„Der Zynismus liegt im System.“

Gewinnmaximierung und gute Pflege – über die Folgen eines unauflösbaren Widerspruchs

Hanfried Wiegel-Herlan ist Geschäftsführer der Sozialstation Zehlendorf und Vorstand des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. Hin und wieder nutzt er diesen Blog, um seine Sicht auf die Dinge aufzuzeigen. Hanfried bringt die Dinge auf den Punkt und legt den Finger in die Wunde. Wenn es um Pflege, den Pflegenotstand und die Auswirkungen auf Pflegende und Gepflegte geht wird er deutlich – wie in diesem Fall. Auslöser für seinen kurzen Beitrag ist ein Artikel im Tagesspiegel vom 15. Juli 2021: „Das Milliardengeschäft Altenpflege“

„Während es beinahe überall an Pflegekräften für die stetig wachsende Zahl an Bedürftigen fehlt, machen internationale Konzerne und Finanzinvestoren mit der Altenpflege das große Geschäft. Wie passt das zusammen? Warum lassen die Regierungen das zu? Und welche Folgen hat das?“ (hier gehts zum ganzen Artikel)

Hier der Kommentar von Hanfried Wiegel-Herlan

„Auf eindrucksvolle Weise wird in Ihrem Report ein weiteres Mal dokumentiert, unter welch enormen Belastungen Pflegekräfte in der Altenpflege z.T. arbeiten müssen. Dass es möglich ist, in der Altenpflege fette Gewinne zu realisieren, liegt aber auch daran, dass Pflegekräfte unzumutbare Arbeitsbedingungen viel zu lange hinnehmen. Würden sie das nicht tun – und angesichts der Arbeitsmarktlage für Pflegekräfte gäbe es reichlich Alternativen – würde das Geschäftsmodell renditeorientierter Pflegheimbetreiber nicht mehr funktionieren. Warum also akzeptieren Pflegekräfte unzumutbare Arbeitsbedingungen? Ich wage mal zwei Thesen:

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