Soziale Innovation verbindet wirtschaftliches Handeln und gesellschaftliche Verantwortung

SocialVideo #21

Drängende gesellschaftliche und soziale Probleme können in den alten Denk- und Handungsgstrukturen oftmals nicht mehr angemessen und nachhaltig bearbeitet, geschweige denn gelöst werden. Der Ruf nach Innovation wird auch im sozialen Bereich  immer lauter. Stefan Zollondz hat in seinem sozialarbeiterblog hierzu mal geschrieben: „Die zunehmende Ökonomisierung der Leistungen im Bereich der Sozialarbeit stellt vor allem die großen Wohlfahrtsverbände mit ihren traditionellen Werten und etablierten Strukturen vor immer größere Herausforderungen bei der Finanzierung und Weiterentwicklung ihrer Angebote. Soziale Innovationen gehen scheinbar viel öfter von kleinen Organisationen und Vereinen aus, die sich flexibel und ausschließlich auf ein Thema konzentrieren. Den großen Verbänden – als „Vollsortimenter“ – scheint es hingegen schwer zu fallen, soziale Innovationen mit ihrem traditionellen Wertekanon, ihrem Overhead und ihrem Qualitätsmanagement in Einklang zu bringen.“

Doch was sind eigentlich soziale Innovationen, was bedeuetet es „innovativ zu sein“ ?

Professor Dr. Peter Russo vom Institute for Transformation in Business and Society (INIT) an der EBS Business School erklärt im heutigen „Video der Woche“ , was soziale Innovationen sind und wie sie wirtschaftliches Handeln und gesellschaftliche Verantwortung verbinden können.

Weitere Informationen findet  Ihr unter http://www.ebs.edu/init

 

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Immer montags  stelle ich Euch ein Video vor, in dem spezielle Aspekte meines “Kernthemas” Sozialwirtschaft / Sozialarbeit / Social Entrepreneurship vorgestellt, beleuchtet und / oder diskutiert werden. Und hin und wieder empfehle ich auch Dinge, die andere Bereiche unseres Arbeitslebens berühren. Anregungen und Tipps nehme ich gerne entgegen.

Ich freu mich sehr, wenn Ihr diesen Beitrag  (und weitere meiner Beiträge) über Eure Kanäle teilt & weiterleitet. Vielen Dank!

KONFLIKTE IM GENERATIONENDIALOG DURCH GEMEINSAME WERTE LÖSEN

Beitrag von Stefan Zollondz, den zu lesen, ich dringend empfehle!

„Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der 27. NPO-Blogparade zum Thema “Netzwerke aufbauen – Chancen und Hindernisse” und beschreibt, wie gemeinsame kulturelle Werte einen Beitrag dazu leisten, Konflikte in Projektgruppen aufzulösen und Ideen und Ansichten unterschiedlicher Generationen miteinander zu verbinden.

In vielen Städten und Gemeinden entstehen derzeit als Reaktion auf den demografischen Wandel Nachbarschaftshilfen, Tauschbörsen, gemeinschaftliche Wohnmöglichkeiten und zahllose andere Formen des Mit- und Füreinanders.

zollondz

Stefan Zollondz

Viele dieser Angebote sind generationenübergreifend angelegt und schöpfen gleichzeitig aus den Erfahrungen älterer Menschen und den kreativen und innovativen Ideen der jüngeren Generationen. Dadurch entsteht ein kraftvolles Potenzial, welches das in vielen Köpfen noch vorhandene klassische Säulendenken in Form von Jugendhilfeangeboten und offener Seniorenarbeit aufbricht.

Gleichzeitig bergen generationenübergreifende Projekte aber auch ein permanentes Konfliktpotenzial, wenn sich die unterschiedlichen Generationen falsch verstanden fühlen. Inhaltlich sind die Beteiligten dabei oft gar nicht immer unterschiedlicher Meinung. Missverständnisse entstehen vielmehr durch die Kommunikation selbst.

Diese Konflikte lassen sich lösen, indem man die kulturellen Werte betrachtet, die hinter den Aussagen stehen und den Generationendialog durch gemeinsame Werte gestaltet.“

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Offener Projekttransfer: Eine Chance auch für innovative Sozialarbeit

Wer ein gutes, wirksames und möglicherweise innovatives Sozial- und/oder Jugendhilfeprojekt entwickelt hat, kann schnell auf die Idee kommen, die Verbreitung dieser Idee voranzutreiben. Denn was in der einen Stadt klappt, klappt möglicherweise auch in einer anderen. „Skalierung“ ist das Stichwort – doch oft wissen die Beteilgten nicht, wie ein solcher Prozess gestaltet werden kann. Hier bietet es sich an, über “Offenen Projekttransfer” nachzudenken. Über das Thema und die eigens dafür geschaffene Plattform opentranfer.de haben wir mit Stefan Zollondz gesprochen, der bundesweit Projekte und Organisationen berät, die Tranferprozesse gestalten wollen.

Herr Zollondz, Sie sind Sozialarbeiter und beschäftigen sich intensiv mit dem Thema „Offener Projekttransfer“. Worum geht es dabei – was ist ihre Motivation, sich mit dem Thema so intensiv zu beschäftigen?

Foto: Stefan Zollondz

Foto: Stefan Zollondz

Auf das Thema „Offener Projekttransfer“ bin ich durch meinen Blog (www.sozialarbeiterblog.de) gekommen. Ich beteilige mich regelmäßig an den NPO-Blogparaden, die gezielt Fragen aus dem Non-Profit-Bereich stellen und von den unterschiedlichsten Akteuren aus ganz Deutschland beantwortet werden. Dabei habe ich Katarina Peranic von „openTransfer.de“ kennen gelernt und mein erstes Barcamp besucht.

In der Sozialarbeit bin ich seit gut 20 Jahren in Bielefeld im Bereich Gemeinwesenarbeit tätig und das bringt mit sich, dass man die Kolleginnen und Kollegen sehr gut kennt. Wirklich neue Impulse entstehen so eher selten, da der Rahmen durch politische Vorgaben eng gesteckt ist und neue Ideen aufgrund der immer gleichen Personen irgendwann erschöpft sind.

Mein Engagement bei openTransfer bringt mich bundesweit mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt, die alle auf ihre Weise soziale Projekte voranbringen wollen. Die Spannweite dieser Begegnungen reicht von Studierenden, die ganz neue Ideen mitbringen und sich zunächst orientieren über Menschen, die sich in unterschiedlichen Stadien für kleine und große Projekte einsetzen, bis hin zu Älteren, die sich auch im Ruhestand noch für die Verbreitung sozialer Ideen begeistern.

Alle diese Menschen haben die unterschiedlichsten Hintergründe, studieren, bauen kleine Projekte in Form von Vereinen auf, arbeiten für die freien Wohlfahrtsverbände oder sind bei Stiftungen und potenziellen Geldgebern aktiv. Diese Mischung in Kombination mit offenen Veranstaltungsformen wie Barcamps, Blogparaden, die Erstellung von gemeinsamen eBooks usw. machen für mich den Reiz aus.

Alle Akteuere begegnen sich bei diesen Formaten gleichwertig und – auch wenn der Begriff mittlerweile sehr abgedroschen ist – auf Augenhöhe.

Das Potenzial, das aus diesen Rahmenbedingungen entsteht führt zu neuen, innovativen Ideen, die zunächst unabhängig von den zum Teil engen Grenzen vor Ort gedacht und entwickelt werden können. Wissen aus den unterschiedlichsten Bereichen fließt zusammen, Projekte können wachsen, Finanzierungsmöglichkeiten erschlossen werden und erfolgreiche Projekte skaliert und in andere Städte transferiert werden.

Ideen, die gut funktionieren, müssen nicht immer wieder neu erfunden werden, Geldgeber können das Potenzial erkennen und ihre Mittel besser einsetzen und es entstehen nicht immer wieder dieselben Projekte unter neuem Namen, die alle wieder bei Null anfangen.

Wie genau funktioniert „offener Projekttransfer“ und welchen Nutzen haben die Beteiligten davon? 

Die Idee vom offenen Projekttransfer ist „Gutes einfach verbreiten“. Ich denke, das bringt die Idee sehr gut auf den Punkt. Organisationsübergreifend bringen Akteure aus dem sozialen Bereich ihre Konzepte und Erfahrungen zusammen, um gemeinsam voneinander zu lernen und sich und ihre Projekte weiter zu entwickeln.

Oftmals fehlt Wissen in einem einzelnen Bereich, das jemand anderes beisteuern kann. Es entsteht so eine umfangreiche Wissensdatenbank auf OpenTransfer.de, die frei zur Verfügung steht.

Ein Kernthema des offenen Projekttransfers ist die Transfermöglichkeit erfolgreicher Projekte und die damit verbundene Skalierung.

Es ist nicht notwendig, scheinbar gute Ideen immer wieder neu in unterschiedlichen Städten zu „erfinden“ und dafür Fördergelder zur Verfügung zu stellen. Viel effektiver ist es, erfolgreiche Projekte zu skalieren und an andere Standorte zu übertragen. An dieser Stelle entstehen allerdings auch immer wieder Befürchtungen, ob die eigene Idee dabei von Mitbewerbern geklaut oder verwässert wird. OpenTransfer begegnet diesen berechtigten Bedenken mit verschiedenen Transfer-Ansätzen. So kann ein Projekt beispielsweise in ein Franchise-Konzept übertragen oder gegen Lizenzgebühren an andere Standorte und Träger übertragen werden.  Dabei entsteht eine Win-Win-Situation, von der beide Seiten profitieren können.

Außerdem erlebe ich den gegenseitigen Austausch als große Bereicherung. Akteure aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands, von kleinen Vereinen bis hin zu großen freien Wohlfahrtsträgern und den unterschiedlichsten beruflichen Hintergründen treffen aufeinander und bilden ein beeindruckendes Potenzial an neuen Ideen, das ein einzelner Träger in dieser Form nicht erreichen kann.

Können Sie konkrete Beispiele nennen? Gibt es Vorzeigeprojekte oder Best-Practice -Erfahrungen, von  denen andere Träger und Verbände lernen können? Insbesondere interessiert uns natürlich, inwieweit dieses Modell auch in der Jugendhilfe schon praktiziert wird.  

 Ich selber bin nicht im Bereich der Jugendhilfe tätig. Es gibt aber ein bundesweit erfolgreiches Projekt aus dem Jugendhilfebereich, das in Berlin angesiedelt ist. Katja Urbatsch hat mit ihrem Projekt Arbeiterkind (www.arbeiterkind.de) ein bundesweites Filialsystem aufgebaut, das Jugendliche und junge Erwachsene, die nicht aus Akademikerfamilien kommen bei der Vorbereitung und Durchführung eines Hochschulstudiums unterstützt. über 5.000 Freiwillige engagieren sich mittlerweile in 70 Regionen Deutschlands als Mentoren. Gesteuert wird das Unternehmen von vier hauptamtlichen Kräften mit Sitz in Berlin. Die Zentrale kümmert sich um Fundraising und Förderungen und übernimmt einen Großteil der bürokratischen Aufgaben. So werden die freiwilligen Mentoren vor Ort entlastet und können sich um ihre eigentliche Aufgabe der Beratung und Begleitung kümmern. Die Qualität des Angebots wird durch Basistrainings sichergestellt, die jeder Mentor absolvieren muss.

Die Weiterverbreitung geschieht organisch und nicht ausschließlich durch die Zentrale organisiert. So kann beispielsweise eine bestehende Ortsgruppe eine neu gegründete Ortsgruppe in der Nachbarstadt beraten und beim Aufbau unterstützen. Katja Urbatsch sieht die eigentliche Aufgabe der Zentrale dabei in der Stabilisierung und Begleitung der Ortsgruppen.

Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie aus einer kleinen lokalen Idee ein bundesweit erfolgreiches Projekt wachsen kann, ohne das dabei das Know-How und die Zügel aus der Hand gegeben werden müssen.

Organisationen, die ein kleines Projekt erfolgreich initiiert haben und einen Einstieg in den Transferprozesses überlegen, können hier lernen, welche Vorbereitungen, z.B. die Wahl der Transferform, die Qualitätssicherung und die Organisation des Overheads notwendig sind.

Klingt  nach viel Arbeit . Kann das Ihrer Meinung nach  jeder Träger, jede Organisation „stemmen“ ? Sind kleinere oder sind größere Organisationen dabei  ihm Vorteil? Und wo finde ich Ansprechpartner und Berater, wenn ich mich als freier Träger oder als Projekt an Transferprozessen beteiligen möchte? 

 Ein Transferprozess, der in der Regel auch mit einer Skalierung verbunden ist, stellt aus meiner Sicht für jede Organisation eine große Bereicherung dar. Im Laufe des Prozesses wird das Projekt einmal bis auf seinen essentiellen Kern zerlegt und dokumentiert. Die persönlichen und oft auch emotionalen Anteile der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die am Aufbau beteiligt waren, werden benannt und gewürdigt. Diese Form von Wertschätzung halte ich für sehr bedeutend. All diese Erkenntnisse fließen in den Transferprozess ein und bilden die Grundlage für ein Projekt, das am Ende dieses Weges bereit ist, in die Welt getragen zu werden.

Kleinen, nicht zertifizierten Organisationen und Vereinen bietet sich damit die Möglichkeit, einen großen Schritt in Richtung Qualitätssicherung zu gehen, während die großen zertifizierten Träger einen weiteren tragfähigen Baustein in ihrer Qualitätspolitik schaffen.

„Stemmen“ kann so einen Transformationsprozess jede Einrichtung. Abhängig von den zur Verfügung stehenden Ressourcen kann der Transformationsprozess nur unterschiedlich lange dauern.

Erste Anlaufstelle für Organisationen, die einen Transferprozess starten wollen, ist OpenTransfer.de. Hier stehen eine Vielzahl von hochwertigen und praktisch erprobten Ressourcen kostenlos zur Verfügung. Damit ist eine erste Orientierung möglich. Außerdem lohnt sich auch der Besuch eines der Open Transfer Camps (OTC), die jedes Jahr in Form von Barcamps an unterschiedlichen Standorten in Deutschland stattfinden. Die Termine sind ebenfalls über OpenTransfer.de zu erfahren.

Für den Transferprozess innerhalb der Organisation ist eine externe Begleitung in den meisten Fällen sinnvoll. Beraterinnen und Berater können über OpenTransfer angefragt werden.

Ich selber trage ebenfalls Ressourcen zu OpenTransfer bei und stehe auch als Ansprechpartner für Transferprozesse zur Verfügung. Mit einem Team von vier Beraterinnen und Beratern begleiten wir bundesweit Projekte im sozialen Bereich in Transfer- und Skalierungsprozessen. Dabei setzen wir auf unsere Erfahrungen aus mittlerweile über 20 Jahren im Bereich des dritten Sektors. Dieser Bereich unterliegt wie kaum ein anderer stetigen Veränderungen und Herausforderungen durch immer weiter sinkende öffentliche Förderungen. Ein erfolgreicher Projekttransfer ist unter diesen Bedingungen immer ein Gewinn, sowohl für den Träger, als auch für die Zielgruppe des Projekts, und deshalb wert, sich auf den Weg zu machen.

 (Das Interview mit Stefan habe ich Ende Januar 2014 geführt)

Kontakt:

Stefan Zollondz

Telefon: (0521) 56 01 298

stefan.zollondz@zollondz-kommunikation.de

www.zollondz-kommunikation.de

Gutes einfach verbreiten…. #Leseempfehlung

Beitrag von Stefan Zollondz

„Eigentlich gilt: Wer Erfolg hat, kommt groß raus, wächst, bewegt immer mehr. Doch für viele soziale Projekte ist das einfacher gesagt als getan. Ein E-Book zeigt nun, wie Ideen Flügel bekommen – geschrieben von 56 erfahrenen Projektemachern, darunter zwei Beiträge von mir (Stefan Zollondz) , für alle, die Gutes einfach verbreiten möchten. Eine Initiative der Stiftung Bürgermut in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung und dem Bundesverband Deutscher Stiftungen.

Schon mal von den Greeters, Deutschland summt oder den CAP-Märkten gehört? Alles drei sind gute Beispiele, wie ehemals kleine Projekte eine große Wirkung entfalten konnten. Nicht immer ist es aber so einfach, soziale Innovationen zu beflügeln. Obwohl viele bürgerschaftliche Initiativen und Vereine erfolgreich arbeiten, gelingt es wenigen, über ihre Region hinaus zu wirken. Das E-Book beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Verbreitung von guten Ideen. Es richtet sich an soziale Innovatoren, haupt- und ehrenamtliche Projektmacher, Mitarbeiter in gemeinnützigen Organisationen und Sozialunternehmen.“

H I E R  gehts zum vollständigen Artikel von Stefan Zollondz über das Buch…. und H I E R direkt zum Download.

Foto: OpenTransfer, Berlin

Foto: OpenTransfer, Berlin