunft beziehen ;-).

Weiterlesen

Mitgestalter statt Mitarbeiter

GF-Tagebuch #41

Einmal im Jahr machen wir im Stadtteilzentrum Steglitz einen MitarbeiterInnen-Tag. Alle Kolleginnen und Kollegen kommen für einen Tag zusammen, es gibt ein bisschen Input und viel Raum für Gespräche und gegenseitiges Kennenlernen. Das braucht es, weil unsere rund 150 Mitarbeitenden in 18 verschiedenen Einrichtungen – von der Kita bis zum Seniorenzentrum – arbeiten. Im normalen Arbeitsalltag begegnen sie sich eher selten.

Der heutige Tag bestand aus drei Teilen: gleich zu Beginn stellte ich zusammen mit unserer AG Leitbild den Prozess der Entwicklung unseres neuen Leitbildes vor. Wie das Thema bei uns zum Thema wurde, habe ich in einem Beitrag in diesem Blog schon mal beschrieben: Die Sache mit dem Leitbild.  Heute nun wurde das Leitbild beschlossen und verkündet: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben es unterschrieben, ab Montag hängt es in allen Einrichtungen unseres Vereins und dient uns als Orientierungshilfe im beruflichen Alltag.

fb_3Im zweiten Teil wurden die Kolleginnen und Kollegen in Gruppen aufgeteilt – mit so verlockenden Namen wie Bananen, Gurken, Tonaten, Mangos usw. – und verteilten sich auf verschiedene Einrichtungen und mussten dort mit einer vorgegebenen Auswahl von Lebensmitteln kulinarische Herausforderungen meistern. Die Ergebnisse wurden dann mittags a.) allen anderen Kolleginnen und Kollegen präsentiert und dann b.) verspeist. Für mich der kulinarische Höhepunkt der Woche und wieder mal ein Beweis für die unglaubliche Kreativität und Schaffenskraft unserer Leute.

Zum Abschluss der Veranstaltung erfolgte dann – in Beisein der Stadträtin für Jugend, Gesundheit, Umwelt und Tiefbau,  Christa Markl-Vieto –  die Übergabe der Nachhaltigkeitsurkunde und des Nachhaltigkeitsberichts durch Oliver Schmidt von der Hultgren Nachhaltigkeitsberatung UG. Im  Stadtteilzentrum hat es vor rund anderthalb  Jahren den Startschuss für den Nachhaltigkeitscheck  gegeben – und die Zeit wurde  intensiv genutzt, um den Stand der Dinge in der Organisation zu erfassen  und die nächsten Handlungsschritte zu definieren. Nicht nur Frau Markl-Vieto war sichtlich beeindruckt, sondern auch vielen Kolleginnen und Kollegen wurde an diesem  Tag noch einmal sehr bewusst, wie dynamisch und rasant sich das Stadtteilzentrum Steglitz entwickelt und verbessert und was für beachtliche Erfolge im Unternehmen bewirkt werden können, wenn alle an einem Strang ziehen und es Freiraum und Offenheit für interne Kooperation, Kommunikation und gemeinsame Gestaltung und Zusammenarbeit auf Augenhöhe gibt.

Sehr schön hat es eine Gruppe von Kolleginnen und Kollegen heute auf den Punkt gebracht: Sie verstehen sich fortan nicht mehr  als Mit-Arbeiter  des Stadtteilzentrum Steglitz – sondern als Mit-Gestalter. Das gefällt mir. Und ich freu mich jetzt schon auf den „Mitgestaltertag 2015“.

—————————————————————————————

Seit November 2013 schreibe ich wöchentlich an meinem “Geschäftsführer-Tagebuch”. Warum ich das tue, könnt Ihr lesen, wenn Ihr H I E R klickt. Ich freue mich, wenn Ihr die Beiträge interessant findet und Ihr sie über Eure Kanäle (Facebook, Twitter  und Co.) teilt und verbreitet!