Coveys „7 Wege“ in der Sozialen Arbeit

In meinem GF-Tagebucheintrag vom 22.3. habe ich eine Passage zum Thema „Leitbild“ aus Stephen R. Coveys Buch „Die 7 Wege zur Effektivität“ zitiert. (Ein Buch übrigens, das ich Euch jedem allerwärmstens ans Herz legen möchte, der sich und andere führen möchte.)

Ich bin der Folge des o.g. Beitrages ein paar Mal auf die „7 Wege“ angesprochen worden – und  da fiel mir ein, dass ich im Februar 2012 schon mal was dazu geschrieben hatte. Diesen Artrikel möchte ich an dieser Stelle noch einmal bewerben und zur Lektüre empfehlen……

aus den "7 Wegen"

aus den „7 Wegen“

Zu jeden einzelnen der „7 Wege“ von Covey hatte ich damals ein paar Sätze geschrieben, was die für uns in der Sozialen Arbeit bedeuten könnten….

Ich freue mich über Feedback und Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte hier klicken: 7 Wege zur Effektivität in der Sozialen Arbeit

Die Sache mit dem Leitbild

GF-Tagebuch #12

Vor einiger Zeit sprach mich eine noch in Ausbildung befindliche Mitarbeiterin am Rande einer TeamsprecherInnen-Runde an. Sie bräuchte für die Schule das Leitbild unseres Vereins. Ob ich ihr das bitte mal mailen würde……. Upps –  kalt erwischt….. In den ersten 18 Jahren unseres Bestehens haben wir es nicht geschafft, ein Leitbild zu erarbeiten….. – und irgendwie gings ja auch immer ohne. Diese Blöße wollte ich mir aber nicht geben – und sagte ihr zu, dass ich ihr „da mal was zuschicken würde….“ In der Folge habe ich mit einer Kollegin zusammen versucht, im Eiltempo ein Leitbild zu erarbeiten. Wir nahmen uns ein paar Muster von befreundeten Organisationen vor, kopierten, schrieben ab, ergänzten und kürzten und  fügten noch  ein paar vorhandene Textbausteine aus vorliegenden Texten ein. Das ganze schön in Form gebracht – machte eine prima Eindruck. Wir hatten ein Leitbild!

© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

Das ganze Werk (1 DIN A 4 Seite) mailte ich an die Kollegin – und freute mich, eine scheinbar komplizierte Aufgabe so schnell erledigt zu haben…. Siegesgewiss stellte ich unser neues Leitbild auch gleich in unser internes Firmennetzwerk ein.
Als ich die Kollegin das nächste Mal traf, fragte ich (mit meinem berühmten Siegerlächeln im Gesicht), ob sie das Leitbild erhalten  und in der Schule vorgestellt hätte. Sie sah mich unsicher an, druckste ein bisschen herum … … und antwortete dann sinngemäß: Ja ist angekommen – aber sie  habe es in der Schule nicht abgegeben. „War mir peinlich.“ ….. Upps. Schon wieder kalt erwischt. Alles zu allgemein, hat nicht mit uns, nichts mit unserem Verein zu tun. Sie findet sich darin nicht wieder. Sieht aus, wie irgendwo abgeschrieben….. Upps. Das dritte mal kalt erwischt……

Ich fragte in unseren interenen Runden nach, wie die Kolleginnen und Kollegen das sehen würde. Gleiche Reaktion. „Lauter Selbstverständlichkeiten“, „hat nichts  mit uns zu tun“, „alles austauschbar“, „hat keine Seele“….. Die MitarbeiterInnen waren nicht zufrieden. Und sie meldeten an, dass sie beteiligt werden möchten an der Entwicklung eines Leitbildes……

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7 Wege zur Effektivität in der Sozialen Arbeit

Menschen, die mich kennen, wissen, dass ich ein großer Anhänger und Fan von Stephen R. Covey bin. Sein Buch „7 Wege zur Effektivität“ hat mich begeistert und inspiriert mich immer wieder aufs Neue…. Vor kurzem  wurde ich gefragt, wie wir die „7 Wege“ in der sozialen Arbeit umsetzen können . Hier der Versuch einer Antwort:

1. Proaktiv sein

Klienten, Kunden und Mitarbeiter(innen) motivieren und inspirieren, selbst Verantwortung für sich und ihr Leben zu übernehmen. Wir glauben, dass jeder Mensch das Recht und die Pflicht hat, das Beste aus seinem Leben zu machen!

2. Schon am Anfang das Ende im Sinn haben

Wir wollen, dass die Menschen durch unsere Unterstützung und unsere Arbeit unabhängig von uns werden. Wir müssen den Menschen helfen, ihre Dinge alleine und unabhängig von uns geregelt zu bekommen. Hilfe, Beistand und (pädagogische) Begleitung sind nur dann nachhaltig erfolgreich, wenn sich auch nach dem „Wegfall“ der Unterstützung Stabilität und Erfolg der Menschen einstellt. Wir wollen keine „Klienten-Karrieren“ im Sinne von lebenslanger Begleitung……

3. Das Wichtigste zuerst tun

Erst helfen – dann Ursachen bearbeiten. Erst das Feuer löschen um schwere Schäden zu vermeiden, dann am Thema Brandverhütung arbeiten. Erst der Mensch…. dann der Rest……..

4. Gewinn/Gewinn – Denken

Wir teilen Probleme, Lösungen, Hilfsmittel, Erfolge. Allen kann geholfen werden, wenn sich alle verantwortlich fühlen. Es gibt genug Lösungen, Hilfe, Unterstützung, Begleitung und und und…… für alle. Niemand muss ausgeschlossen bleiben.

5. Erst verstehen, dann verstanden werden

Nur wenn wir die Lebenswirklichkeit der Menschen, mit denen wir zu tun haben verstanden und akzeptiert haben können wir Anregungen für passende Hilfen und Unterstützungsangebote geben. Sozialarbeit funktioniert nur wenn sie an den Ressourcen und Kompetenzen der Menschen anknüpft…..

6. Synergien schaffen

Kooperation statt Konkurrenz. Synergien durch Vernetzung – das gilt auch und vor allem in der Sozialen Arbeit!

7. Die Säge schärfen

Heute, morgen, jeden Tag: Nimm Abstand von dir, von deinen Problemen. Mach die beste Pause aller Zeiten….. und danach: Mach das Beste aus deinem Leben!