Mitgestalter statt Mitarbeiter

GF-Tagebuch #41

Einmal im Jahr machen wir im Stadtteilzentrum Steglitz einen MitarbeiterInnen-Tag. Alle Kolleginnen und Kollegen kommen für einen Tag zusammen, es gibt ein bisschen Input und viel Raum für Gespräche und gegenseitiges Kennenlernen. Das braucht es, weil unsere rund 150 Mitarbeitenden in 18 verschiedenen Einrichtungen – von der Kita bis zum Seniorenzentrum – arbeiten. Im normalen Arbeitsalltag begegnen sie sich eher selten.

Der heutige Tag bestand aus drei Teilen: gleich zu Beginn stellte ich zusammen mit unserer AG Leitbild den Prozess der Entwicklung unseres neuen Leitbildes vor. Wie das Thema bei uns zum Thema wurde, habe ich in einem Beitrag in diesem Blog schon mal beschrieben: Die Sache mit dem Leitbild.  Heute nun wurde das Leitbild beschlossen und verkündet: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben es unterschrieben, ab Montag hängt es in allen Einrichtungen unseres Vereins und dient uns als Orientierungshilfe im beruflichen Alltag.

fb_3Im zweiten Teil wurden die Kolleginnen und Kollegen in Gruppen aufgeteilt – mit so verlockenden Namen wie Bananen, Gurken, Tonaten, Mangos usw. – und verteilten sich auf verschiedene Einrichtungen und mussten dort mit einer vorgegebenen Auswahl von Lebensmitteln kulinarische Herausforderungen meistern. Die Ergebnisse wurden dann mittags a.) allen anderen Kolleginnen und Kollegen präsentiert und dann b.) verspeist. Für mich der kulinarische Höhepunkt der Woche und wieder mal ein Beweis für die unglaubliche Kreativität und Schaffenskraft unserer Leute.

Zum Abschluss der Veranstaltung erfolgte dann – in Beisein der Stadträtin für Jugend, Gesundheit, Umwelt und Tiefbau,  Christa Markl-Vieto –  die Übergabe der Nachhaltigkeitsurkunde und des Nachhaltigkeitsberichts durch Oliver Schmidt von der Hultgren Nachhaltigkeitsberatung UG. Im  Stadtteilzentrum hat es vor rund anderthalb  Jahren den Startschuss für den Nachhaltigkeitscheck  gegeben – und die Zeit wurde  intensiv genutzt, um den Stand der Dinge in der Organisation zu erfassen  und die nächsten Handlungsschritte zu definieren. Nicht nur Frau Markl-Vieto war sichtlich beeindruckt, sondern auch vielen Kolleginnen und Kollegen wurde an diesem  Tag noch einmal sehr bewusst, wie dynamisch und rasant sich das Stadtteilzentrum Steglitz entwickelt und verbessert und was für beachtliche Erfolge im Unternehmen bewirkt werden können, wenn alle an einem Strang ziehen und es Freiraum und Offenheit für interne Kooperation, Kommunikation und gemeinsame Gestaltung und Zusammenarbeit auf Augenhöhe gibt.

Sehr schön hat es eine Gruppe von Kolleginnen und Kollegen heute auf den Punkt gebracht: Sie verstehen sich fortan nicht mehr  als Mit-Arbeiter  des Stadtteilzentrum Steglitz – sondern als Mit-Gestalter. Das gefällt mir. Und ich freu mich jetzt schon auf den „Mitgestaltertag 2015“.

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Seit November 2013 schreibe ich wöchentlich an meinem “Geschäftsführer-Tagebuch”. Warum ich das tue, könnt Ihr lesen, wenn Ihr H I E R klickt. Ich freue mich, wenn Ihr die Beiträge interessant findet und Ihr sie über Eure Kanäle (Facebook, Twitter  und Co.) teilt und verbreitet!

update: Emergent Berlin

Das Emergent Berlin Festival bringt am Samstag, dem 16. August, Berlins interessantesten Nachhaltigkeitsinitiativen zusammen. Einen ganzen Tag (und eine ganze Nacht) lang geht es ums Entdecken, Teilen, Netzwerken und Feiern von Berlins urbaner Nachhaltigkeitskultur. Das gemeinnützige Graswurzel-Event findet am Ufer der Spreeacker/-feld Wohngenossenschaft im Wilhelmine-Gemberg-Weg 10-14 (Kreuzberg) statt.

An alle Helden und Heldinnen da draußen! So könnt ihr euren Teil zum Emergent Berlin beitragen und dafür sorgen, dass das Festival unvergesslich wird:

• Spendet ein paar Euro, damit wir wichtige Anschaffungen (Material, Verpflegung der freiwilligen Helfer etc.) finanzieren können.

• Spendet ein bisschen Zeit und bringt euch für ein paar Stunden als ehrenamtliche Helfer auf dem Festival ein [schickt einfach eine E-Mail an emergent.berlin(at)gmail(punkt)com]

• Bringt altes Kerzenwachs zum Bootshaus, damit wir daraus recycelte Kerzen basteln können.

• Erzählt allen Bekannten vom Emergent Berlin und ladet sie ein!

• Macht mit bei unserer „Offenen Grüßzone“ – ein innovatives Projekt, das fremde Menschen zusammen bringen wird

Dieses Jahr haben wir uns einige spannende Aktivitäten ausgedacht, die neben den über 40 Präsentationen und Workshops stattfinden werden:

 • eine Do-it-yourself-Bastelecke, wo ihr alleine oder zusammen mit anderen eurer Kreativität freien Lauf lassen könnt (super für Kids!)

• ein alter Feuerwehrwagen, der zur Sauna umfunktioniert wurde

• Lounge-Bereich im Bootshaus an der Spree

• kostenlose Bücher (bringt weitere zum Tauschen mit)

• Informationsstand für alle, die ihre eigene Nachhaltigkeits-Initiative starten wollen

• Kunstausstellung

• kostenlose Bootsfahrten

• frisch zubereitetes Essen und Getränke aus regionalem Anbau

• eine Galerie nachhaltiger Projekte

• sieben Live-Bands, die den ganzen Tag für Musik auf der Bootshaus-Terasse sorgen

• vier geniale DJs, die die ganze Nacht über im Bootshaus auflegen

Das endgültige Festival-Programm wird spätestens am 12.08. als PDF zur Verfügung stehen.

(Wenn Ihr das zugeschickt bekommen wollt, bitte unten stehendes Kontaktformular ausfüllen)

kiki-beach-workshop

 

 

KW 48: „war da was?“

Es gibt so Wochen. Da passiert entweder gar nichts, nicht das Richtige. Oder die Dinge sind zäh. Und manchmal einfach nur anstrengend. Und mittendrin ein, zwei „Knaller, die einen mit dem graueren Teil des Jobs versöhnen.

Diese Woche ist  so eine…… Nach der ProjektleiterInnen-Klausur in der der letzten Woche, in der wir herausfordernde und tolle Jahresziele für 2014 formuliert haben, ging es am Montag wieder in die „Niederungen“ der Alltagsarbeit. Das ist zwar immer auch wieder wie eine „kalte Dusche“,  aber auch schön: Sich wieder erden, in Kontakt kommen mit den Höhen und Tiefen des Alltags. Eben noch im „Rausch“ der großartigen Bilder des 2014er „Zielfotos“ – und wenig später schon wieder bei der Prüfung der Heizkostenabrechnung fürs letzte Jahr (die mal wieder zu viel zu hohen Nachzahlungen führt) oder bei Planungen für Schlussverwendungsnachweise, letzte Mittelanforderungen und -abrechnungen. Beides ist real. Beides ist wichtig. Beides muss gemacht werden. Aber die Energien, die solche Aufgaben und Themen mit sich bringen und /oder freisetzen sind sehr unterschiedliche. Aber beide gehören zusammen zu einer „realistischen Wahrnehmung“ der Situation und helfen einem, sich jeweils angemessen und sinnvoll zu verhalten. Nicht zu euphorisch, nicht zu gebremst oder zu vorsichtig. Diese ausgeglichene Wahrnehmung hilft (mir), die Arbeit und die Aufgaben mit Gelassenheit und Demut zu erledigen. Gelassenheit hilft, wenn mal was nicht so klappt wie ich es mir ganz dringend wünsche. Wenn Dinge nicht vorwärts gehen. Wenn „wichtige“ Termine platzen. Wenn Bürokratie verrückt spielt und uns nach Absurdistan entführen möchte. Davon gab es in dieser Woche genug.

Demut hilft, wenn ich an die großen Sachen ran will.  In dieser Woche, gab es zwei große Sachen: Das eBook, das ich zusammen  mit Jeannette Hagen  geschrieben habe (Das Prinzip .garage) ist jetzt endlich im ersten Book-Store angekommen und kann gekauft werden! Und (die zweite große Sache): Am Freitag gehts in die nächste Runde des Projektes „Nachhaltigkeits-Check im Stadtteilzentrum Steglitz„).

Diese  beiden Sachen sind so großartig, dass ich  schon beim  schreiben dieses  Textes merke, wie  die „langweiligeren“  und unangenehmeren Teile der Arbeitswoche  deutlich in den Hintergrund treten …….

Routine und Anstrengung……- war  da was? Ich liebe meine Arbeit.

Nachhaltigkeits-Check sinnvoll?

Ich überlege, ob wir für die .garage berlin GmbH und für das Stadtteilzentrum Steglitz e.V.  einen sogenannten „Nachhaltigkeits-Check“ durchführen (lassen) sollten….

Was haltet Ihr von solchen Bemühungen? Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit bei der Beurteilung der Qualität von Organisationen / Unternehmen aus Eurer Sicht? Würde ein solcher Nachhaltigkeits-Check Eure Entscheidungen für /gegen eine Zusammenarbeit bzw. Kooperation in irgendeiner Weise beeinflussen?

Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit in Euren Unternehmen / Organisationen?

Der Nachhaltigkeits-Check bezieht sich in der Sache auf folgende Handlungsfelder:

1. Organisation
2. Energie
3. Wasser
4. Müll & Schadstoffe
5. Supply Chain
6. IT
7. Veranstaltungsmanagement
8. Mitarbeiter & Kunden
9. Gemeinde / Gesellschaft
10. Finanzierung
11. Management
12.Datenerfassung, Buchhaltung
13.Produkt- und Preispolitik
14. Distribution
15.Kommunikation & Reporting
16.Eigene branchen- und unternehmensspezifische Handlungsfelder

Darüber hinaus umfasst der Nachhaltigkeits-Check die Berechnung des CO2 Footprint.

 

Die drei Zielfelder der nachhaltigen Entwicklung(Quelle: Enquete-Kommission, 1/97

Die drei Zielfelder der nachhaltigen Entwicklung
(Quelle: Enquete-Kommission, 1/97