Helden

Die aktuelle Ausgabe des Magazins „Im Mittelpunkt“ des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. beschäftigt sich mit dem Thema „Helden des Alltags“. Die Ausgabe könnt Ihr in den nächsten Tagen hier runterladen – und mein Vorwort jetzt schon mal hier lesen:

„Liebe Leserinnen,
liebe Leser,
nach dem wir entschieden hatten, das Thema „Helden“ zum Schwerpunkt dieser Ausgabe unseres Magazins zu machen, haben wir einige Menschen gefragt, was sie mit dem Begriff verbinden würden. Sehr viele Menschen meldeten zurück, dass für sie dieser Begriff heute keine Relevanz mehr hat – zu sehr wird „Heldentum“ noch immer in Verbindung gebracht mit „großen“ Schlachten und Kämpfen, mit kriegerischer Auseinandersetzung und zweifelhaftem Ruhm im Kampf um zweifelhafte Ideale.
Aber es gab auch ganz andere Rückmeldungen – v.a bei unserer Umfrage auf Facebook! Immer wieder wurden hier Alleinerziehende genannt – was mich persönlich freut, denn es erweitert den Begriff des / der Helden/Heldin doch sehr um eine alltagstaugliche Sicht: Held*innen des Alltags sind jene Menschen, die fernab öffentlicher Wahrnehmung und Würdigung ihre wichtigen „Jobs“ erledigen. Wichtig, weil von Ihnen oftmals das Wohlergehen anderer Menschen abhängt, manchmal sogar deren Leben. Wichtig, weil diese Held*innen für sozialen und kulturellen Zusammenhalt und damit für das Funktionieren unserer Gesellschaft sorgen. Wichtig, weil ohne sie das Leben für viele von uns schwieriger oder gar unmöglich wäre.

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Allein sein

szs_mittelpunkt_1-2018_Cover-722x1024Das Magazin „Im Mittelpunkt“ des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. hat sich diesmal dem Schwerpunktthema „Allein sein“ gewidmet. Hier mein Vorwort zu dieser Ausgabe:

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„Alleinsein“ ist das Thema dieser Ausgabe unseres Magazins „Im Mittelpunkt“.

Ein schwieriges Thema. Allein sein ist eine ambivalente Angelegenheit: Auf der einen Seite braucht jeder Mensch Zeiten, in der nur an sich denken und nur für sich sein kann, um zu sich und zur Ruhe kommen. Wenn ich allein bin, ordnen sich meine Gedanken, ich kann mich gehen lassen und komme so allmählich bei mir an. Und dann bin ich wieder fit für Gemeinschaft, Austausch und Kommunikation mit anderen. Bereit für die Arbeit mit Menschen.

Problematisch wird die Sache, wenn man unfreiwillig allein ist. Dann fühlen sich Menschen oft einsam und verlassen. So geht es vielen Menschen, die ihren Partner verloren haben. So geht es sehr vielen alten Menschen, die keinen Zugang mehr zu gesellschaftlichem und kulturellem Leben finden. So geht es vielen armen Menschen, für die es finanziell nicht möglich ist abends mit Freunden, was essen oder trinken oder mal ins Kino zu gehen und Einladungen zu solchen Verabredungen immer ablehnen müssen. Viele Menschen, die aus Krieg und Not zu uns geflüchtet sind, leiden unter Einsamkeit, weil sie ihre Familien zurücklassen mussten und nun nicht nachholen dürfen.

Einsamkeit ist bitter. Einsamkeit macht bitter. Aber: Einsamkeit kann überwunden werden. Wir können aktiv die Gesellschaft anderer Menschen suchen. Auch wenn wir kein Geld haben, auch wenn wir in unserer Mobilität eingeschränkt sind, auch wenn wir hier in dieser Stadt kaum jemanden kennen.

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